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Warum Riesa auf Holzmasten setzt

Als vor ihrem Haus die Straßenlaternen ersetzt werden, erwartet eine Anwohnerin Hightech - und wird überrascht.

In Sichtweite des Riesaer Krankenhauses befinden sich diese Betonmasten, die nun ersetzt werden sollen.
In Sichtweite des Riesaer Krankenhauses befinden sich diese Betonmasten, die nun ersetzt werden sollen. © KD BRUEHL

Riesa. Eine Anwohnerin am Riesaer Heimweg ist irritiert: Nahe ihrem Haus wird ein Stapel großer Holzpfähle abgeladen. Ob die wohl für das geplante Wohngebiet an der Brauerei sind? Nein, erfährt sie von einem Mann, der mit einem Lkw hantiert: Das seien die neuen Masten für die Straßenlaternen, die alten aus Beton seien kaputt.

Die Rentnerin will das gar nicht glauben. "Holzmasten wie früher? Das ist doch aberwitzig." Sie hätte eher moderne LED-Beleuchtung erwartet, am besten noch mit Solarplatten oben drauf.

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Eine Nachfrage bei der Stadt ergibt: Der Mann mit dem Lkw hat recht gehabt. "Der Zustand der Betonmasten macht es erforderlich, sie zu ersetzen", sagt Rathaus-Sprecher Uwe Päsler. Noch seien die Masten für die Straßenlaternen "absolut standsicher". Aber es gebe Betonschäden und Abplatzungen. Da könnte was runterfallen, Passanten oder Autos beschädigen.

Weil in dem Stadtteil noch Freileitungen montiert sind, habe man von Stahlmasten Abstand genommen: "Die kann man damit nicht so einfach bestücken." Und Betonmasten wären viel kostspieliger, so Päsler.

Regionales Produkt: Die hölzernen Laternenmasten kommen aus dem Imprägnierwerk Wülknitz.
Regionales Produkt: Die hölzernen Laternenmasten kommen aus dem Imprägnierwerk Wülknitz. © KD BRUEHL

Deshalb habe die Stadt den Auftrag erteilt, die Betonmasten durch Holz zu ersetzen. "Es handelt sich um neue Produkte aus dem Imprägnierwerk Wülknitz, auch anderswo werden diese Masten verwendet", sagt Uwe Päsler.

Das Vorhaben betrifft fünf Masten auf der Stegerstraße, zwei auf dem Heimweg und acht auf der Poppitzer Straße. Die Arbeiten würden insgesamt zwei Wochen dauern. Auf der Felgenhauerstraße habe man bereits 2019 fünf Masten erneuert.

Und was kostet das Ganze? Planungskosten fallen keine an, sagt der Stadtsprecher. Berechnet werde die Demontage der Freileitung und der Betonmasten samt deren Entsorgung, außerdem die Montage der Holzmasten, der Freileitung und der Lampen. "Je Standort kostet das rund 4.000 Euro, also in Summe 60.000 Euro", sagt Päsler. Die Lampentechnik bleibt dabei dieselbe: Sie wird wieder an den Holzmasten angebracht.

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