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Nauwalder Gerätehaus eingeweiht

Die hiesigen Feuerwehrleute feiern den Einzug. Nun bleibt nur noch ein Wunsch offen.

Ortswehrleiter Philip Wendt ist sehr zufrieden über den Neubau des Nauwalder Gerätehauses. Es ist schick geworden.
Ortswehrleiter Philip Wendt ist sehr zufrieden über den Neubau des Nauwalder Gerätehauses. Es ist schick geworden. © Klaus-Dieter Brühl

Nauwalde. Große Freude bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nauwalde. Am Montag sind sie in ihr neues Gerätehaus eingezogen. Zahlreiche Gäste, unter ihnen die Bauleute, Stadträte, Bürgermeister Jochen Reinicke und Kreisbrandmeister Ingo Nestler, gratulierten zu dem modernen Gebäude, das sich mitten im Ort befindet. Es ist damit für alle Feuerwehrleute schnell erreichbar, wenn die neue Sirene heult.

"Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert angekommen", so Ortswehrleiter Philip Wendt erleichtert. Denn das neue Gerätehaus bietet alles, was sich ein Feuerwehrmannherz wünscht: Eine große Fahrzeughalle, viel Platz zum Umziehen, genügend Parkplätze und Abstellräume, eine geräumige Werkstatt, eine Küche und einen ordentlichen Versammlungsraum für die theoretische Ausbildung.

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"Damit sind wir präsenter im Dorf und attraktiver für neue Mitglieder", sagt der 32-Jährige. Das mache Hoffnung, dass die Nauwalder Feuerwehr weiter auf Verjüngungskurs bleibt. "Unsere aktive Abteilung dürfte mit einem Durchschnittsalter von etwa 30 Jahren schon jetzt eine der jüngsten Feuerwehren des Landeskreises Meißen sein", schätzt Wendt ein. Gegenwärtig gehören 21 Leute, darunter vier Frauen, zur Einsatztruppe.

Gute Nachwuchsarbeit macht Hoffnung

Und auch die Zukunft sieht vielversprechend aus. Zwölf Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis acht Jahren bilden die Kinderfeuerwehr, die hier seit zwei Jahren existiert. Zur Jugendfeuerwehr zählen zehn Kinder und Jugendliche. Wohl auch deshalb hat die Stadt Gröditz der Millioneninvestition zugestimmt.

Insgesamt rund 1,3 Millionen Euro kostete der Neubau. Mit knapp 350.000 Euro Fördermittel beteiligte sich der Landkreis Meißen daran. Und Bürgermeister Reinicke weiß, dass dieses Geld gut angelegt ist. "Die Nauwalder Feuerwehr gibt sich echt Mühe", würdigt er deren Engagement. Das müsse man unterstützen. Zumal es genügend andere Feuerwehren auf dem Lande gibt, die immer mehr überaltern, weil der Nachwuchs ausbleibt.

Ein Schicksal, das den Nauwaldern erspart geblieben ist. Das hat auch etwas mit Ausbildung zu tun. Noch vor fünf Jahren gab es hier nur einen einzigen Atemschutzgeräteträger. Mittlerweile sind es zehn. "Wir wollen ja nicht nur ein Heimatverein sein, sondern haben als Feuerwehr auch eine Aufgabe", sagt Philip Wendt. Das sei in erster Linie Menschenleben zu retten. Und dazu braucht es neben erlernten Fähigkeiten auch gute Rahmenbedingungen wie ein zeitgemäßes Gerätehaus.

Martin Ruhl verglast die Nische, in der die Zeitkapsel von der Grundsteinlegung am 29. Mai 2020 sichtbar aufbewahrt wird.
Martin Ruhl verglast die Nische, in der die Zeitkapsel von der Grundsteinlegung am 29. Mai 2020 sichtbar aufbewahrt wird. © Klaus-Dieter Brühl
Bürgermeister Jochen Reinicke übergibt einen symbolischen Glasschlüssel für das neue Gerätehaus an Ortswehrleiter Philip Wendt.
Bürgermeister Jochen Reinicke übergibt einen symbolischen Glasschlüssel für das neue Gerätehaus an Ortswehrleiter Philip Wendt. © Ingo Nestler / KBM Meißen
Vorm alten Gerätehaus erinnert sich Kassenwart Peter Schumann, wie schwer es war, es zu beheizen. Zum Umziehen mussten die Kameraden in ein Nebengebäude.
Vorm alten Gerätehaus erinnert sich Kassenwart Peter Schumann, wie schwer es war, es zu beheizen. Zum Umziehen mussten die Kameraden in ein Nebengebäude. © Klaus-Dieter Brühl
Im neuen Gerätehaus gibt es genügend Platz zum Umziehen und auch schöne neue Spinde.
Im neuen Gerätehaus gibt es genügend Platz zum Umziehen und auch schöne neue Spinde. © Klaus-Dieter Brühl
Gerätewart Michael Kohl räumt in der neuen Werkstatt das Werkzeug ein. Er ist froh, jetzt für Reparaturen mehr Platz zu haben.
Gerätewart Michael Kohl räumt in der neuen Werkstatt das Werkzeug ein. Er ist froh, jetzt für Reparaturen mehr Platz zu haben. © Klaus-Dieter Brühl

Seit etwa einer Woche läuft der Umzug vom alten Domizil ins neue. Einer, der tatkräftig mit anpackt, ist Peter Schumann. "Das ist schon das dritte Gerätehaus, das ich mit einräume", sagt der 76-Jährige lächelnd.

Er denkt zurück an die Scheune am ehemaligen Gasthof. Dort war bis in die 1970er Jahre nur ein zweirädriger Anhänger untergestellt. "Den haben wir, wenn es im Dorf brannte, zu Fuß zur Einsatzstelle gezogen", erinnert er sich. "Vier Mann vorn und vier Mann hinten. Und der Gruppenführer fuhr mit dem Rad schon mal voraus." Bei längeren Entfernungen wurde ein Traktor geholt.

Von 1964 bis 1974 bauten die Nauwalder Feuerwehrleute ein eigenes Gerätehaus, das sich nur wenige Häuser entfernt von dem neuen befindet. Es steht nun leer und soll verkauft werden.

Bleibt nur noch der Wunsch nach einem neuen Löschfahrzeug. Der Magirus Deutz, Baujahr 1981, ist schon längst ein Fall fürs Museum. Das weiß auch Kreisbrandmeister Ingo Nestler. Er sagt: "Das ist eines der ältesten Feuerwehr-Fahrzeuge im Landkreis Meißen. Es hat schon Priorität." Allerdings seien die Fördermittel auch davon abhängig, wann und wie viel die Stadt Gröditz dazu investieren will.

"Die Wünsche sind groß", sagt Bürgermeister Reinicke. In seiner Amtszeit, die nächstes Jahr zu Ende geht, würde sicherlich kein neues Fahrzeug für die Nauwalder Feuerwehr angeschafft werden. Momentan hat der Bau der neuen Turnhalle in Gröditz Vorrang. Sein Nachfolger wird sich mit diesem Thema beschäftigen müssen.

Vonseiten des Landkreises Meißen hat im kommenden Jahr die Sammelbeschaffung von fünf Drehleitern höchste Priorität. Auch der Bau einer Riesaer Feuerwache, die mehrere Millionen kostet, ist noch im Gespräch. Dementsprechend wird sich der Wunsch nach einem Nauwalder Löschgruppenfahrzeug hinten anstellen müssen.

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