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Verfahren nach Zündelei eingestellt

Nach einem Böllerwurf war 2019 in Zeithain eine Esche angebrannt, in der auch ein Igel überwinterte. Das Tier starb. Vor Gericht müssen die Täter aber nicht.

Dieser Baum war im Dezember 2019 in Zeithain angezündet worden.
Dieser Baum war im Dezember 2019 in Zeithain angezündet worden. © Sebastian Schultz

Zeithain. Der Fall sorgte im Dezember 2019 für Aufsehen: An der Teichstraße in Zeithain brannte mitten am Nachmittag ein Baum. Die Esche neben dem Teich musste letztendlich von der Feuerwehr gefällt werden. Dabei stellte sich heraus, dass in dem hohlen Baumstamm ein Igel sein Winterquartier aufgeschlagen hatte. Das Tier überlebte den Brand nicht. 

Fast ein Jahr später teilt die Staatsanwaltschaft Dresden mit, die beiden Täter seien ermittelt. Dabei hat sich offenbar der Anfangsverdacht bestätigt, wonach Kinder oder Jugendliche dahinter stecken könnten. "In dem Verfahren gerieten ein Kind und ein Jugendlicher ins Visier der Ermittler", erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jürgen Schmidt. Den beiden war vorgeworfen worden, "einen Kinderböller in einem hohlen und abgestorbenen Baum entzündet zu haben, wodurch der Baumstamm in Brand geriet und sodann gefällt werden musste". Weil das Kind noch unter 14 Jahre alt war und damit noch nicht strafmündig, sei dieses Teilverfahren eingestellt worden. 

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In dem Baum hatte auch ein Igel überwintert, der wohl wegen des Feuers starb. Die Staatsanwaltschaft sah allerdings keinen Grund zu der Annahme, dass die jungen Zündler davon wussten.
In dem Baum hatte auch ein Igel überwintert, der wohl wegen des Feuers starb. Die Staatsanwaltschaft sah allerdings keinen Grund zu der Annahme, dass die jungen Zündler davon wussten. © Sebastian Schultz

Auch gegen den Jugendlichen wurde das Verfahren bereits im Februar eingestellt. Die Staatsanwaltschaft sah keinen Grund zur Anklageerhebung. "Der Tatbestand der Sachbeschädigung war nicht erfüllt, da bei dem morschen und hohlen Baum von einer Gebrauchsfähigkeit (...) nicht auszugehen war", so der Sprecher in seiner Stellungnahme am Freitag. "Auch das Verenden des Igels, der im Baum sein Winterquartier hatte, war dem Beschuldigten nicht anzulasten, da er von diesem Umstand keine Kenntnis hatte, so dass es am Vorsatz fehlte." 

Offen ist, ob die Eltern der beiden jungen Zündler für den damaligen Feuerwehreinsatz zur Kasse gebeten werden. Bei ähnlich gelagerten Fällen zahlt normalerweise der Verursacher die Kosten des Einsatzes

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