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Kommt Roland Kaiser wirklich nach Riesa?

Im September soll der Schlagerstar in der Sachsenarena auftreten. Der Hallenbetreiber will am Termin festhalten.

John Jaeschke leitet die städtische Tochtergesellschaft FVG, Betreiber unter anderem von Sachsenarena und Stadthalle Stern.
John Jaeschke leitet die städtische Tochtergesellschaft FVG, Betreiber unter anderem von Sachsenarena und Stadthalle Stern. © Sebastian Schultz

Riesa. Neben der Kaisermania in Dresden steht ein Tourstopp in der Sachsenarena bei Roland Kaiser traditionell im Kalender. Kann der Auftritt in Riesa 2021 wieder stattfinden? Sächsische.de sprach dazu mit John Jaeschke, dem Geschäftsführer der Riesaer Stadt-Tochter FVG - sie betreibt die Veranstaltungshalle.

Herr Jaeschke, in Dresden wurde gerade die legendäre Kaisermania auch für 2021 abgesagt. Wie steht es um den für September geplanten Roland-Kaiser-Auftritt in der Sachsenarena?

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Die Nachfrage dafür ist unverändert da! Veranstalter ist allerdings Semmel-Concerts. Und wenn das Unternehmen am Termin festhält, bekommt es unsere volle Unterstützung dafür!

In Dresden geht es bei der Kaisermania um mehr als 10.000 Besucher, in Riesa reden wir doch eher von 6.000. Wäre das aus heutiger Sicht zulässig?

Laut der aktuellen Coronaschutz-Verordnung darf die maximale Besucheranzahl 50 Prozent der verfügbaren Kapazität des Veranstaltungsortes betragen. Die Sachsenarena hat eine genehmigte Kapazität von 10.000. Der Veranstalter entscheidet, inwiefern die Rahmenbedingungen für ihn darstellbar und umsetzbar sind. Und natürlich muss ein mit dem Gesundheitsamt abgestimmtes und genehmigtes Hygienekonzept vorliegen.

Wie ist da die Zusammenarbeit?

Ganz klar, die Mitarbeiter sind sehr verständnisvoll und versuchen bestmöglich das möglich zu machen, was ihnen der Rahmen der jeweiligen Verordnung erlaubt.

Roland Kaiser hat regelmäßig Auftritte in der Riesaer Arena, hier ein Eindruck vom Musikantenstadl 2011. Noch steht sein für den 17. September 2021 geplanter Termin in der Sachsenarena.
Roland Kaiser hat regelmäßig Auftritte in der Riesaer Arena, hier ein Eindruck vom Musikantenstadl 2011. Noch steht sein für den 17. September 2021 geplanter Termin in der Sachsenarena. © Foto Schröter

Eine Auflage ist die Kontaktnachverfolgung. Das sollte bei der Sachsenarena doch möglich sein ...

Ja, das wäre durch die Personalisierung der Eintrittskarten keine Herausforderung. Auch die Pflicht zum Tragen des Mund-/Nasenschutzes außerhalb des Platzes akzeptieren die Besucher in der Regel und bringen das Verständnis auf.

Und wann wissen wir nun, ob Roland Kaiser am 17. September 2021 nach Riesa kommt?

Diese Entscheidung treffen der Gesetzgeber oder der Veranstalter. Aber auch der hat keine Glaskugel und weiß, welche Inzidenzgrenzen zu dem Zeitpunkt gültig sind oder ob es neue Kennzahlen geben wird. Wir als FVG unterstützen aber jegliche Rückkehr zur Normalität, um absehbar zu unserem Kerngeschäft Veranstaltungsdurchführungen zurück zu kommen. Daran werden wir alles setzen, wann und wo immer es geht.

Außer Roland Kaiser soll noch Santiano im September in der Arena auftreten ...

... und auch hier ist der Veranstalter Semmel Concerts.

Und wie ist es mit den kleineren Veranstaltungen - etwa in der Riesaer Stadthalle Stern?

