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Rekordversuch im roten Anzug

In Gröba steht das wohl weltgrößte spielbare Horn. Jetzt hat es ein Profi zum Klingen gebracht. Das soll nun einen Guinnessbuch-Eintrag bringen.

Zig Kameras waren am Montag auf Jörg Wachsmuth gerichtet. Der Profimusiker (roter Anzug) spielte das Riesen-Horn vor der Rime-Freyler-Halle in Gröba.
Zig Kameras waren am Montag auf Jörg Wachsmuth gerichtet. Der Profimusiker (roter Anzug) spielte das Riesen-Horn vor der Rime-Freyler-Halle in Gröba. © Sebastian Schultz

Riesa. Großer Bahnhof vor der Rime-Freyler-Halle in Gröba: Begleitet von etlichen Medienvertretern hat der Musiker Jörg Wachsmuth am Montagnachmittag einen Weltrekordversuch unternommen. Gekleidet im knallroten Anzug blies der Solotubist der Dresdner Philharmonie auf dem mutmaßlich weltgrößten Horn.

Knapp drei Minuten lang brachte der Profi das stählerne Instrument zum Klingen, spielte zu Begleitmusik vom Band die Melodie zu „Der einsame Hirte“ – ein Lied von James Last.

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Die Idee, das in Gröba stehende Riesen-Horn bespielen zu lassen, stammt von Elbland-Philharmoniker Jörg Richter. Auch wenn das beim Metallbildhauer-Symposium vor zwei Jahren entstandene Stück nicht als Musikinstrument konzipiert gewesen sei, stelle es de facto ein Horn dar, so Richter, der selbst Posaunist ist. Der Gedanke, das Stück bespielen zu lassen, habe nahe da gelegen. „Es war klar, dass es einen ausgebufften Profi braucht, der sich mit tiefen und großen Instrumenten auskennt“, so Jörg Richter. Da sei man auf Jörg Wachsmuth gekommen, der seinerseits sofort eingewilligt habe, mitzumachen.

Erfahrung mit übergroßen Instrumenten hat Jörg Wachsmuth in der Tat. Und mit einem Weltrekord auch: Denn das Stück „Hummelflug“ von Rimski-Korsakow spielte er mit weniger als einer Minute so schnell, dass er damit sogar Geigenstar David Garrett abhängte.

Während es beim „Hummelflug“ auf der Riesentuba seinerzeit ums Tempo ging, ließ es Jörg Wachsmuth in Riesa eher gemächlich angehen. Zumal sich das Riesen-Horn besonders für lange Töne eigne, wie Wachsmuth selbst sagte.

Ob es mit dem zweiten Guinnessbuch-Eintrag für Jörg Wachsmuth und den ersten für das stählerne Riesaer Horn von Matthias Seifert klappt, muss sich nun zeigen. Denn im Hintergrund muss dafür eine Menge Papierkram erledigt werden. Teils in englischer Sprache. Man habe aber alles Nötige dafür getan, um den Antrag beim Guinnessbuch einzureichen, so Susanne Voigt, Vorstandsvorsitzende vom Verein Riesa und die Welt, unter dessen Federführung der Weltrekordversuch ablief.

Der Riesaer Künstler Matthias Seifert hat das Horn geschaffen. Auch wenn das Kunstwerk, das eigentlich den Titel "Resonanz" trägt, nicht als Instrument angelegt war, zeigt sich Seifert angetan davon, dass es jetzt als solches verwendet wird.
Der Riesaer Künstler Matthias Seifert hat das Horn geschaffen. Auch wenn das Kunstwerk, das eigentlich den Titel "Resonanz" trägt, nicht als Instrument angelegt war, zeigt sich Seifert angetan davon, dass es jetzt als solches verwendet wird. © Sebastian Schultz

Neben der Riesaer Notarin Martina Thomas, die den Rekordversuch beurkundete, waren auch Vermesser verpflichtet worden, die die Länge des Rohrs vom Mundstück bis zum Schalltrichter ermittelten: Genau 11,74 Meter sind es vom Mundstück bis zum Schallbecher, fanden Heiko Zscheile und André Knott heraus. Auch Matthias Seifert, der das Stück vor zwei Jahren geschaffen hatte, war am Montag dabei und unterstützte Jörg Wachsmuth.

Eigentlich hatte der Weltrekordversuch im Rahmen der Feierlichkeiten zu 60 Jahren Städtepartnerschaft zwischen Riesa und der französischen Stadt Villerupt stattfinden sollen. Weil das terminlich nicht klappte, wurde die Aktion vorverlagert. Wenn am ersten Oktoberwochenende die Feierlichkeiten stattfinden, soll es aber ein Konzert geben, bei der jeder das von Jörg Wachsmuth gespielte Horn erleben kann. (SZ/ewe)

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  • Das Konzert unter Beteiligung des Posaunenchors der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Riesa findet am Sonnabend, 2. Oktober, ab 17 Uhr vor an der Rime-Freyler-Halle statt.

In einer früheren Version des Artikels war der Name der Vereinsvorsitzenden von Riesa und die Welt nicht korrekt angegeben. Wir haben das korrigiert.

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