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Was soll die Toilettenreinigung kosten?

Vier Jahre lang kümmert sich eine örtliche Firma um die öffentlichen WCs in Riesa. Für Diskussionen sorgt der Preis.

Die Reinigung der Riesaer Toiletten - hier am Bootshaus - obliegt weiter einer Riesaer Firma.
Die Reinigung der Riesaer Toiletten - hier am Bootshaus - obliegt weiter einer Riesaer Firma. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Reinigungsauftrag für Riesas öffentliche Toiletten hat im jüngsten Bauausschuss für unerwarteten Diskussionsstoff gesorgt. Zur Debatte stand die Neuvergabe an die Firma Hejosa, nachdem der laufende Vertrag demnächst ausläuft. Für rund 121.000 Euro soll sich das Riesaer Unternehmen weitere vier Jahre lang um die WCs kümmern.

Hinterfragt wurde von den Stadträten der Preis für diesen Auftrag. An sich nichts Ungewöhnliches. Nach Einsparmöglichkeiten erkundigen sich die Ausschussmitglieder des Öfteren. Sonja György (Linke) wunderte sich allerdings darüber, dass der Preis für die Toilettenreinigung so niedrig ausgefallen war; andere Räte stimmten ein. Ein anderes Unternehmen, das sich ebenfalls beworben hatte, verlangte laut Stadtverwaltung die dreifache Summe - 369.000 Euro. Auch die ursprüngliche Kostenschätzung aus dem Rathaus lag etwa 20.000 Euro über dem Angebot der Firma.

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Die Stadträtin fand das verdächtig - und wollte wissen, ob die Mitarbeiter denn auch adäquat nach Tarif oder Mindestlohn bezahlt würden oder noch mit Mehrkosten zu rechnen sei. Während über eine Bezahlung nach Tarif nichts bekannt wurde, betonte Bauamtsleiterin Ina Nicolai, das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren zuverlässig gearbeitet. Für Mehrkosten bei den öffentlichen Toiletten hätten eher Vandalismus und "Verschmutzung über das Maß hinaus" gesorgt. Man sehe also keinen Anlass, dem Angebot nicht zu trauen. Letztendlich enthielten sich die Linke-Stadträtinnen bei der Abstimmung; angenommen wurde die Vergabe trotzdem.

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