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Ölwerk-Unglück im Fernsehen

Am 5. Februar 1979 gab es eine Explosion im Riesaer Ölwerk. Zehn Menschen starben. Es war der größte Unfall in der DDR-Lebensmittelindustrie.

Am 5. Februar 1979 gab es eine Explosion im Riesaer Ölwerk. Zehn Menschen starben, 39 weitere wurden teils schwer verletzt.
Am 5. Februar 1979 gab es eine Explosion im Riesaer Ölwerk. Zehn Menschen starben, 39 weitere wurden teils schwer verletzt. © Archiv/Siegfried Bossack

Riesa. Großbrände, Zugunglücke oder eingestürzte Brücken: Auch in der DDR kam es zu Unglücken, doch der öffentliche Umgang mit solchen Geschehen war ein besonderer. Der Sender ZDFinfo widmet sich mit der Dokumentation "Die schwersten Unglücke der DDR: Nur die Stasi kennt die Wahrheit" diesem wenig beachteten Thema der DDR-Geschichte.

Anhand von Augenzeugenberichten, Archivmaterial und privaten Filmaufnahmen wird ein Blick auf die oft geheimen oder vertuschten Fakten möglich. Dabei schildern Historiker und Technik-Experten die damaligen Ermittlungen, welche die Unglücke nach sich zogen.

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Schlamperei als Ursache

Ein Thema ist in dem Film auch die Explosion im Riesaer Ölwerk, die sich am 5. Februar 1979 ereignete und zehn Menschen das Leben kostete, 39 weitere wurden teils schwer verletzt. Es war der schwerste und folgenreichste Unfall in der Lebensmittelindustrie der DDR.

Ursache war Schlamperei. Die Brandmauer zwischen Extraktionsanlage und Absackerei war durchbrochen worden. In der Extraktionsanlage kam es durch Entzündung von Leichtbenzin zu einer Explosion.

Der Betriebsleiter wurde wegen fahrlässiger Brandverursachung und mehrfacher Verletzung des Arbeits- und Brandschutzes im schweren Fall zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der ehemalige Direktor für Produktion und Technik und der ehemalige Leiter der Rohölabteilung erhielten drei Jahre und drei Monate. Alle drei waren ihrer Funktionen enthoben worden.

Der materielle Schaden, der entstanden war, betrug rund 10,2 Millionen Mark. Außerdem wurde ein Produktionsausfall von 250.000 Mark erwartet, wie damals das "Neue Deutschland" berichtete.

Unglück ließ sich nicht geheim halten

Dieser schwere Unfall ließ sich nicht geheim halten. Ansonsten aber wurde in der DDR über große Katastrophen in den Medien kaum berichtet. "Häufig wurden die wahren Hintergründe geheim gehalten, doch immer war die Staatssicherheit mit am Unglücksort. Sie ermittelte, vertuschte und strengte sogar Prozesse gegen politisch unliebsame Personen an", heißt es in einer Pressemitteilung des ZDF zu diesem Film von Nina Rothermundt.

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Der Film wird am Sonntag, dem 6. Juni, um 20.15 Uhr auf ZDFinfo ausgestrahlt. Im Anschluss zeigt der Sender mit "Gefährliche Technik vom großen Bruder" (21 Uhr) und "Schuld ist nie der Sozialismus" (22 Uhr) die ersten beiden Folgen aus der Reihe "Die schwersten Unglücke der DDR". "Nur die Stasi kennt die Wahrheit" wird am Montag, dem 7. Juni 2021, 5.30 Uhr, sowie am Mittwoch, dem 9. Juni 2021, 13.00 Uhr, erneut ausgestrahlt. (SZ/jm)

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