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SPD-Verbände schließen sich zusammen

Die Sozialdemokraten aus Riesa und Gröditz fusionieren. Und wie steht es um die Ortsvereine anderer Parteien?

Die SPD-Ortsvereine Riesa und Gröditz sind nun eins.
Die SPD-Ortsvereine Riesa und Gröditz sind nun eins. © Fotos: Pixabay, Montage: SZ

Riesa. Die beiden SPD-Ortsvereine Riesa und Gröditz haben sich zusammengeschlossen. Das hat der Riesaer SPD-Stadtrat und neue Chef des gemeinsamen Verbands Andreas Näther am Montag bekanntgegeben. Bei einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung beider Vereine hätten die schon seit längerem geführten Gespräche über eine Zusammenführung ihren erfolgreichen Abschluss gefunden, so Näther in einer Mitteilung.

Der neue Ortsverein "Riesa und Umgebung" umfasst demnach die Städte Riesa, Gröditz und Strehla sowie die Gemeinden Hirschstein, Röderaue, Stauchitz, Wülknitz und Zeithain sowie die dazugehörigen Ortsteile. Er umfasst nach Vereinsangaben derzeit 29 Mitglieder. Bei der Jahreshauptversammlung Ende April wurde außerdem ein neuer Vorstand gewählt, in dem Michael Schremmer (Zeithain) und Alexander Gruber (Riesa) als Näthers Stellvertreter fungieren.

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Grund für die Fusion sei insbesondere die geringe Mitgliederzahl im Gröditzer Verein, erklärt Vorstandschef Andreas Näther auf Nachfrage. "Auch als kleiner Verein müsste man ja den gesamten Apparat aufrechterhalten, Delegierte zu den Parteitagen schicken und so weiter." Angesichts des nötigen "Überbaus" steige dann der Aufwand für die einzelnen Mitglieder. Nach der Fusion sei der Vorstand nun größer, es lasse sich arbeitsteiliger arbeiten. "Ich hatte zum Beispiel zwei Jahre lang keinen Schriftführer", erklärt Näther. Er verspreche sich von der Fusion ein effektiveres Arbeiten. "Und man kommt auch einmal aus seiner Riesa-Blase heraus."

CDU und Linke sind stärkste Kraft

Während die SPD bundesweit Mitglieder verliert, sei man in Riesa zuletzt sogar ein wenig gewachsen, sagt Näther. Sechs Neueintritten stünden zwei Sterbefälle gegenüber. "Es hat sich etwas stabilisiert." Auch die neuen Vorstandsmitglieder seien allesamt neu eingetreten, die jüngsten Mitglieder sind Mitte 30. "Wir haben aber natürlich auch ein paar 80-Jährige bei uns."

Das Alter der Mitglieder ist auch bei anderen Parteien in der Region ein Problem. Die Linke etwa zählt derzeit 54 Mitglieder, hat nach Angaben der Riesaer Fraktionschefin Uta Knebel aber zuletzt sehr viele altersbedingte Abgänge zu verzeichnen gehabt. "Das Gros der Mitglieder ist älter als 70, wenige sind jünger als 60." Laut dem Vorsitzenden Heiko Isopp konnten altersbedingte Abgänge aber zuletzt durch neue Mitglieder ausgeglichen werden. Auch die Riesaer Linke hat ihren Einzugsbereich erweitert: Mittlerweile gehört auch Stauchitz zum Gebiet der Ortsgruppe, das außerdem noch Strehla und Zeithain umfasst.

Der Riesaer Ortsverein der Linken erstreckt sich längst nicht mehr nur übers Stadtgebiet, sondern bis Hirschstein und Strehla. Das ist auch bei den Christdemokraten der Fall, die in Riesa und Strehla aktiv sind. "Unsere Mitgliederzahl beläuft sich derzeit auf etwa 50, wobei diese Zahl in der Vergangenheit recht stabil gehalten werden konnte", teilt der Vorsitzende Falk Müller mit. Vor drei Jahren zählte die Riesaer CDU allerdings noch mehr als 70 Mitglieder. Weitere Fusionen sind derzeit trotzdem kein Thema bei der CDU.

Zugelegt hat eigenen Angaben zufolge die FDP im Landkreis. Laut dem Vorsitzenden Sven Borner gab es dort seit Jahresbeginn einen Zuwachs um fünf Prozent. Die Riesaer Ortsgruppe zählt derweil vier Mitglieder weniger als 2018 - derzeit sind es 22. "Diese sind allerdings nicht alle in Riesa selbst ansässig. "Wir sind also eher eine Art Regionalverband, dessen Gebiet in etwa den Bereich Riesa-Stauchitz-Strehla-Zeithain-Nünchritz abdeckt."

Die AfD-Regionalgruppe gibt es erst seit 2018; sie deckt den kompletten Wahlkreis 37 ab, also nicht nur Riesa, sondern auch die Gemeinden Diera-Zehren, Hirschstein, Käbschütztal und Zeithain sowie die Städte Lommatzsch und Strehla. Laut dem AfD-Landtagsabgeordneten Carsten Hütter zählt die Gruppe momentan 43 Mitglieder.

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