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Riesaer Hotelbetreiber gibt nicht auf

Marcus Steinäcker hat aus dem Saxonia das Hotel Eulenspiegel gemacht - wenig später kam Corona. Jetzt plant er einen Biergarten.

Gäste willkommen: Hotelbetreiber Marcus Steinäcker hat die Rezeption im Hotel Eulenspiegel am Riesaer Bahnhof umgestaltet.
Gäste willkommen: Hotelbetreiber Marcus Steinäcker hat die Rezeption im Hotel Eulenspiegel am Riesaer Bahnhof umgestaltet. © Sebastian Schultz

Riesa. Auch wenn die Lage während der Corona-Pandemie nicht leicht war, hat Marcus Steinäcker, Chef des 2019 eröffneten Hotels Eulenspiegel, nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Während der Zwangsschließung ab März 2020 wurden die noch nicht fertigen Zimmer des Hotels auf Vordermann gebracht. Und nun stehen schon die nächsten Pläne an. „Wir möchten jetzt vor dem Hotel noch einen Biergarten einrichten und einen Imbiss eröffnen“, sagt der 43-Jährige, der dabei von seiner Partnerin Renata Olahova unterstützt wird.

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Steinäcker lehnt beim Gespräch mit der SZ entspannt am ebenfalls neu gestalteten Eingang zur Rezeption, die in den vergangenen Monaten rege frequentiert wurde. „In den ersten Wochen nach der Schließung im März 2020 war bei uns nicht viel los. Aber inzwischen quartieren sich oft Monteure oder Mitarbeiter der Bahn bei uns ein. Beispielsweise Lokführer und Gleisbauer“, berichtet der Hotelchef. Aus den anfangs fünf verfügbaren Zimmern sind inzwischen 35 für rund 90 Personen geworden.

Das Hotel Eulenspiegel liegt in Sichtweite des Riesaer Bahnhofs. Platz für einen Biergarten wäre dort auf jeden Fall.
Das Hotel Eulenspiegel liegt in Sichtweite des Riesaer Bahnhofs. Platz für einen Biergarten wäre dort auf jeden Fall. © Sebastian Schultz

„Als wir 2019 aufgemacht haben, waren wir im November voll ausgebucht, mit Gästen aus Tschechien, Polen, der Slowakei, Russland, Italien und Irland. Damals waren in Riesa die Tanzwochen.“ Solche Veranstaltungen wünscht sich Steinäcker bald wieder. „Wir leben auch von den Events in der Sachsenarena. Wenn es dort wieder läuft, dann wird es auch bei uns wieder besser. Momentan halten wir uns nur geradeso über Wasser.“

Denn die Kosten – beispielsweise für die Abzahlung des Kredits für das Hotel – laufen ja auch jetzt weiter. In einem „höheren vierstelligen Bereich“ bewegen sich die monatlichen Ausgaben, wie der 43-Jährige anmerkt. Und auch wenn er in der Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung bekam, „war das nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Seit Januar 2021 blieb weitere Hilfe laut Steinäcker ganz aus.

Im Inneren ist das frühere Hotel Saxonia nicht mehr wiederzuerkennen.
Im Inneren ist das frühere Hotel Saxonia nicht mehr wiederzuerkennen. © Sebastian Schultz

Inzwischen gibt es auch über das Online-Portal Booking.com wieder vermehrt Anfragen, wie ein Blick auf diese Homepage zeigt. Gebucht ist das Hotel Eulenspiegel schon recht gut. Dort können sich Interessierte auch über die Bewertungen der Gäste informieren. Wichtig für Tierhalter: Auch Vierbeiner sind im Eulenspiegel gegen einen kleinen Aufpreis willkommen. „Ich rufe oft bei der Corona-Hotline an, um mich zu informieren, wen wir denn nun wieder aufnehmen können als Gast“, sagt Steinäcker.

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Wenn alles wieder richtig anläuft, werden auch noch Mitarbeiter gebraucht. Momentan betreibt der 43-Jährige mit seiner Partnerin – die neben den Zimmern auch noch die drei Kinder betreut - das Hotel alleine. „Wir waren ja schon kurz davor, Mitarbeiter einzustellen. Aber damit wären wir während der Corona-Pandemie baden gegangen. Im Sommer 2020 haben wir auch weiter renoviert und investiert, weil es hieß, dass es weitergeht. Und dann war auf einmal wieder alles zu, als es kalt wurde.“

Der Eulenspiegel ist das Markenzeichen der neuen Betreiber - und ist überall im Haus aufzufinden.
Der Eulenspiegel ist das Markenzeichen der neuen Betreiber - und ist überall im Haus aufzufinden. © Sebastian Schultz

Im November 2020 war das Hotel voll ausgebucht – und dann kamen die Stornierungen. „Das hat uns fast den Boden unter den Füßen weggezogen.“ Immerhin ist bei den Buchungen momentan ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Beispielsweise sind die Weltmeisterschaften im Show-Dance und Tap-Dance bereits terminiert. Sie sollen vom 15. bis 27. November in der Riesaer Sachsenarena steigen. Die endgültige Entscheidung darüber soll allerdings erst im August oder September erfolgen. Bereits vom 3. bis 5. September steht das Stadtfest in Riesa im Veranstaltungsplan.

Wie seine zwei Schulkinder die Monate mit Homeschooling verkraftet haben, da ist sich Steinäcker noch nicht sicher. „Mal sehen, wie bei den Jungs die Zeugnisse aussehen“, meint der Papa, der aus dem Städtchen Burgau im Schwabenland stammt und schon früher Gastronomie-Erfahrungen gesammelt hat. Der jüngste Nachwuchs der Familie – ein Mädchen - ist erst sechs Jahre alt und kommt in diesem Jahr in die erste Klasse. Dann hoffentlich wieder unter normalen Umständen.

www.showdance-worldchampionships.com

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