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Nächtliche Schulbeleuchtung in der Kritik

Von der neu sanierten Oberschule "Am Merzdorfer Park" geht im Dunkeln grelles Licht aus, monieren Anwohner. Die Stadt will die Sache prüfen.

Ziemlich hell: An der Fassade der neu sanierten Oberschule am Merzdorfer Park gibt es etliche Lampen, die derzeit bis spät abends angeschaltet sind. Nicht nur Anwohner einer benachbarten Straße stören sich daran.
Ziemlich hell: An der Fassade der neu sanierten Oberschule am Merzdorfer Park gibt es etliche Lampen, die derzeit bis spät abends angeschaltet sind. Nicht nur Anwohner einer benachbarten Straße stören sich daran. © Eric Weser

Riesa. Sie ist der neue Stolz für viele: die frisch sanierte Oberschule "Am Merzdorfer Park" im Stadtteil Gröba. Erst diese Woche führte Schulleiter und CDU-Stadtrat Jürgen Gläsel wieder Ratskollegen durch "seine" Schule, die derzeit gern als modernste in ganz Sachsen bezeichnet wird.

Doch wie so oft sind nicht alle glücklich: So stören sich offenbar Anwohner an der nächtlichen Beleuchtung der Schule. Die sei ziemlich hell und grell und störe die Anlieger an der Thomas-Mann-Straße, zumal das Licht genau ins Schlafzimmer falle, sagte Linken-Stadträtin Sonja György in der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Schulen und Soziales. Laut György hatten sich die Betroffenen an sie gewandt, damit über die Stadt eine Lösung herbeigeführt werde.

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Auch der neue Parkplatz an der Oberschule (rechts) ist nachts hell ausgeleuchtet. Ein Riesaer Umweltschützer findet, das müsse nicht sein.
Auch der neue Parkplatz an der Oberschule (rechts) ist nachts hell ausgeleuchtet. Ein Riesaer Umweltschützer findet, das müsse nicht sein. © Eric Weser

Dass es an der Schule abends zu hell ist, findet auch der Riesaer Sven Schöne von der Initiative "Paten der Nacht". Das Bündnis setzt sich dafür ein, sogenannte nächtliche Lichtverschmutzung zu verringern. Bei einem abendlichen Besuch vor Ort kritisiert Schöne unter anderem, dass etliche an der Schulfassade angebrachte Lampen unnötig in die Umgebung abstrahlen und so viele Bereiche unnötig beleuchtet würden. Das betreffe nicht nur Nachbarhäuser, sondern auch umstehende Bäume, in denen sich deshalb keine Vögel einfinden würden. Auch für zahlreiche Insekten sei das viele Licht problematisch. Sven Schöne, der einst selbst am Merzdorfer Park zur Schule ging, regt zum einen die Änderung der Lampen-Abstrahlwinkel an, damit die Lichtkegel künftig gezielt in Richtung Boden fallen. Außerdem spricht er sich für eine abendliche Abschaltung der Lampen an der Schule aus – spätestens um 22 Uhr, besser noch früher.

Bei der Stadtführung ist die Angelegenheit inzwischen schon angekommen: Als Sonja György das Thema im Bauausschuss am Donnerstag erneut ansprach, sagte OB Marco Müller (CDU), er habe bereits von dem Thema gehört. Man wolle schauen, wie man die Helligkeit reduzieren könne.

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Auch an einem anderen Thema im Zusammenhang mit der Oberschule wird gearbeitet: an der schwierigen Abstimmung von Unterrichts- und Schulbus-Abfahrtszeiten. Landrat Ralf Hänsel und der zuständige Amtsleiter Andreas Böhme waren jetzt zu einem Vor-Ort-Termin in der Schule. Man wolle einen Kompromiss finden, sagt der Landrat. "Kurzfristig wird es eine Änderung der Pausenzeiten aufseiten der Schule geben. Gleichzeitig nimmt eine Arbeitsgruppe zum Stadtverkehr Riesa unter Federführung des Landratsamtes die Arbeit auf und wird dabei das Augenmerk insbesondere auf den Schülerverkehr legen." Man werde dazu im Gespräch bleiben, die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) plane ohnehin eine Optimierung des ÖPNV-Angebots im Raum Riesa. (SZ/ewe)

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