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Zieht Riesas Weihnachtsmarkt in die Arena?

Der gewohnte Ort im Klosterhof scheidet unter Corona-Bedingungen offenbar aus. Eine mögliche Alternative überrascht.

Bei der Klosterweihnacht in Riesa sind traditionell tschechische Darsteller als Engel und Teufel dabei. Dieses Jahr wird der Weihnachtsmarkt wohl in die Sachsenarena ausweichen.
Bei der Klosterweihnacht in Riesa sind traditionell tschechische Darsteller als Engel und Teufel dabei. Dieses Jahr wird der Weihnachtsmarkt wohl in die Sachsenarena ausweichen. © Archivfoto: Lutz Weidler

Riesa. Engel und Teufel, Glühweinbuden und Eisbahn werden dieses Jahr wohl umziehen müssen: Denn unter Corona-Bedingungen wird die Riesaer Klosterweihnacht wohl nicht im Klosterhof stattfinden können. Stattdessen ist dieses Jahr alles anders. Seit Wochen habe man mit dem Ausrichter FVG und den langjährigen Partnern der Klosterweihnacht diskutiert, wo und wie man den Riesaer Weihnachtsmarkt trotzdem stattfinden lassen kann, sagt Riesas OB Marco Müller (CDU).

Weil der Klosterhof offenbar zu klein ist, um die nötigen Abstandsregeln für die mehreren Hundert Besucher täglich zu ermöglichen, habe man auch über ein Ausweichen auf den Rathausplatz, die Hauptstraße oder in den Stadtpark nachgedacht – und das Für und Wider abgewogen.

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Die Sachsenarena Riesa bietet 8.000 Quadratmeter Hallenfläche - genug für einen Weihnachtsmarkt.
Die Sachsenarena Riesa bietet 8.000 Quadratmeter Hallenfläche - genug für einen Weihnachtsmarkt. ©  Archivfoto: Sebastian Schultz

"Leider konnte in Bezug auf die Vorgaben der aktuellen Corona-Verfügung und der Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden, was allen Riesaern in der aktuellen Situation einen sicheren und zugleich erlebnisreichen Weihnachtsmarktbesuch ermöglicht hätte", sagt John Jaeschke, Geschäftsführer der Stadt-Tochter FVG. Aber Riesa ohne einen Weihnachtsmarkt möchte er sich auch nicht vorstellen. Deshalb wird nun eine Alternative geprüft, die in normalen Jahren gar nicht denkbar wäre – ein Weihnachtsmarkt in der Sachsenarena.

Üblicherweise wäre die Arena in  der Adventszeit regelmäßig mit Veranstaltungen gebucht. Im Corona-Jahr aber nicht. Da steht die Halle zur Verfügung – und bietet aus Sicht von OB Marco Müller mit fast 8.000 Quadratmetern nicht nur genug Platz, sondern  auch "ideale Voraussetzungen", um die Auflagen zur Sicherheit und Hygiene umzusetzen.

"Natürlich sind wir uns bewusst, dass ungewöhnliche Zeiten auch ungewöhnliche Maßnahmen erfordern", sagt Müller. Ein städtischer Weihnachtsmarkt in einer Veranstaltungshalle – das dürfte aber auch eine Art Alleinstellungsmerkmal sein. Allerdings: Kann dort auch weihnachtliches Flair entstehen? Erste Reaktionen im Internet reichen von Skepsis bis Neugier. "Warum nicht?", sagt Linken-Stadträtin Uta Knebel, die dem Vorhaben offen gegenübersteht. Auch wenn sie befürchtet, dass der Markt dort etwas versteckt liegt.

"Lieber einen Weihnachtsmarkt in der Arena als gar kein Weihnachtsmarkt", sagt Stadtrat Markus Mütsch (Gemeinsam für Riesa). In der Halle könnte jedenfalls ein Publikumsmagnet der Klosterweihnacht unterkommen – die Eisbahn. Das hatte sich bereits zum Tag der Sachsen 2019 gezeigt, als sie relativ problemlos in der Arena aufgebaut werden konnte. Toiletten gibt es dort ebenfalls in großer Zahl.

Torsten Pilz von der Firma Eventtalent hat in der Sachsenarena schon einmal seine Eisbahn aufgebaut - beim Tag der Sachsen 2019. Womöglich kommt sie zum Weihnachtsmarkt 2020 an dieselbe Stelle.
Torsten Pilz von der Firma Eventtalent hat in der Sachsenarena schon einmal seine Eisbahn aufgebaut - beim Tag der Sachsen 2019. Womöglich kommt sie zum Weihnachtsmarkt 2020 an dieselbe Stelle. ©  Archivfoto: Sebastian Schultz

Mit der Debatte um den Weihnachtsmarkt-Standort ist Riesa nicht allein: Deutschlandweit wird in den Kommunen diskutiert, ob und wo die gewohnten Märkte stattfinden können, die für viele Leute ein wichtiger Treff, aber auch ein Wirtschaftsfaktor sind. "Unsere Klosterweihnacht hat sich in den acht Jahren ihres Bestehens zu einer festen Marke entwickelt", so OB Müller. Die Atmosphäre auf dem Klosterhof sei für viele Gäste ein Grund, die Stadt zu besuchen. In der Arena solle ebenfalls ein Weihnachtszauber entstehen, der "2020 einmalig das weihnachtliche Flair aus den Klostergemäuern in unsere Veranstaltungshalle zaubert."

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In der Arena könnten nahezu 1.000 Besucher gleichzeitig ohne lange Warteschlangen und Absperrgitter den Markt besuchen, sagt FVG-Chef Jaeschke. "Wir befinden uns bereits in konstruktiven Gesprächen mit Lichtdesignern und Eventagenturen, um dieses Konzept auszufeilen, denn wir wollen gemütliches, weihnachtliches Flair erzeugen." Man plane allerdings zweigleisig – sollten es die Bestimmungen von Bund und Ländern zulassen, halte man sich die Option auf eine Freiluft-Variante offen.

Sollte sich der "Weihnachtszauber" in der Arena durchsetzen, wird er vom 26. November bis 23. Dezember 2020 stattfinden.

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