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Ölwerk vor Routinekontrolle

Wie andere Betriebe auch, wird das Unternehmen regelmäßig mit Blick auf bestimmte Umweltaspekte überprüft. Bald ist es wieder so weit.

Das Riesaer Ölwerk aus der Vogelperspektive. Unten: Die Speicherstraße mit dem zum Werk gehörenden Lkw-Parkplatz.
Das Riesaer Ölwerk aus der Vogelperspektive. Unten: Die Speicherstraße mit dem zum Werk gehörenden Lkw-Parkplatz. © Lutz Weidler

Riesa. Das zum US-Konzern Cargill gehörende Ölwerk an der Riesaer Klötzerstraße bekommt demnächst Besuch aus dem Landratsamt. Hintergrund ist eine routinemäßige Anlagenkontrolle im Mai. Das teilte die Kreisbehörde auf Nachfrage mit, nach deren Angaben solche Überprüfungen in einem Zweijahresrhythmus stattfinden.

Gegenstand der behördlichen Überwachung sei dabei das gesamte Ölwerk, wobei der Fokus auf "emissionsrelevanten Betriebseinheiten liege", so eine Landratsamts-Sprecherin. Dazu zählten die Presserei und die Extraktion mit den angeschlossenen Abluftbehandlungsanlagen.

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Bei der letzten Kontrolle vor knapp zwei Jahren hätten die Behördenvertreter vor Ort keine Abweichungen festgestellt, erklärt die Sprecherin. Beanstandungen hätten sich auf Teilergebnisse der messtechnischen Leistungsüberprüfung der Biofilter beschränkt. "Die Biofilter erreichen nachweislich sehr hohe Minderungsleistungen hinsichtlich Geruchsemissionen und entsprechen dem Stand der Technik". Die angestrebten Emissionswerte sind aber in der Vergangenheit nicht durchgängig erreicht worden. Deshalb seien unter anderem zusätzliche Abluftwäscher installiert und eine Optimierung der Biofilter zur Erhöhung der Reinigungsleistung vorgenommen worden.

Anwohnerbeschwerden über den Betrieb verzeichnete das Landratsamt in den vergangenen Jahren nicht, hieß es auf Nachfrage.

Wegen Obdachlosenheim im Fokus

Das Ölwerk stand in den vergangenen Monaten wiederholt in der öffentlichen Debatte. Grund ist, dass die Stadt in einem Nachbargebäude auf der Speicherstraße das neue Domizil für das Riesaer Obdachlosenheim einrichten möchte. Das Werk hatte der Baugenehmigung dafür widersprochen. Ende März soll es deshalb nach Rathausangaben Gespräche zwischen Kommune und Unternehmen geben. Ob den Bedenken des Werks dabei abgeholfen werden kann, ist offen.

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