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Wohin mit dem Weihnachtsbaum?

Mancher hat die grüne Pracht im Wohnzimmer schon wieder satt. Aber eine Entsorgungsmöglichkeit in Riesa fällt dieses Jahr aus.

Vor Corona ging das noch: das festliche Weihnachtsbaum-Verbrennen bei der Riesaer Feuerwehr. Dieses Jahr muss es ausfallen.
Vor Corona ging das noch: das festliche Weihnachtsbaum-Verbrennen bei der Riesaer Feuerwehr. Dieses Jahr muss es ausfallen. © privat

Riesa. Hunderte Besucher, dichtes Gedränge, Glühwein: Nach so einem Fest wie dem jährlichen Baumbrennen bei der Riesaer Feuerwehr mag sich derzeit so mancher sehen. Klar ist aber auch: Unter Corona-Bedingungen wird das nichts. Was sich längst als kleines Stadtteilfest an der Pausitzer Straße etabliert hatte, kann im Januar 2021 nicht stattfinden.

Und damit sich gar nicht erst die Bäume vor dem dortigen Gerätehaus häufen, teilt die Stadtteilfeuerwehr Riesa-Stadt lieber schon jetzt mit, dass der Termin für die Weihnachtsbaumverbrennung am 23. Januar 2021 gestrichen werden musste. Man nehme keine Bäume an und bitte explizit darum, auch keine Bäume dort abzulegen. Nächstes Jahr wolle man wieder an die Tradition anknüpfen, heißt es.

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Aber wohin mit dem Baum von diesem Jahr? Der Elbetierpark Hebelei hatte in den Vorjahren dazu aufgerufen, abgeputzte Bäume am Eingang abzulegen. Derzeit ist er wegen der Corona-Verordnung geschlossen - und war am Dienstag telefonisch nicht zu erreichen. Zu ist auch der Riesaer Tierpark. Dort möchte man ausgediente Bäume lieber nicht haben. Die seien nach mehreren Wochen im geheizten Wohnzimmer so trocken, dass die Tiere sie oft verschmähten. Anders sei das bei Bäumen, die vor dem Fest nicht mehr verkauft werden konnten und von den Händlern noch einigermaßen frisch am Tierpark abgeliefert wurden: Die würden etwa Ziegen direkt als Delikatesse verputzen, heißt es aus dem Riesaer Tierpark.

Dann gibt es natürlich auch noch die klassische Entsorgung über den Abfallzweckverband Oberes Elbtal (ZAOE). Im gedruckten Abfallkalender, der erstmals nicht mehr an alle Haushalte verteilt wurde, aber online steht, finden sich für die drei Gemeinden Riesa, Strehla und Zeithain feste Orte und ein gemeinsamer Termin (siehe unten). Dazu der Hinweis, Weihnachtsbäume und gebündelte Zweige zum Termin "ordentlich" an den Plätzen abzulegen. Vor oder nach dem Termin sei das nicht zulässig. Und andere Grünabfälle abzulegen, sei ohnehin verboten.

Eine Impression von einem früheren Weihnachtsbaum-Brennen bei der Stadtteilfeuerwehr Riesa-Mitte; im Hintergrund die Trinitatiskirche.
Eine Impression von einem früheren Weihnachtsbaum-Brennen bei der Stadtteilfeuerwehr Riesa-Mitte; im Hintergrund die Trinitatiskirche. © privat

Für Großenhain und Stauchitz wird auf die jeweiligen Wertstoffhöfe verwiesen. Dort könne man die Weihnachtsbäume kostenfrei abgeben, sagt eine Sprecherin. "Und natürlich kann man sie zerkleinert auch in die Grüne Tonne geben." Die Bäume einfach danebenzustellen, sei hingegen nicht in Ordnung.

Der Naturschutzverband WWF schlägt weitere Möglichkeiten vor: So käme für Besitzer von Kaminen oder Kachelöfen auch das Verheizen in Betracht. "Es ist allerdings ratsam, sich beim zuständigen Schornsteinfeger zu informieren, ob Ofen und Abzugsrohre für die Verbrennung des Holzes geeignet sind", so der WWF. Noch besser sei es, die Reste des Weihnachtsbaums weiter zu verwenden - so könnten Äste im Winter als schützende Abdeckung für Beete dienen. Auch als Grabschmuck seien die Zweige geeignet.

Ebenso würden manche Tiergehege oder Reiterhöfe die Bäume entgegennehmen. Aber vorher fragen, ob Bedarf besteht! Pferdehalter können ihren Tieren die Bäume zum Knabbern anbieten, so der WWF. "Geeignet sind in der Regel einheimische Fichten und Tannen. Die Nordmanntanne sollte dagegen nicht an Pferde verfüttert werden." Naheliegend: Vor dem Verfüttern müssen die Bäume gründlich abgeschmückt sein.

So oder so - raus aus dem Wohnzimmer muss der Baum irgendwann. Um zu verhindern, dass sich dabei überall Nadeln in guter Stube, Flur, Treppenhaus verteilen, empfiehlt der WWF, mit einer Plane oder einem alten Bettlaken zu arbeiten: Auf dem Boden ausbreiten, den Baumstamm in die Mitte stellen, hochziehen und oben zusammenbinden.

Was man keinesfalls machen solle, sei, den alten Weihnachtsbaum irgendwo in die freie Natur zu werfen: Er gelte als Müll. Laut WWF schaffen sich die Deutschen jedes Jahr mehr als 29 Millionen Weihnachtsbäume an.

Entsorgung Weihnachtsbäume über den ZAOE:

  • In Großenhain über den Wertstoffhof Zum Fliegerhorst 9; in Stauchitz über den Wertstoffhof Groptitz - jeweils im Januar zu den Öffnungszeiten.
  • In Riesa, Strehla und Zeithain ist der Ablagetermin für Weihnachtsbäume jeweils Mittwoch, der 27. Januar. Ort: Remondis-Wertstoffhof Lommatzscher Straße (Riesa); Markt Strehla; Einkaufsmarkt Teninger Straße Zeithain

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