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Studentenzahlen in Riesa steigen leicht

Die BA in Riesa läuft nach wie vor im Corona-Betrieb. Trotzdem gibt es erfreuliche Nachrichten.

Ute Schröter-Bobsin auf dem Campus der BA Riesa. Das Haus 2 im Hintergrund wird gerade modernisiert, bekommt eine neue Labor-Infrastruktur.
Ute Schröter-Bobsin auf dem Campus der BA Riesa. Das Haus 2 im Hintergrund wird gerade modernisiert, bekommt eine neue Labor-Infrastruktur. © Klaus Dieter Bruehl

Riesa. Der neue Laborbau ist fertig, der Weg angelegt, und nahe dem Parkplatz für Studenten und Dozenten stehen neu gepflanzte Bäume. Das Gelände der BA Riesa wirkt wie herausgeputzt für das nächste Semester. Zu sehen aber ist kaum eine Menschenseele auf dem Gelände. Die Studenten fehlen ihr, gesteht Ute Schröter-Bobsin, während sie über den Campus führt. Es sei schon etwas anderes, ob das Studium virtuell über den Rechner stattfindet, oder man sich leibhaftig gegenübersitzt.

Bald ein Jahr ist es nun her, dass die Studienakademie in Riesa Konsequenzen aus der Pandemie gezogen hat. Zwischendurch, als die Inzidenzen niedriger waren, herrschte schon einmal so etwas wie normaler Präsenzbetrieb. Das ist schon wieder Monate her. Immerhin: Einen Teil der Veranstaltungen können die Studenten in Riesa-Gröba absolvieren. Für die Prüfungen gelte das beispielsweise, erklärt die Leiterin der Studienakademie. Auch Praktika lassen sich nicht aus der Ferne umsetzen - dafür braucht es das Labor. Die Gruppen wurden verkleinert, aber die Praktika können stattfinden, "damit der praktische Charakter der Ausbildung nicht verloren geht".

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Verbunden per Videokonferenz: Direktorin Ute Schröter-Bobsin (links) und und ihre Stellvertreterin Katja Soyez im Heimbüro.
Verbunden per Videokonferenz: Direktorin Ute Schröter-Bobsin (links) und und ihre Stellvertreterin Katja Soyez im Heimbüro. © Klaus Dieter Bruehl

Die Verantwortlichen an der BA sprechen von einer "Hybrid-Lehre". Dazu passt, wie Ute Schröter-Bobsin und ihre Stellvertreterin Katja Soyez das SZ-Gespräch organisiert haben: Die Leiterin der Akademie sitzt im geräumigen Konferenzraum, Soyez ist über einen großen Bildschirm aus dem Homeoffice zugeschaltet.

Die Einrichtung war schnell, als die Pandemie Sachsen erreichte. "Unsere technische Grundausstattung war schon sehr gut", erklärt Ute Schröder-Bobsin. Das habe vieles vereinfacht, man habe weniger nachbestellen müssen. Und sicher hat die BA auch davon profitiert, dass sie kleiner ist als manche Universität - und damit auch weniger zusätzliche Technik besorgt werden müsste. Was nicht heißt, dass man nicht nachgerüstet habe, betont die Direktorin. Sukzessive habe man etwa portable Kameras angeschafft, mit denen jetzt jede Seminargruppe ausgestattet ist. Dazu kamen etwa Schulungen für die Dozenten.

Seit Mitte 2020 sei man in einer stabilen Studiensituation angekommen. Anders als etwa an den Schulen, gebe es kaum Einfluss auf den Ablauf. Katja Soyez: "Die Struktur wie sie im Plan vorgeschrieben ist, bleibt erhalten. Wir hatten nie die Phase, dass die Studenten sich selbst überlassen sind." Auch Sorgen vonseiten der Studenten gebe es in diesem Sinne nicht. "Zumindest nicht in Größenordnungen." Auch von den Abschlussjahrgängen sei ein großer Teil untergekommen - wenn auch krisenbedingt etwas später als sonst.

Studenten gibt es an der BA Riesa auch in Corona-Zeiten - nur sind sie auf dem Campus kaum zu sehen.
Studenten gibt es an der BA Riesa auch in Corona-Zeiten - nur sind sie auf dem Campus kaum zu sehen. © Klaus Dieter Bruehl

Über mangelndes Interesse neuer Studierender kann man sich nicht beklagen. Am Stichtag Ende Oktober 2020 zählte man 439 Studierende, sieben mehr als im Jahr zuvor. Keine nennenswerten Einschnitte also. Die digitalen Formate, mit denen die BA um Studenten wirbt, waren zuletzt ähnlich gut besucht, wie ein normaler Tag der offenen Tür. "2020 hatte ich noch das Gefühl, das wird verhalten angenommen", sagt Katja Soyez. Mittlerweile sei das anders. Am Samstag folgt der nächste Schritt - dann können Studieninteressierte auch mit den Praxispartnern digital ins Gespräch kommen. "Das wird von den Praxispartnern auch dankend angenommen."

Auch auf die Zusammenarbeit mit den Praxispartnern aus der Wirtschaft hat sich die Pandemie bislang offenbar nicht ausgewirkt. Die Zahl der Praxisplätze stieg von 2019 zu 2020 sogar noch einmal deutlich - von 260 auf 311. Ein Erfolg, zumal die Partner für auch aus Handel und Veranstaltungsbranche kommen, die von den Pandemiefolgen besonders stark betroffen ist.

Gerade für die Eventmanager gebe es trotz Lockdown viel zu tun, betont Katja Soyez. "Die Branche entwickelt sich gerade neu." Wie können etwa alternative Formate aussehen? Welche Anforderungen bestehen an Hygienekonzepte? "Es ist nicht weniger Arbeit, einen Livestream zu organisieren" sagt Katja Soyez.

Neue Labors fürs Studium

Die Tücke liegt oft im direkten Tun. Deshalb liegt mir viel daran, dass wir so viel wie möglich das Praktikum ermöglichen. Das müsse auch der Anspruch sein - und es bleibt die größte Herausforderung. "Wir wollen auch nicht für immer alles digital lösen." Das Studium an der BA lebe stark davon, dass man sich begegnet. "Wir werden nicht zu einer Fernhochschule werden - das wollen wir auch nicht!"

Ein Gutes hat die Online-Lehre übrigens für den Moment, sagt Ute Schröter-Bobsin. Denn auf dem Campus wird derzeit noch gearbeitet. Das Haus 2 wird momentan modernisiert. "Das ist nicht ganz einfach, weil da viel Laborleitungen und -infrastruktur verlegt werden müssen." Da sei es sogar ein kleiner Vorteil, dass gerade keine Studenten vor Ort sind. Da seien die Arbeiten verträglich. Der neue Seminar- und Laborbau ist hingegen bereits länger fertig. "Der hat uns im vergangenen Semester schon enorm geholfen." Nun hoffe sie, dass beide Gebäude im Sommer wieder normal genutzt werden können, sagt die Direktorin.

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  • Am Sonnabend, 13. März, veranstaltet die BA Riesa einen digitalen Praxispartnertag.
  • Von 10 bis 14 Uhr werden per Videokonferenz verschiedene Vorträge zum Studium und Gespräche mit den Praxispartnern angeboten.
  • Anmeldung und weitere Informationen auf der Internetseite der Akademie unter www.ba-riesa.de

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