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Schulen werben im Internet

Wegen Corona sind die Schnuppertage nicht möglich. Manche Schule will die Viertklässler und ihre Eltern auf neuen Wegen überzeugen.

Mit einem Video will das Werner-Heisenberg-Gymnasium Viertklässler und ihre Eltern auf sich aufmerksam machen.
Mit einem Video will das Werner-Heisenberg-Gymnasium Viertklässler und ihre Eltern auf sich aufmerksam machen. © WHG/ Screenshot: SZ

Riesa. Mit dem Ranzen auf dem Rücken und der Maske über Mund und Nase stellen sich die beiden Siebtklässler vor ihrer Schule auf und schauen in die Kamera. "Hallo, wir sind Julia und Albrecht und wollen euch heute das Werner-Heisenberg-Gymnasium vorstellen. Kommt doch mal mit!" Dann geht sie auch schon los, die digitale Führung durchs Schulhaus, samt Einblicken in den laufenden Unterricht.

Im Video-Rundgang des Heisenberg-Gymnasiums führen Julia und Albrecht durch das Haus.
Im Video-Rundgang des Heisenberg-Gymnasiums führen Julia und Albrecht durch das Haus. © WHG/ Screenshot: SZ

Normalerweise hätte im Januar am Heisenberg-Gymnasium wie an den meisten anderen weiterführenden Schulen auch ein Tag der offenen Tür stattfinden sollen. Wegen der Pandemie sind solche Veranstaltungen erst einmal vom Tisch. Trotzdem wollen die meisten Schulen ein wenig Werbung in eigener Sache betreiben und eine Entscheidungshilfe bieten. Das ist auch die Idee hinter dem etwa 30 Minuten langen Video, das am Heisenberg-Gymnasium entstanden ist und Ende der Woche ins Internet gestellt wird. In den vergangenen Tagen hat die Schule bereits einige kürzere Aufnahmen auf den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram veröffentlicht, in denen Schüler und Lehrer erzählen, wofür die Schule ihrer Ansicht nach steht.

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Erste Einblicke in den Unterricht

Drei Schultage lang hat ein Team um Peter Pfennig an den Videos gearbeitet. Pfennig unterrichtet am Gymnasium im Fach GRW (Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung, Wirtschaft). "Ursprünglich hatten wir geplant, dass wir eine Art Nachrichtensendung drehen", erzählt der Lehrer. In deren Verlauf wäre dann beispielsweise an den Sport in der Turnhalle abgegeben, beim Wetter eine Szene aus dem Geografie-Unterricht gezeigt worden. "Wir hatten dafür sogar schon den SAEK angefragt."

Aber weil im Dezember die Schulen wieder schließen mussten und das eingeplante Moderatorenteam zu allem Überfluss in Quarantäne musste, disponierten Peter Pfennig und seine Mitstreiter um - und drehten kurzerhand die virtuelle Schulführung. Zum Glück spielten auch die Kollegen mit. "Die haben wir ein bisschen überfallen", gesteht Pfennig; nur ein paar von ihnen wussten wenigstens einen Tag vorher, dass da jemand filmen will. Vielleicht sagen gerade diese Szenen aus dem laufenden Unterricht etwas mehr aus, als die Höhepunkte, die die Fachkabinette beim Tag der offenen Tür aussagen, vermuten er und seine Kollegen.

"Den Tag der offenen Tür einfach ausfallen zu lassen, war keine Option", begründet Peter Pfennig den Aufwand. Das sieht man auch an den anderen Riesaer Schulen so. Das Christliche Gymnasium beispielsweise will in den nächsten Tagen ebenfalls per Video einen Eindruck vom Schulhaus vermitteln, sagt Diana Ulbricht vom Trägerverein. "Der Online-Schulrundgang soll dann über unsere Website abrufbar sein." Ansonsten sei ihre Schule schon seit Ende 2020 mit einigen Eltern in Kontakt, die sich informieren wollten. Gleichwohl sagt auch Diana Ulbricht, dass die Situation vor allem für die Eltern und Kinder schwierig sei, weil die Vergleichsmöglichkeiten fehlten. "Für sie ist das sicher eine schwierigere Situation als für uns als Schule."

Ähnlich äußert sich auch Silke Zscheile, die das Städtische Gymnasium in Riesa leitet. "Wir konnten bereits unseren Projekt- und Informationsnachmittag nicht anbieten, und genau so entfallen der Tag der offenen Tür und der Schnuppertag." Sie und ihr Kollegium wollen am 18. Januar zusätzliche Informationen auf der Homepage hochladen, kündigt sie an. Außerdem werde seit Dezember an einer Infomappe für Eltern gearbeitet. "All das ersetzt natürlich in keiner Weise den direkten Besuch in der Schule, persönliche Gespräche und Kontakte", sagt auch Silke Zscheile. "Aber vor dieser Herausforderung stehen wir alle."

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