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So steht es um die Riesaer Elbgalerie

Das Einkaufscenter am Boulevard zieht wie der Riesapark Kunden aus größerem Umkreis in die Stadt. Ein Gespräch über die Folgen der Corona-Regeln.

Maske ist noch Pflicht, dafür sind alle Geschäfte wieder offen: André Schittko ist Centermanager in der Riesaer Elbgalerie. Bald gelten dort wieder die gewohnten Regeln.
Maske ist noch Pflicht, dafür sind alle Geschäfte wieder offen: André Schittko ist Centermanager in der Riesaer Elbgalerie. Bald gelten dort wieder die gewohnten Regeln. © Sebastian Schultz

Riesa. Herr Schittko, endlich sind die Corona-Regeln im Einzelhandel gelockert. Sind bei Ihnen in der Elbgalerie nun alle Geschäfte wieder offen?

Ja! Mit der noch bis Ende Juni geltenden Corona-Verordnung dürfen seit dem 14. Juni alle Geschäfte wieder offen haben, weil der Inzidenzwert unter 35 liegt. Die Fallzahlen entwickeln sich ja derzeit sehr positiv. Wir haben deshalb jetzt schon den nächsten Schritt angedacht.

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Und der wäre?

Ab dem 1. Juli führen wir im Center wieder unsere Kernöffnungszeiten ein, die seit Mai 2020 ausgesetzt waren, genauso wie die Betreiberpflicht für unsere Mieter. Damals waren wir den Geschäften entgegengekommen, damit sie es bei der Personalplanung, den Betriebskosten und auch den Personalkosten einfacher haben. Deshalb haben wir den Geschäften überlassen, zu welchen Uhrzeiten sie ihre Läden öffnen. Die Zeiten haben wir auf unserer Homepage veröffentlicht. Ab dem 1. Juli gilt dann wieder, dass die Geschäfte Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr auf haben, am Sonnabend 9 bis 16 Uhr.

Gilt das ausnahmslos für alle Geschäfte?

Es wird einzelne Härtefälle geben: Kleine Geschäfte, die unter der Pandemie sehr gelitten haben und nach wie vor eine wirtschaftliche Unterstützung brauchen. Da bestehen wir nicht auf einer harten Linie und verlangen die Einhaltung der Kernöffnungszeiten auch auf die Gefahr hin, dass der eine oder andere da nicht überlebt. Wir wollen den Kunden mit den einheitlichen Zeiten aber eine Sicherheit geben.

Großenhain machte gerade von sich reden, dass die Stadt im Juli die Parkgebühren aussetzt - im Interesse des Handels. Wäre das ein Vorbild für Riesa?

Prinzipiell ist das eine gute Maßnahme! Aber die Parkplätze 24 Stunden kostenfrei zu machen, halte ich für wenig sinnvoll. Denn dann besteht die Gefahr, dass die Parkflächen blockiert werden. Im Interesse des Handels ist eher, dass da eine gewisse Rotation stattfindet. Da fahren wir mit dem System in unserem Parkhaus gut: Dort ist zwei Stunden lang das Parken kostenfrei, danach kostet es zwei Euro pro Stunde. Für den Einkauf des Warenkorbs einer vierköpfigen Familie reicht die Zeit aus, auch noch für ein Eis danach.

Was sind aktuell die Corona-Regeln bei Ihnen in der Elbgalerie?

Da gelten die allgemeinen Abstandsregeln, eine Maske ist zu tragen, pro Aufzug dürfen maximal vier Leute mitfahren. Auch die Quadratmeter-Regeln in den einzelnen Geschäften gilt weiter. Aber das ist kein Problem: Die zulässigen Grenzen haben wir seit Beginn der Pandemie noch nicht erreicht - es passte immer. Wir haben auch bei den Zählungen am Eingang nie die Situation gehabt, dass wir den Zutritt zur Elbgalerie stoppen mussten. Allenfalls bei kleinen Geschäften wie dem Tabakladen, wo nur einzelne Kunden auf einmal rein dürfen, wartet man unter Umständen. Aber das dauert nur wenige Minuten. Und die Kunden haben Verständnis.

