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WGR Riesa: CO2-Abgabe macht Mieten teurer

Der Riesaer Großvermieter geht davon aus, dass durch die Entscheidungen der Politik die Betriebskosten steigen. Und zwar deutlich.

Gut 4.500 Wohnungen gehören zum Bestand der WGR-Riesa - auch diese Zeile an der Bahnhofstraße.
Gut 4.500 Wohnungen gehören zum Bestand der WGR-Riesa - auch diese Zeile an der Bahnhofstraße. © Sebastian Schultz

Riesa. 100.000 Euro Mehrkosten - damit rechnet die Wohnungsgesellschaft Riesa (WGR) allein für dieses Jahr für die von der Politik beschlossene CO2-Abgabe. Tendenz steigend. Hintergrund ist, dass der Bund will, dass Gebäude in den nächsten Jahren und Jahrzehnten "klimaneutral" werden - deswegen verteuert die Politik etwa das Heizen mit Fernwärme. Für Immobilieneigentümer würde die CO2-Abgabe eine "extreme Kostenerhöhung" bedeuten, so die WGR.

Für nächstes Jahr rechnet man dann schon mit 120.000 Euro Mehrkosten im Unternehmen, dann Jahr für Jahr entsprechend mehr. Je nach Ausgang der Bundestagswahl könne die CO2-Abgabe auch noch schneller steigen, so die WGR - ohne Namen von Parteien zu nennen.

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Umgelegt werden die Kosten am Ende auf die Mieter. Was das bedeutet, macht die WGR an einer Beispielrechnung fest. Dabei wird eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus angenommen. Wird sie mit Heizöl beheizt, betrugen die Heizkosten 2018 noch 845 Euro. Durch die C02-Bepreisung macht das für 2021 85 Euro mehr im Jahr aus, im Jahr 2025 dann schon 185 Euro. Bei Fernwärme liegt das Plus bei 40 Euro (2021) und 95 Euro (2025), bei Erdgas bei 65/140 Euro.

Wer eine Wärmepumpe hat, bei dem fällt die CO2-Erhöhung weg. Aber wie soll ein Großvermieter seine bestehenden Wohnblöcke von heute auf morgen mit Wärmepumpen-Technik heizen?

Ein Anreiz in klimafreundliche Investitionen und energetische Sanierung könne nicht geschaffen werden, indem man die Mittel dafür entzieht, heißt es von der WGR. Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, um den "Klimaschutz sozialverträglich zu gestalten". Laut aktueller Gesetzeslage würden die Kosten in voller Höhe auf den Mieter umgelegt; die Politik und Interessenverbände seien dazu im Gespräch.

Weil viele rechtliche Fragen noch unklar seinen, könne man die Mehrbelastung für Wohnungsunternehmen noch nicht abschätzen - und damit die Mieter nicht transparent informieren.

Aktuell seien drei Viertel des WGR-Gebäudebestands in einem ordentlichen energetischen Zustand - und man investiere weiter in das Thema Energieeffizienz.

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