merken
PLUS Riesa

Tierheim-Katzen beziehen neue Käfige

Die Neuankömmlinge auf Gut Göhlis können sich künftig über beheizte Käfige freuen. Den Tierheim-Chef beschäftigen derweil die Corona-Folgen.

Ab geht's in die neue Quarantäne: Die Kätzchen müssen eine Weile von den anderen Tieren getrennt werden - damit sie keine Krankheiten einschleppen.
Ab geht's in die neue Quarantäne: Die Kätzchen müssen eine Weile von den anderen Tieren getrennt werden - damit sie keine Krankheiten einschleppen. © Sebastian Schultz

Riesa. Die weißen Fliesen glänzen im Licht der neuen Lampen, im Edelstahlwaschbecken spiegelt sich die Decke. Nur etwas leblos ist es am Freitagnachmittag noch in der neuen Quarantäne des Riesaer Tierheims. Das soll sich allerdings gleich ändern, wenn die ersten Kätzchen ihre Käfige beziehen.

Lange hatten Tierheimleiter Uwe Brestel und seine Mitarbeiter auf die Einweihung der neuen Quarantänestation hingearbeitet. Die beziehen die Neuankömmlinge im Tierheim vorsorglich für eine Weile, für den Fall, dass die Streuner übertragbare Krankheiten mit sich herumschleppen.

TOP Jobs
TOP Jobs
TOP Jobs

Finden Sie bei Top Jobs jetzt Ihren Traumjob in der Region! Attraktive Arbeitgeber Ihrer Region suchen Sie!

Er wisse schon gar nicht mehr so genau, wann die Planungen für die neue Station losgingen, sagt Uwe Brestel. Weil er zum Teil selbst Hand anlegte, etwa beim Fliesen, dauerte alles ein wenig länger. Nötig war der Umzug in jedem Fall. Der Zustand in der alten Quarantäne sei nicht mehr tragbar gewesen, sagt Brestel. Allein die Reinigungsarbeiten waren ein Dauerthema.

Das dürfte nun alles etwas leichter werden. Das beginnt schon damit, dass ein kleines Blech verhindert, dass beim Saubermachen ständig Katzenstreu von den oberen in die darunter liegenden Käfige rieselt. Noch wichtiger ist aber, dass für die neue Quarantäne auch mehr Warmwasser verfügbar ist. Zuvor habe das bisschen Wasser aus dem Boiler hinten und vorn nicht gereicht, um zu wischen.

Und es geht damit weiter, dass der Raum über eine Fußbodenheizung verfügt und es damit auch in den unteren Käfigen deutlich wärmer sein wird. "Jetzt brauchen wir keine Wärmflaschen mehr", erklärt Uwe Brestel. Alles in allem seien rund 40.000 Euro in die neue Quarantäne geflossen. Es gibt einen Arbeitsplatz samt Computer, in dem die Mitarbeiter "Patientenakten" für jeden tierischen Neuzugang anlegen können, und direkt nebenan einen Behandlungsraum für den Tierarzt.

Edelstahl und größere Käfige: Rund 40.000 Euro hatte das Tierheim in die Quarantänestation insgesamt investiert. Auch Fußbodenheizung gibt es.
Edelstahl und größere Käfige: Rund 40.000 Euro hatte das Tierheim in die Quarantänestation insgesamt investiert. Auch Fußbodenheizung gibt es. © Sebastian Schultz
Nebenan gibt es ein Behandlungszimmer für den Tierarzt.
Nebenan gibt es ein Behandlungszimmer für den Tierarzt. © Sebastian Schultz
In der alten Quarantänestation waren nicht nur die Käfige kleiner. Die Arbeitsbedingungen waren auch insgesamt schwieriger - bis hin zur Reinigung, sagt Uwe Brestel.
In der alten Quarantänestation waren nicht nur die Käfige kleiner. Die Arbeitsbedingungen waren auch insgesamt schwieriger - bis hin zur Reinigung, sagt Uwe Brestel. © Sebastian Schultz
Tierheim-Mitarbeiterin Sarah Binder setzt die ersten Katzen in die neuen Käfige.
Tierheim-Mitarbeiterin Sarah Binder setzt die ersten Katzen in die neuen Käfige. © Sebastian Schultz

Während es den Tieren damit jetzt besser gehen dürfte, beschäftigen den Leiter des Tierheims auf Gut Göhlis noch die Corona-Folgen. "Wir haben hohe Einbußen gehabt", sagt er. Den "Leerverkauf", von dem manche Tierheime berichten, hat Uwe Brestel so nicht erlebt. Er habe auch noch einmal etwas genauer hingeschaut, wenn sich beispielsweise jemand einen Hund zulegen wollte.

Im Gegenzug mussten Tierheim und Tierschutzverein mittlerweile drei große Feste und einen Tag der offenen Tür absagen - Veranstaltungen, die sonst einen guten Teil der Einnahmen ausgemacht haben. Dazu komme noch, dass viele Leute in der Pandemie auf Kartenzahlung gewechselt hätten - und damit passend zahlen. "Sonst hieß es öfter: 'Stimmt so'", erzählt der Tierheimleiter. "Das übrige Geld ging dann in die Spendenbox." Die ist jetzt nicht besonders gut gefüllt. Da sei es umso erfreulicher, wenn doch Geld ans Tierheim gehe. Cargill habe beispielsweise zuletzt 1.300 Euro gespendet. Von dem Betrag soll die Warmwasserversorgung in der Futterküche für die Hunde erneuert werden.

Zu tun gibt es noch mehr als genug, nachdem der Verein die Gebäude von der Stadt gekauft hatte. Mittlerweile hat auch der Denkmalschutz ein Auge auf die Immobilien geworfen. "Ich bin froh, dass alles so weit genehmigt ist", sagt Brestel. Über kurz oder lang soll auch die Wohnung im Obergeschoss renoviert werden. "Erst mal muss aber das Dach gemacht werden." Für die alte Katzenquarantäne hat Uwe Brestel auch schon Pläne: Sie soll zur Umkleide für die Mitarbeiter umgebaut werden.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa