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Riesa von Finanzskandal verschont

Kommunen droht ein Millionenschaden, weil sie bei der Greensill-Bank Geld angelegt haben. Da kommen in der Sportstadt ungute Erinnerungen.

Die in Turbulenzen geratene Bremer Privatbank Greensill wurde von der Finanzaufsicht Bafin dicht gemacht. Nun drohen etlichen Kommunen Schäden in Millionenhöhe.
Die in Turbulenzen geratene Bremer Privatbank Greensill wurde von der Finanzaufsicht Bafin dicht gemacht. Nun drohen etlichen Kommunen Schäden in Millionenhöhe. © Sina Schuldt/dpa

Riesa. Eschborn (Hessen): 35 Millionen Euro. Monheim (NRW): 38 Millionen Euro. Schwalbach (Hessen): 19 Millionen Euro. Die Namen von immer mehr Städten werden bekannt, die Geld bei der Bremer Bank Greensill angelegt haben - und denen nun, wie etwa das Handelsblatt berichtet, ein Millionenschaden droht.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte die Tochter des britisch-australischen Finanzkonglomerats Greensill in der vergangenen Woche für den Kundenverkehr geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Greensill Bank AG, die Bafin hatte Strafanzeige gestellt. Dem Vernehmen nach geht es um den Vorwurf der Bilanzfälschung.

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Das Problem: Während private Einlagen bis zu einer gewissen Höhe geschützt sind, drohen Kommunen als Anleger massive Ausfälle. In Riesa dürfte das bei manchem die Alarmglocken klingeln lassen: Hatte die Stadt doch vor Jahren durch Zinsspekulationsgeschäfte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Der daraus resultierende Schaden belaste noch heute den städtischen Haushalt, heißt es aus dem Rathaus.

Im Greensill-Fall gäbe es aber keinen Grund zur Sorge. "Die Stadt Riesa hat keine Steuergelder bei der Greensill-Bank, die mit vermeintlich hohen Zinsen bei geringem Risiko lockte, angelegt", heißt es auf Anfrage von sächsische.de.

"Für uns als Stadtverwaltung ist es Selbstverständnis, vor einer Anlageentscheidung die Bank sorgfältig zu prüfen und solche Risiken mit dem Geld der Steuerzahler nicht einzugehen", sagt Finanzbürgermeisterin Kerstin Köhler. "Wir gehen sorgfältig und verantwortungsbewusst mit den uns anvertrauten Geldern um und vermeiden jegliche Spekulation." (mit dpa)

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