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Warteschlangen vor dem Impfzentrum

Erst war zu wenig Impfstoff da, jetzt stauen sich in Riesa die Senioren. Warum?

So standen Impf-Willige am Sonnabend an der Riesaer Sachsenarena an - immerhin vorbildlich mit Abstand.
So standen Impf-Willige am Sonnabend an der Riesaer Sachsenarena an - immerhin vorbildlich mit Abstand. ©  privat

Riesa. Gut, dass am Wochenende schönes Wetter war! So standen Dutzende Leute vor der Sachsenarena wenigstens nicht mehr im Schnee an. Fragen wirft die lange Warteschlange vor dem Impfzentrum dennoch auf: Sollte nicht gerade vermieden werden, dass Vertreter der Risikogruppe bei den Corona-Schutz-Impfungen auf einem Haufen zusammentreffen? Deshalb wurden doch die Termine für die Impfungen minutengenau vergeben. Da gibt es nicht nur 13 Uhr, 13.15 Uhr oder 13.30 Uhr, sondern beispielsweise auch 13.03 Uhr oder 13.27 Uhr. Und wer eine der begehrten Termine ergattert hat, bekommt schriftlich den Hinweis, nicht viel früher zu erscheinen.

Also: Was lief da schief? Kamen massenhaft Leute zu früh - oder stockt es irgendwo? Die Antwort kennt man beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), das für den Betrieb der insgesamt 13 sächsischen Impfzentren zuständig ist. "Seit dem Wochenende ist endlich deutlich mehr Impfstoff vorhanden", sagt DRK-Sprecher Kai Kranich. War es am Anfang wegen des äußerst knappen Wirkstoffs eher ruhig an der Sachsenarena zugegangen, ist seit Sonnabend dort deutlich mehr Betrieb.

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"Am 21. Februar hatten wir im Riesaer Impfzentrum 497 Erstimpfungen, am 20. Februar waren es 483", sagt Kai Kranich. Zum Vergleich: Am Freitag, dem Tag davor, waren es mit 254 nur etwa halb so viele. Das ist kein Phänomen von Riesa. Sachsenweit seien die Zahlen ähnlich. "Wir hatten sonst in Sachsen täglich 5.000 bis 7.000 Impfungen; jetzt am Wochenende haben wir mit mehr als 9.600 Impfungen an einem Tag schon an der 10.000er Marke gekratzt", sagt der DRK-Sprecher.

Der nun reichlicher verfügbare Impfstoff habe dazu geführt, dass man in Sachsen am Sonntag nun die 200.000er Marke bei der Anzahl ausgereichter Impfdosen knacken konnte.

Knackpunkt Untersuchung

Wird es nun, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, ständig Warteschlangen geben? Das wolle man vermeiden, sagt der DRK-Mann. Man schaue jetzt, wie das System unter voller Last funktioniere. Knackpunkt sei momentan die Tauglichkeits-Untersuchung beim Arzt, die direkt vor der Impfung im Impfzentrum stattfindet. "Deren Dauer lässt sich nicht auf die Minute und Sekunde kalkulieren und das wollen wir auch gar nicht." Man werde die Auswirkungen weiter genau beobachten - und die Strategie entsprechend weiter anpassen und verfeinern.

Das Impfzentrum Sachsenarena ist für den ganzen Kreis Meißen zuständig. Bei der Anmeldung können Interessierte aber auch andere Impfzentren auswählen - die nächstgelegenen finden sich in der Stadthalle Belgern, in einer Kamenzer Sporthalle oder der Messe Dresden.

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Telefon-Hotline: 0800 0899089

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