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Warum in Riesa trotzdem geböllert wurde

In den Geschäften gab es keine Pyrotechnik. Trotzdem wurden zahllose Raketen und Böller gezündet. Wie das?

Auf dem Schulhof der Riesaer Grundschule an der Breitscheidstraße liegt am Neujahrstag 2021 der Rest eines Böllers.
Auf dem Schulhof der Riesaer Grundschule an der Breitscheidstraße liegt am Neujahrstag 2021 der Rest eines Böllers. © Eric Weser

Riesa. Wer vor Silvester wie gewohnt Feuerwerkskörper kaufen wollte, bekam keine: Wegen der Corona-Regeln war der Verkauf an Privatleute in Deutschland verboten worden. Und dann das Staunen Punkt Mitternacht zum Jahreswechsel: Über Riesa schoss trotzdem eine Rakete nach der anderen in den Nachthimmel, auch über kleineren Orten wie Strehla. Wie das?

Bei der Polizei geht man davon aus, dass der Verkauf an Gewerbetreibende dabei keine unerhebliche Rolle spielt: "Mit einem Gewerbeschein konnte man schon vor dem Inkrafttreten des Verkaufsverbots im Großhandel Pyrotechnik kaufen", sagt Roman Fiedler, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Riesa. Der eine oder andere dürfte auch noch Raketen aus dem Vorjahr aufgehoben haben. Wobei das streng genommen auch nicht in Ordnung ist, weil auch die Lagerung von Feuerwerkskörpern eine Genehmigung braucht, heißt es von der Polizei. Aber wer will das prüfen?

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So wirkte auch das Silvester-Feuerwerk 2020 über Riesa auf den ersten Blick wie bei einem normalen Jahreswechsel - wenn auch etwas kleiner. "Es gab nur wenige Vorfälle, bei denen die Polizei einschreiten musste", sagt Roman Fiedler. Dabei fanden sich - wie üblich - auch wieder Böller, die in Deutschland gar nicht zugelassen sind. Die typische Ware von Märkten hinter der polnischen Grenze. Und auch Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung und das vorgeschriebene Abstandsgebot habe es gegeben, aber nur in kleinerem Rahmen.

Die Polizei geht davon aus, dass etwa nur ein Drittel der sonst üblichen Feuerwerksmenge in Riesa gezündet wurde. Eine Einschätzung, die man bei der für die Stadtreinigung zuständigen Firma AGV teilt. "Es ist etwa nur ein Viertel bis ein Drittel der sonst für Silvester üblichen Müllmenge angefallen", sagt der Technische Leiter Andreas Sonnenfeld. Da habe man auf den großen Neujahrs-Einsatz verzichten können und die Stadt nur im regulären Rahmen beräumt. "Für den Silvestermüll, den Privatleute vor ihren Grundstücken anrichten, sind die ja ohnehin immer selbst zuständig", sagt Sonnenfeld.

Auf der Hauptstraße gab es ein paar Ecken zu beräumen, die eine oder andere Bushaltestelle - sonst sei es entspannt geblieben. Auch wenn zu vermuten sei, dass unter dem Schnee noch das eine oder andere zum Vorschein kommt.

Der Winterdienst kam dann erst am 3. Januar auf die Mitarbeiter der AGV zu. "Das war gut, dass es ein Sonntag war", sagt Andreas Sonnenfeld. Bei leeren Straßen und wenig Verkehr komme man mit dem Schneepflug gut durch. "Auf breiten Straßen wie der Rostocker konnten wir sogar zu zweit nebeneinander im Verband fahren", sagt der AGV-Leiter. So sei man bis nachmittags gut durchgekommen.

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