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Riesa will Bürger bei Park mitreden lassen

Bürger spenden Bänke, Sponsoren lassen Bäume pflanzen. Die Gestaltung des Schlossparks Gröba ist dagegen noch offen.

Da fehlt doch was: Der Schlosspark Gröba kann mit teils beeindruckendem Baumbestand aufwarten - Spazierwege aber sucht man in der Anlage vergebens.
Da fehlt doch was: Der Schlosspark Gröba kann mit teils beeindruckendem Baumbestand aufwarten - Spazierwege aber sucht man in der Anlage vergebens. © Sebastian Schultz

Riesa. Gleich zweimal gab es in den vergangenen Tagen einen Fototermin im Schlosspark Gröba: Erst hatten Bürger drei Sitzbänke für das historische Areal gespendet, dann Feralpi eine Baumpflanzung möglich gemacht.

Doch bei beiden Gelegenheiten bereitete dieselbe Frage Schwierigkeiten: Wo sollen sie hin, die Bänke und Bäume? Denn aktuell gibt es nur zwei asphaltierte Zufahrten im Schlosspark, die zum zugehörigen Schloss führen - das denkmalgeschützte Gebäude oberhalb des Riesaer Hafens wird als Altenheim genutzt.

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Spazierwege aber sucht man im ebenfalls denkmalgeschützten Park vergebens. Solche gehören aber natürlich in einen Park - was man beim Einpflanzen neuer Bäume und beim Aufstellen von Bänken berücksichtigen muss.

Gröbaer Bürger würden gern die Wege wieder gängig machen, die sie noch aus ihrer Kinderzeit kennen. Die Stadtverwaltung dagegen ist skeptisch: Der Denkmalschutz spiele eine wesentliche Rolle, aber auch der Naturschutz, heißt es aus dem Rathaus. "So sind selbst bei Baumpflanzungen, wie z. B. in der vorigen Woche, genaue Standortvorgaben einzuhalten, auch Wege können nicht willkürlich angelegt werden", sagt Riesas Stadtsprecher Uwe Päsler. "Zudem sind die Eigentumsverhältnisse zu beachten, denn die Schlossanlage selbst ist in Privateigentum, der Park gehört der Stadt."

Die Stadtverwaltung habe hat Ende 2020 ein Büro mit der Erarbeitung einer denkmalpflegerischen Rahmenzielstellung beauftragt. Das Büro ermittle derzeit die Grundlagen dafür. Dabei erfasse man alle Bestandteile, wie Bäume, Bänke, aber auch dort vorhandene historische Sandsteinelemente.

Schloss Gröba und Schlosspark gehören historisch zusammen, haben aber unterschiedliche Eigentümer: Das Schloss ist privat und wird als Eigenheim genutzt, der Park ist städtisch.
Schloss Gröba und Schlosspark gehören historisch zusammen, haben aber unterschiedliche Eigentümer: Das Schloss ist privat und wird als Eigenheim genutzt, der Park ist städtisch. © Archiv/Lutz Weidler

Nachdem schon die Initiative "Wir in Gröba" dazu aufrief, historische Fotos oder Pläne zum Schlosspark Gröba einzusenden, meldet nun auch die Stadtverwaltung Interesse an solchem Material an. "Da liegt hier nämlich nur sehr wenig vor", sagt Uwe Päsler. Auch daran werde sich orientieren, wie die Gestaltung im Detail aussieht. Die Stadt widerspricht Befürchtungen aus Gröba, dass die Anwohner irgendwann vor vollendete Tatsachen gestellt werden. "Natürlich wird der Entwurf der Konzeption rechtzeitig mit der Bürgerschaft und den Akteuren vor Ort diskutiert werden."

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Unterdessen hat sich auch das Landratsamt auf eine Anfrage von sächsische.de gemeldet: Die Untere Denkmalschutzbehörde, die Stadt als Park-Eigentümerin und das Landesamt für Denkmalpflege hätten sich mit dem Verein zu einem Beratungstermin vor Ort getroffen. Dort seien mögliche Pläne und deren Umsetzungsmöglichkeiten angesprochen worden. "Derzeit liegt der Unteren Denkmalschutzbehörde kein Antrag für Maßnahmen im Schlosspark vor, über den zu entscheiden wäre", sagt Landkreis-Sprecherin Anja Schmiedgen-Pietsch. Man erarbeite aber eine denkmalpflegerische Rahmenkonzeption - die könne eine Grundlage für Ideen des Vereins bilden. Zu konkreten Planungen könne man sich "zu gegebener Zeit" gern austauschen.

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