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Was wird mit der Frisur im Lockdown?

Die Friseure müssen länger dicht bleiben. Innungsmeister Rainer Thielemann gibt Tipps, wie man damit umgehen sollte.

Die Friseure in Sachsen bleiben mindestens bis Ende Januar geschlossen.
Die Friseure in Sachsen bleiben mindestens bis Ende Januar geschlossen. © Sebastian Schultz

Von Kathrin König

Riesa. Friseursalons haben wenigstens bis Ende Januar in Sachsen geschlossen. Was tun, wenn man mit seiner Haarpracht nicht mehr zurechtkommt oder die grauen Haaransätze stören? „Am allerbesten wäre es, wenn die Leute gar nichts machen“, sagt der Obermeister der Friseurinnung Meißen, Rainer Thielemann. „So schnell wachsen die Haare ja nun auch nicht.“ Während der Lockdownpause seien es ungefähr zwei bis zweieinhalb Zentimeter.

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Was tun, wenn das Grau sprießt?

Alle jene, die ihren grauen Haaransatz oder überhaupt den Ansatz nach Haarfärbungen nicht mehr ersehen können, rät der Friseurmeister: „Rufen Sie Ihren Friseur des Vertrauens an und bestellen Sie sich Ihre Farbmischung.“ Thielemann mixt die Colorationen seiner Kundinnen zusammen und hängt die Packungen mit allen Utensilien an den Gartenzaun. So sei ein kontaktloses Abholen möglich. Während des ersten Lockdowns hätten Dutzende Kunden dieses Angebot genutzt. Der Obermeister, der insgesamt 34 Innungsbetriebe im Landkreis Meißen vertritt, weiß, dass viele Kollegen auch solche Farbangebote machen. Die Ansatzfarbe sollte dann zu Hause an den sichtbaren Stellen wie Stirnansatz und Scheitel aufgetragen werden.

Rainer Thielemann legt Haarfärbemittel für Kunden auf die Bank im Garten.
Rainer Thielemann legt Haarfärbemittel für Kunden auf die Bank im Garten. © Sebastian Schultz

Auf eigene Faust komplett die Haare zu färben, davon rät Rainer Thielemann ab. „Das kann ganz schön ins Auge gehen, wenn der Farbton nicht getroffen wird, die Spitzen zu dunkel werden oder wenn das Haar insgesamt viel zu zugeknallt aussieht. Dann wird es für uns Friseure später schwierig, das wieder zu reparieren.“ Alternativ böten sich Ansatzsprays oder Augenbrauenstifte an, mit denen man vorsichtig die sichtbaren Stellen überdecken könnte. Ein Tipp auch für alle jene, die bei einem wichtigen Termin oder einer Videokonferenz gut aussehen wollen.

Männertrends: Längeres Haar und „Strandwellen“

Bei Männern gehe 2021 der Trend zu längerem Haar, sagt der Friseurmeister aus Riesa. Das bestätigt auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Der hatte im Herbst neben verschiedenen Undercut-Varianten mit längerem Haupthaar auch einen kurzen Männerhaarschnitt namens „Brit Back“ zum Trend erklärt, der mit „der Idee der etwas rausgewachsenen Haare“ spiele. Unabhängig davon seien laut Rainer Thielemann Wachs oder spezielle Salzsprays für sogenannte „Beachwaves“ angesagt, bei denen die längeren Haare aussehen, als käme Mann direkt vom Strand. Insofern könnten Männer ihre Haare während des Lockdowns in Ruhe wachsen lassen. Von einer Komplettrasur mit der Schneidemaschine hält Innungs-Obermeister Thielemann nichts. „Man will doch auch Übergänge im Haar und ordentliche Konturen haben.“

Eltern sollten besser nicht Hand an die Haarschöpfe ihrer Kinder anlegen, wenn das sonst nur der Friseur macht. Wenn den Kindern die Haare zu sehr ins Gesicht fallen, könnte man laut Thielemann „Spängchen, Klemmen oder Stirnband tragen oder die Haare einfach zur Seite zu legen“. Damit lasse sich die Zeit überbrücken, bis die Salons wieder öffnen dürfen.

Sollten die Friseurgeschäfte wieder öffnen, dann erwartet er, dass seine Branche wieder wie nach dem ersten Lockdown loslegt. „Im Mai haben wir wie die Teufel gearbeitet, Kunden angerufen, Termine gemacht und hatten eine ganze Menge wegzuschneiden.“

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