Bei einem Inzidenzwert von unter 35 sind wir frei, dort Veranstaltungen ohne Testpflicht durchzuführen. In den Sommermonaten sind im Stern naturgemäß weniger Veranstaltungen. Ab September jedoch ist der Stern wöchentlich gut gebucht. Dann stellt sich auch für uns Frage, wie es mit den Inzidenzwerten weiter geht. Ich sehe das alleinige Festhalten an diesen Werten ohnehin sehr kritisch.

Was wäre aus Ihrer Sicht besser?

Weg vom grundsätzlichen Inzidenz-Alarmismus und hin zur Definition kritischer Größen zur Verhinderung der Überlastung unseres Gesundheitssystems – nachvollziehbar wohlgemerkt. Niemand will einen Zusammenbruch der Intensivstationen. Aber wohin soll die Reise im September gehen, wenn man weiter nur auf die Inzidenzwerte schaut? Bereits im Herbst letzten Jahres hatte ich im Interview mit ihrer Zeitung kritisiert, dass eine langfristige Strategie im Corona-Umgang fehlt.

Inwiefern?

Die letzte sächsische Coronaschutz-Verordnung ging bis zum 26. Juli und wurde gerade ohne Anpassung bis zum 25. August 2021 verlängert. Aber was heißt das für die Veranstaltungsbranche im Herbst? Ich kann Veranstaltern nicht immerzu aufbürden, ins Blaue hinein zu planen! Weit und breit ist keine Plananpassung erkennbar, wie unter deutlich veränderten Bedingungen mit neuerlich steigenden Infektionszahlen umzugehen ist. Also bleibt alles wie bisher - und die bittere Erkenntnis, dass wir seit anderthalb Jahren veranstaltungstechnisch durchrauschen.

Seit Anfang 2021 wird die Sachsenarena als Impfzentrum für den Kreis Meißen genutzt. Nach derzeitigem Stand soll das auch noch bis Ende September so bleiben.
Seit Anfang 2021 wird die Sachsenarena als Impfzentrum für den Kreis Meißen genutzt. Nach derzeitigem Stand soll das auch noch bis Ende September so bleiben. © Sebastian Schultz

Ebenso lange werden Veranstaltungen abgesagt oder verschoben, mancher Kunde würde gern seine gekaufte Eintrittskarte zurückgeben. Was bekommen Sie da für Reaktionen?

Wir haben beim Ticket-Verkauf und der Beratung mit der Riesa-Information einen sehr verlässlichen Partner – an der Stelle ein großes Dankeschön! Grundsätzlich sind die Kunden weitestgehend verständnisvoll. Dafür sind wir wirklich dankbar, gerade auch, wenn man betrachtet, was für wirtschaftliche Folgen die Coronakrise für viele Leute hat. Zumal manche Veranstaltung schon drei-, teilweise viermal verschoben wurde. In den Fällen, wo wir als FVG selbst Veranstalter sind, haben wir nur eine sehr geringe Quote von Kartenrückgaben - etwa beim Auftritt von Radio Doria mit Jan Josef Liefers im Dezember. Dabei habe ich persönlich Verständnis, dass einige Leute ungeduldig werden.

Und wie steht es um die traditionelle Tanz-WM im November?

Da sind wir in engen Abstimmungen mit der IDO und Michael Wendt als Organisator - auch im Sinn unserer Partner in der Region! Hotels, Gastronomie, Einzelhändler - alle hoffen auf die Veranstaltung. Die Internationalität ist in Zeiten von Corona keine einfache Herausforderung. Im September werden wir eine Entscheidung treffen.

Bis Ende September wird nach jetzigem Stand die Sachsenarena aber noch als Impfzentrum genutzt ...

Wir machen unsere Hausaufgaben, haben einen Plan B in der Tasche, wenn Veranstaltungen in der Arena im September stattfinden werden. Die Gespräche mit allen Beteiligten laufen dazu im Hintergrund.

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