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Umstrittener Funkmast-Bau kommt ins Stocken

Eigentlich sollten jetzt die Autokräne rollen. Aber ein wichtiges Detail fehlt.

Mit solchen Schildern protestieren Gegner gegen einen geplanten Funkmast direkt neben Zeithainer Wohnhäusern.
Mit solchen Schildern protestieren Gegner gegen einen geplanten Funkmast direkt neben Zeithainer Wohnhäusern. © Sebastian Schultz

Zeithain. Wäre alles nach Plan gelaufen, wäre von Mittwoch bis Freitag der geplante Funkmast am Zeithainer Ortsrand montiert worden. Die Deutsche Funkturm hatte für die drei Tage bei der Gemeinde ein Parkverbot für die Langenberger Straße beantragt, damit Autokran und Lkw auf der schmalen Sackgasse anrollen können.

Tatsächlich passierte dort bis zum Donnerstag gar nichts: Die Gemeinde hatte den Antrag auf Anordnung eines Parkverbots nicht genehmigt, wie Hauptamtsleiter Holger Koßwig auf Anfrage von sächsische.de bestätigt. "Bei den Starkregenniederschlägen in der vergangenen Woche war dort ein Gulli überschwemmt worden. Die Ursache dafür müssen wir erst überprüfen und ihn dann reparieren." So lange sei es also nicht möglich, die Straße per Parkverbot für die Mast-Montage freizuhalten.

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Zur Montage des Funkmast-Fundaments kam noch ein Autokran durch (im Bild), seitdem nicht mehr.
Zur Montage des Funkmast-Fundaments kam noch ein Autokran durch (im Bild), seitdem nicht mehr. © Archivfoto: Lutz Weidler

Nach derzeitigem Stand komme dafür erst die Woche ab dem 9. November 2020 in Betracht. So lange dürfte an dem geplanten 40-Meter-Mast wenig passieren. 

Bei den Anwohnern ist das Bauprojekt heftig umstritten. Beim letzten angesetzten Montage-Termin hatten sie Autos so im Zickzack geparkt, dass die Autokrane unverrichteter Dinge umkehren mussten. Insgesamt waren 99 Beschwerden dagegen und mehrere Anträge auf Aussetzung der Baugenehmigung beim Landratsamt eingereicht worden. Mittlerweile beschäftigt sich auch das Gericht mit dem Projekt. 

Die Hoffnung der Funkmast-Gegner: Behörden oder Gericht entscheiden in ihrem Sinne, bevor der Mast tatsächlich steht. Aus ihrer Sicht könnte man ihn auch 200 Meter weiter auf freiem Feld errichten, anstatt direkt gegenüber einer Reihe Eigenheime. 

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Die Deutsche Funkturm hatte darauf verwiesen, eine gültige Baugenehmigung für den Standort auf einem Telekom-Grundstück zu besitzen. Das Fundament dafür ist bereits montiert. Nun müsse man die Bauarbeiten vorerst unterbrechen, sagt Sprecher Benedikt Albers. "Wir werden die Sachlage und mögliche weitere Schritte nun intern prüfen."

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