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Wie geht es im Schlosspark weiter?

Drei Herren spenden drei Sitzbänke für Gröba. Sie würden gern mehr für den Park tun - wenn es erlaubt wäre.

Drei auf der Bank: Werner Richter, Andreas Näther und Sven Wendisch (v. l.) haben Sitzbänke im Schlosspark Gröba aufstellen lassen. Der Park ist öffentlich, das Schloss selbst wird als Altenheim genutzt.
Drei auf der Bank: Werner Richter, Andreas Näther und Sven Wendisch (v. l.) haben Sitzbänke im Schlosspark Gröba aufstellen lassen. Der Park ist öffentlich, das Schloss selbst wird als Altenheim genutzt. © Sebastian Schultz

Riesa. Ein Anfang ist gemacht: Drei neue Sitzbänke stehen im Schlosspark Gröba - und werden nun bei frühlingshaftem Wetter auch schon gern genutzt. Gestiftet wurden sie der Stadt vom Sprungbrett-Verein, vom Auto-Center Wendisch, vom Gröbaer Schmied Werner Richter. Schmied, Werkstattinhaber Sven Wendisch und Andreas Näther vom Sprungbrett e. V. haben die Bänke im Gesamtwert von knapp 1.000 Euro auch selbst aufgestellt. "Das soll aber nur der Anfang sein", sagt Sven Wendisch.

Noch sind die drei Bänke direkt an den asphaltierten Zufahrten zum Schloss angebracht, das heute als Seniorenheim genutzt wird. Schöner wäre es, sie an Spazierwegen unter den hohen Baumkronen zu verteilen. Nur: Solche gibt es nicht. Das war früher anders, sagt Anwohner Wendisch. "Wir Gröbaer haben uns früher hier mit unseren Freundinnen getroffen, Hasche mit Fahrrädern und Mopeds gespielt, Lagerfeuer gemacht", erinnert sich der Riesaer.

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Endet im Nichts: Die Treppe führt von der Gröbaer Schloßbrücke (im Hintergrund) hinab in den Park.
Endet im Nichts: Die Treppe führt von der Gröbaer Schloßbrücke (im Hintergrund) hinab in den Park. © Sebastian Schultz

Damals gab es zwar noch keine Fußgängerbrücke über die benachbarte Hafeneinfahrt - aber Wege durch den Park. "Wenn man genau hinschaut, kann man sie heute noch erkennen." Die Wege selbst wieder mit dem Spaten freizulegen, sei der Stadtteilinitiative "Wir in Gröba" aber nicht erlaubt worden, monieren die Männer: Schließlich müsste sowohl die Stadt als Eigentümer, als auch das Landratsamt sein Einverständnis geben - Park und Schloss stehen unter Denkmalschutz.

Eine ordentliche Wegeführung durch den Park sei nötig, sagt Andreas Näther. Auch eine fachliche Pflege des beeindruckenden Baumbestands und eine Nachpflanzungs-Strategie. "Vor fast zwei Jahren gab es dazu schon einmal eine sehr gute und hoffnungsvolle Gesprächsrunde mit Stadtbauamt, Unterer Denkmalschutzbehörde und Vertretern der Landesbehörde", sagt Näther. Man habe gehört, dass im Stadtbauamt wohl schon ein Gestaltungskonzept fertig sei. "Wir wollen mitgestalten und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden", sagt Näther, der für die SPD im Stadtrat sitzt.

Von der Stadt heißt es dazu auf Nachfrage, dass das Projekt Schlosspark Gröba bereits durch ein Planungsbüro vorbereitet werde.

Der Park sei eine echte Besonderheit, ergänzt Wendisch. Da wachsen eine beeindruckende Platane und eine Linde, deren Stamm vier Männer mit ausgestreckten Armen kaum umfassen können. An einer Stelle wurden neue Bäumchen gepflanzt, direkt daneben führt eine steinerne Treppe samt vorschriftsmäßigem Geländer von der neuen Schlossbrücke hinab - um dort mitten auf einer Wiese zu enden. "Ein Unding", findet Sven Wendisch, während er leere Plastikbecher aufsammelt, die irgendjemand hat fallen lassen.

Ein Stück weiter findet sich eine Sitzanlage aus Sandstein, die unter Denkmalschutz steht, außerdem Fundamente von Skulpturen, die irgendwann zur Wendezeit verschwunden sind. "Hier lässt sich was machen", findet der Anwohner. Gröba beherberge doch eine ganze Reihe großer und kleiner Unternehmen, die sich finanziell wohl an Projekten für den Park beteiligen würden.

Solche Baumriesen wie im Schlosspark Gröba gibt es in Riesa nicht an vielen Stellen.
Solche Baumriesen wie im Schlosspark Gröba gibt es in Riesa nicht an vielen Stellen. © Sebastian Schultz

Andreas Näther schwebt eine ökologische Oase für Kleinkunst und Begegnung vor, die sich gut in einen Rundweg durch Gröba - vorbei an den neu gestalteten Hausfassaden der Kirchstraße - einordnen würde. Längst hat sich im Park das monatliche Sonntags-Café etabliert, das nicht nur Anwohner, sondern auch andere Riesaer und Radausflügler anzieht. Dieses Jahr wird es voraussichtlich am 25. April beginnen - unter Corona-Bedingungen mit größerem Abstand. Man bereite sich auch schon wieder auf Filmnacht und andere kulturelle Veranstaltungen vor.

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