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So lief der Start des Riesaer Testzentrums

Am Dienstag nahm die Einrichtung im Riesenhügel ihren Betrieb auf. Die SZ hat sie besucht.

Rolf Dumpf (79) lässt sich von Gunter Spies auf Corona testen. Der Senior ist schon geimpft - benötigt aber den Testnachweis für einen Termin bei der Fußpflege.
Rolf Dumpf (79) lässt sich von Gunter Spies auf Corona testen. Der Senior ist schon geimpft - benötigt aber den Testnachweis für einen Termin bei der Fußpflege. © Sebastian Schultz

Riesa. Hotel, Gastronomie, Frei- und Hallenbad: Das Angebotsspektrum der Magnet Riesa war schon immer breit. Dass er einmal medizinische Dienstleistungen zum Portfolio zählen würde, hätte Reiner Striegler aber wohl vor ein paar Wochen selbst nicht geglaubt. Und doch ist genau das der Fall, als der Magnet-Geschäftsführer am Dienstagnachmittag durch den Riesenhügel führt.

Sonst wird in dem markanten Gebäude vor dem Mercure-Hotel getanzt, gegessen oder getrunken. Nun ist der Flur zu einem kleinen Wartebereich umgebaut, auf Stühlen warten eine Handvoll Männer und Frauen darauf, dass sie auf Corona getestet werden.

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Seit Dienstagmorgen ist der Riesenhügel Corona-Testzentrum. Vor Ostern wurde einer der Räume dafür eingerichtet, die Tests hatte Reiner Striegler persönlich abgeholt. "In den ersten vier Stunden haben wir mehr als 100 Tests geschafft", erklärt er. Zwei positive waren auch darunter. "In solchen Fällen ist dann ein PCR-Test beim Arzt notwendig." Der soll verhindern, dass ein falsch positives Ergebnis in die Statistik einfließt. Auch wer schon Krankheitssymptome hat, muss für den Test einen Arzt aufsuchen, betont der Magnet-Chef.

Zwei Testkabinen wurden kurz vor Ostern im Riesenhügel aufgebaut. 200 bis 300 Tests will die Magnet hier täglich schaffen.
Zwei Testkabinen wurden kurz vor Ostern im Riesenhügel aufgebaut. 200 bis 300 Tests will die Magnet hier täglich schaffen. © Sebastian Schultz

Unter den Menschen, die sich am Dienstag testen lassen, ist auch Rolf Dumpf. Der Senior hat schon seine zweite Corona-Impfung hinter sich, erzählt er. Nun benötigt er trotzdem einen Test, damit er zur Fußpflege kann. Solche Termine sind laut Reiner Striegler der Hauptgrund, sich testen zu lassen; ganz vorn natürlich der Friseurtermin. Für den ist mittlerweile ein negativer Test nötig. Ob künftig auch Einkaufstermine daran geknüpft werden, ist offen. Womöglich müssten dann weitere Testzentren öffnen: Im Riesenhügel schaffe man wahrscheinlich nur 300 Tests am Tag, schätzt Reiner Striegler.

Auch in der Frage, wie oft kostenlos getestet werden kann, herrschte bis Dienstagvormittag noch eine gewisse Verunsicherung. Zwar hatte Ministerpräsident Kretschmer (CDU) vor Ostern mitgeteilt, jeder dürfe auch mehrere Tests in Anspruch nehmen. Der Magnet-Geschäftsführer musste sich aber erst am Dienstag bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) rückversichern. Davor sei man mangels gegenteiliger Aussagen von nur einem kostenlosen Test ausgegangen. Jetzt steht fest: Auch in Riesa müssen die Getesteten nichts bezahlen.

Bild am Nachmittag: Allzu lange Wartezeiten mussten die Getesteten am Dienstag nicht in Kauf nehmen. Vormittags habe sich aber eine kleine Schlange gebildet, erzählt Reiner Striegler.
Bild am Nachmittag: Allzu lange Wartezeiten mussten die Getesteten am Dienstag nicht in Kauf nehmen. Vormittags habe sich aber eine kleine Schlange gebildet, erzählt Reiner Striegler. © Sebastian Schultz

Weniger kompliziert ist dagegen das Testverfahren selbst: Wer an der Reihe ist, legt seine Krankenkarte vor, gibt seine Handynummer an und bekommt zwei Zettel; von denen wird er einen mit nach Hause nehmen können, der andere ist für die Tester. Dann geht es zum Nasal-Abstrich. Das Personal in den Testkabinen arbeitet hauptberuflich andernorts im Unternehmen, etwa in der Gastronomie oder im Schwimmbad. Am Dienstagnachmittag beispielsweise sind Braumeister Gunter Spies und Personalleiterin Katrin Witt vor Ort. Gut ein Dutzend Mitarbeiter haben sich dafür schulen lassen. "Das ist kein Hexenwerk", betont Reiner Striegler. Je eine Stunde für technische und medizinische Einweisung bei einem Arzt des Elblandklinikums habe es gegeben.

Wer möchte, kann nach dem Test direkt gehen - und das Ergebnis nach einer Viertelstunde im Internet abrufen. Entweder per Link oder über einen QR-Code auf einem der beiden Zettel. Der ist 48 Stunden lang abrufbar, um einen negativen Test auch nachweisen zu können.

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Bislang wurde im Riesenhügel an fünf Tagen auf Corona getestet, nun sind es sechs. Der zusätzliche Tag ist vor allem für Eltern gedacht.

Aktuell können nicht-ärztliche Testzentren laut KV Sachsen zwölf Euro pro Test abrechnen. Aus Reiner Strieglers Sicht vor allem eine kleine Entlastung für die Magnet-Mitarbeiter. "Dadurch konnten wir die Kurzarbeit etwas zurückfahren, die Mitarbeiter bekommen etwas mehr Gehalt am Ende des Monats." Offen ist, ob sich an den Öffnungszeiten noch etwas ändern wird. Vereinzelt gab es Kritik, es gebe nicht genug Zeitfenster für Berufstätige. Man habe zunächst vermeiden wollen, das Testzentrum in zwei Teilschichten zu öffnen, sagt Reiner Striegler dazu. Für Berufstätige gebe es auch den Samstagvormittag. Er fügt aber an: "Die Zeiten sind nicht in Stein gemeißelt. Wir wollen schauen, wie es sich entwickelt."

Öffnungszeiten

  • Montag und Dienstag, 10 bis 17 Uhr
  • Mittwoch geschlossen
  • Donnerstag und Freitag, 10 bis 17 Uhr
  • Samstag, 9 bis 12 Uhr

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