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Wohin mit all dem Schnee?

Mithilfe von Fremdfirmen versucht die Riesaer AGV, der Schneemassen Herr zu werden - und wirbt um Verständnis bei den Anwohnern.

Der Schnee muss raus aus dem Stadtgebiet - mit diesem Ziel waren am Dienstag auch Baumaschinen in Riesa unterwegs.
Der Schnee muss raus aus dem Stadtgebiet - mit diesem Ziel waren am Dienstag auch Baumaschinen in Riesa unterwegs. © Klaus Dieter Brühl

Riesa. Von einem Normalzustand kann in Riesa auch am Dienstagvormittag noch keine Rede sein. Schwierige Straßenverhältnisse, hohe Schneeberge am Straßenrand, teils nur einspurig freigeschobene Straßen: Für die Mitarbeiter der AGV gibt es noch viel zu tun, auch einen Tag nach den lang anhaltenden Schneefällen der Vortage. "Am Montagabend, als weniger Verkehr war, haben wir noch einige Kreuzungsbereiche im Verband freigeschoben", erklärt der Technische Leiter Andreas Sonnenfeld. Vorher hatten die Mitarbeiter des städtischen Unternehmens trotz Vollbesetzung zu tun, die Hauptstraßen zumindest einspurig befahrbar zu bekommen. Rund 50 Tonnen Salz und Sole wurde dabei verbraucht, außerdem zehn Tonnen Streugut. Oberbürgermeister Marco Müller sprach in einem Facebook-Post vom "Kampf gegen Windmühlen".

Tags darauf geht es weiter. In den Außenbereichen müsse man immer noch wegen möglicher Schneeverwehungen aufpassen, sagt Sonnenfeld. Außerdem seien die Übergänge zwischen Haupt- und Nebenstraßen derzeit ein Problempunkt. "Dort haben wir noch richtig zu tun, damit die Autofahrer halbwegs ordentlich wegkommen."

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Zeitgleich geht es nun darum, die Schneeberge abzutragen, die in den vergangenen Stunden zusammengeschoben wurden - jedenfalls punktuell. Denn das ist eines der großen Probleme: Wohin mit all dem Schnee? "Wir wollen auch keine Rad- und Fußwege zuschütten." Der Schnee muss also teils weggefahren werden. Am Dienstag rollen deswegen Baumaschinen durch die Innenstadt. Ein Radlader fährt den Schnee im Bereich Goethestraße, Puschkinplatz und Friedrich-Engels-Straße zusammen, lädt ihn dann auf einen türkisfarbenen Lkw der Firma Steude. Stellenweise war das schon am Vortag passiert.

Per Radlader wird der Schnee an Riesas Straßenrändern auf den Lkw geladen. Die AGV hat dafür Fremdfirmen beauftragt.
Per Radlader wird der Schnee an Riesas Straßenrändern auf den Lkw geladen. Die AGV hat dafür Fremdfirmen beauftragt. © Klaus Dieter Bruehl
Ein Bild aus den Morgenstunden: Die Schneemassen werden an der Pausitzer Straße abgelagert - auf einem Parkplatz unweit der Arena.
Ein Bild aus den Morgenstunden: Die Schneemassen werden an der Pausitzer Straße abgelagert - auf einem Parkplatz unweit der Arena. © Klaus Dieter Bruehl

"Die Baubetriebe freuen sich", sagt Sonnenfeld. Schließlich gebe es für sie jetzt sowieso wenig zu tun. Gleichzeitig lenkt die AGV damit Personal für die übrigen Arbeiten frei. Den Auftrag, Fremdfirmen einzubinden, hatte laut Stadtverwaltung das Riesaer Bauamt gegeben. "Der Schnee wird dabei nicht auf gepflasterten Flächen gelagert und auch nicht auf den Elbwiesen oder Ähnlichem, weil sich im Schnee von den Straßen ja immer Ölreste, Reifenabrieb, Reste der gesprühten Sole und so weiter befinden", erklärt Stadtsprecher Uwe Päsler. Als Sammelstelle für all den Schnee dient nun der kleine Parkplatz an der Pausitzer Straße. Dort soll der Schnee bleiben, bis er schmilzt.

AGV sucht noch Mitarbeiter

Über die Frage, ob der Riesaer Winterdienst seiner Aufgabe in den vergangenen Tagen gerecht geworden ist, wird indes teils recht erbittert gestritten. In den sozialen Netzwerken kursierten lobende Erwähnungen und Danksagungen, aber auch Kritik. Eine Frau, deren Mann im Winterdienst tätig sei, verteidigte die Arbeit der AGV. So eine Schicht in der Kälte sei kräftezehrend und kein Zuckerschlecken.

Ähnlich hatte sich AGV-Geschäftsführer Roland Ledwa bereits am Montagnachmittag geäußert: "An dieser Stelle einen großen Dank an alle unsere Mitarbeiter im Winterdienst. Wer das Wochenende selbst mal Schnee geschippt hat, kann erahnen, was unsere Mitarbeiter in acht Stunden - und mehr - im Schneeeinsatz leisten. Wer dennoch unzufrieden ist: Wir suchen für Winter- und Sommerarbeiten noch mindestens zehn Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis."

Vier Standorte mit Streugut

Aus dem Rathaus jedenfalls heißt es, man sei hochzufrieden mit der Arbeit des Winterdienstes. Auch Winterdienst-Leiter Andreas Sonnenfeld ordnet die Kritik ein. Er habe in einem Fernsehbeitrag am Montagabend lobende Worte über die Arbeit der Kollegen in Riesa und Umgebung gehört. Sonnenfeld lässt durchblicken, dass letztlich auf hohem Niveau geschimpft werde. "Eine schwarze Straße soll nicht das Ergebnis sein. Das Ziel lautet: Sie muss befahrbar gehalten werden." Und dieses Ziel sehe er im Stadtgebiet erfüllt.

Insbesondere für die Handkräfte des Winterdienstes werde es in den nächsten Tagen darum gehen, die Wege und Straßen stumpf zu halten - und den Riesaern den gefahrlosen Weg zum öffentlichen Nahverkehr zu gewährleisten - damit beispielsweise Senioren gefahrlos in den Bus einsteigen können.

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Einen verärgerten Hinweis über eine offenbar leere Streusand-Kiste am Lerchenweg beantwortet Pressesprecher Uwe Päsler damit, es handle sich um Privatgelände. "Die Stadt Riesa hat vier derartige Kisten – zwei in Nickritz, eine am Elbberg und eine an der Einfahrt der 4. Grundschule von der Liststraße aus. Die sind alle befüllt worden. Dazu nutzt die AGV an verschiedenen Standorten eigene Kisten für ihre Handstreukräfte – die sind aber verschlossen und nur für die AGV."

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