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Tourismus in Riesa: Corona als Chance?

Elberadweg statt Ägypten, Lommatzscher Pflege statt Malediven: Urlaubsziele vor der Haustür werden mit der Pandemie wieder attraktiver - hofft man im Elbland.

Ein echtes Treffen, nicht nur online: An extra langen Tischen trafen sich im Riesaer Hotel Mercure Vertreter zahlreicher Gemeinden, um gemeinsame Tourismus-Angebote abzustimmen.
Ein echtes Treffen, nicht nur online: An extra langen Tischen trafen sich im Riesaer Hotel Mercure Vertreter zahlreicher Gemeinden, um gemeinsame Tourismus-Angebote abzustimmen. © Sebastian Schultz

Riesa. Wozu in die Ferne schweifen ... Das könnte als Motto über der 1. Regionalen Tourismuskonferenz stehen, die am Montag im Riesaer Hotel Mercure stattfand. "Das Gute liegt so nah" - dem Spruch dürften die meisten Teilnehmer aus der Region Oschatz bis Meißen, Elbe-Röder-Dreieck und Lommatzscher Pflege beistimmen.

Rund zwei Dutzend Teilnehmer trafen sich zu der Konferenz, darunter auch (Ober)Bürgermeister wie Marco Müller (CDU) aus Riesa, Jörg Jeromin (parteilos) aus Strehla, Anita Maaß (FDP) aus Lommatzsch oder Dirk Schilling (CDU) aus Ostrau.

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Manche waren schon per Du miteinander, manche könnten es noch werden: Als Ziel der eigentlich schon vor Monaten geplanten Konferenz hatte der Handels- und Gewerbeverein Riesa (HGV) ausgegeben, sich gegenseitig kennenzulernen, Kontakte zu vermitteln, Ideen auszutauschen. "Als langfristiges Ziel streben wir an, in unserer Region ein Netzwerk zu entwickeln, das eine zukunftsorientierte, nachhaltige Tourismuspolitik mit attraktiven Angeboten für Gäste und Einheimische ermöglicht", heißt es vom HGV. Die Zeit mit Corona, die für viele "Urlaub zu Hause" bedeute, biete die Chance, die Region weiter als Naherholungsgebiet zu etablieren.

Dabei stellten sich die Teilnehmer gegenseitig mögliche Zielorte für Touristen vor. Da warben etwa zwei Damen für die neue Saunawelt im Oschatzer Platsch, da ging es um Naturführungen im Elbe-Röder-Dreieck, das Haus des Gastes in Diesbar-Seußlitz, das Rittergut in Hof/Nordsachsen oder Entdeckertouren in Ostrau.

Gruppenbild mit Bürgermeistern: die Teilnehmer der Tourismuskonferenz vor dem Riesaer Hotel Mercure.
Gruppenbild mit Bürgermeistern: die Teilnehmer der Tourismuskonferenz vor dem Riesaer Hotel Mercure. © Sebastian Schultz

"Viele Teilnehmer kannten die aktuellen Highlights ihrer Nachbarn noch gar nicht", sagt Heike Kandel, Chefin der Riesa-Information. Vor allem über die Elbe hinweg dürfte es nach wie vor ein gewisses Informationsgefälle geben. Die traditionelle Grenze rechts- und linkselbisch sollte aber Touristen nicht interessieren: nehmen sie die Elbe doch weniger als Trennung, denn mit dem Elberadweg als verbindendes Element wahr. Heike Grunow, in der Sächsischen Schweiz als "Projektkoordination Elberadweg Süd" tätig, stellte aktuelle Zahlen zum Radtourismus vor, der jetzt auch in Riesa merklich wieder an Fahrt gewinnt. Antje Roth vom Verkehrsverbund Oberelbe bewarb die Möglichkeiten, die Bus und Bahn im Elbland bieten.

Und dann kündigte Maritta Prätzel vom Riesaer Stadtmuseum noch die geplante Sonderausstellung "Geschichten über den Tod hinaus" an, die ab August durchaus auch Besucher von außerhalb der Region nach Riesa ziehen dürfte.

An Inhalten scheint es für den regionalen Tourismus also nicht zu fehlen - immerhin wurde das geplante Programm im Mercure durch die Vorstellungsrunde und angeregte Kennenlerngespräche in der Mittagspause um etwa eine Stunde überzogen. Bei dem einmaligen und wegen der Corona-Regeln recht kurzfristig angesetzten Treffen soll es aber nicht bleiben, sagt Heike Kandel: Je nachdem, wie die Pandemie-Vorschriften sind, wolle man sich im halbjährlichen Abstand weiter treffen, gern auch mit anderen Gemeinden als Gastgeber für die Konferenz. "Es war ein erster Schritt, viele weitere sollen folgen", sagt die Chefin der Riesa-Information.

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