Wie lief es eigentlich mit den zwischenzeitlich geltenden Sonderregeln? Ich erinnere mich etwa, bei Media-Markt zeitweise am Wareneingang klingeln zu dürfen, zeitweise aber auf Anmeldung im Kassenbereich bedient zu werden ...

Ja, die Regeln für "click and meet" und "click and collect" haben sich mehrfach geändert. Wir haben immer gekämpft, uns auf die teils sehr kurzfristigen Änderungen einzustellen. Oft wurden die Regeln spät freitags oder erst sonnabends veröffentlicht, so dass wir und die Einzelhändler montags noch vor Ladenöffnung reagieren mussten - etwa mit aufzuklebenden Markierungen oder Kontaktlisten. Das war sportlich, aber wir haben das gut hinbekommen.

Die Elbgalerie (im Vordergrund) liegt mitten an der Riesaer Hauptstraße. Darüber ist die Zentrale der Sparkasse zu erkennen, oben Elbe und Stadtpark.
Die Elbgalerie (im Vordergrund) liegt mitten an der Riesaer Hauptstraße. Darüber ist die Zentrale der Sparkasse zu erkennen, oben Elbe und Stadtpark. © Lutz Weidler

Und warum waren eigentlich manche Läden ständig auf - wie Rossmann - und andere blieben zu - wie Pfennigpfeiffer?

Das war einerseits eine Entscheidung der einzelnen Ketten, andererseits eine Frage des Sortiments. Und Pfennigpfeiffer ist eben kein reiner Drogeriemarkt, sondern führt etwa auch Büro- oder Gartenbedarf. Ob da Teile der Regale mit Folien verhängt wurden oder Filialen gleich zu blieben, entscheidet das Unternehmen selbst. Aus meiner Sicht ist ein klares Auf oder Zu einfacher für den Kunden: Nichts ist Schlimmer, als den Kunden zu verunsichern.

In normalen Zeiten ist viel Betrieb bei Ihren gastronomischen Angeboten - Bäckercafé, Fleischer, Asiaimbiss, Gastropia. Zeitweise durfte das Essen nur geliefert werden. Und jetzt?

Die Sitzbereiche sind mittlerweile wieder geöffnet - mit Abstandsregeln und Kontaktnachverfolgung. Da gelten die selben Regeln wie bei jeder Innengastronomie. Unser Eiscafé durfte mit seiner Außengastronomie schon etwas früher aufmachen.

Monatelang wurde bei Ihnen am Parkhaus gebaut. Ist es jetzt fertig?

Gott sei Dank sind wir damit durch! Nach 20 Jahren Betrieb war die Sanierung nötig. Das sollte jetzt wieder für 20 Jahre halten.

Sind schon wieder Veranstaltungen in der Elbgalerie absehbar?

Wir würden uns gern bei Veranstaltungen auf der Hauptstraße einbinden. Es laufen gerade Vorgespräche, was beim Stadtfest möglich ist und ob es im September eine Cocktail- oder Tanzmeile geben kann. Wir müssen für die Planung schauen, was die dann aktuelle Corona-Verordnung erlaubt.

Hand aufs Herz: Bleiben Ihnen nach Corona alle Mieter erhalten?

Nach jetzigem Stand: ja. Die Umsätze haben schon erheblich unter den Schließungen gelitten, deshalb haben wir bei den Mieten Zugeständnisse gemacht. Aber das ist immer ein Tanz auf Messers Schneide - da die Betriebskosten für das Haus ja weiter laufen und auch die Kreditraten für die Banken bedient werden müssen. In so einer Krisensituation reagieren zu können, macht ein gutes Centermanagement aus. Wir müssen über den Tag hinaus denken!

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