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Riesa: Klinik-Umbau einen großen Schritt weiter

Die neue Physiotherapie ist fertig, die neue Urologie soll es auch bald sein. Ein Bauende ist im Riesaer Krankenhaus derweil noch nicht in Sicht.

Ein so großer Gymnastikraum stand dem Physiotherapie-Team des Riesaer Elblandklinikums um Leiterin Bettina Käseberg (l.) bislang noch nie zur Verfügung. Verwaltungschef Peter Zeidler (M.) testet ihn am Einzugstag, bevor die Patienten kommen.
Ein so großer Gymnastikraum stand dem Physiotherapie-Team des Riesaer Elblandklinikums um Leiterin Bettina Käseberg (l.) bislang noch nie zur Verfügung. Verwaltungschef Peter Zeidler (M.) testet ihn am Einzugstag, bevor die Patienten kommen. © Foto: Lutz Weidler

Riesa. Patienten sind noch keine zu sehen. Bettina Käseberg und ihre Abteilung sind an diesem Tag mitten im Umzugsstress und voll damit beschäftigt, die neuen Räume bereit zu machen. Gymnastikbälle verstauen, Heizstrahler aufstellen, hier und da noch etwas Deko anbringen – es gibt etliches zu tun für die Leiterin der Physiotherapie im Riesaer Elblandklinikum und ihr Team am Einzugstag.

Die neuen Räume hat die Klinik-Physiotherapie auf Ebene sieben im Haus 1 bezogen, dem weithin sichtbaren Hauptgebäude mit den bunten Fassadenelementen. Wer künftig die Abteilung aufsucht, wird wiederum selbst weit schauen können: Durch die Fenster des großen Gymnastikraums geht der Blick über die Dächer der Umgebung in Richtung Trinitatiskirche und Muskator. In einem benachbarten Raum können Patienten eingehüllt in Fangopackungen ruhen. Und während die heißen Schlammpackungen dafür sorgen, dass die Durchblutung angeregt wird und Schmerzen gelindert werden, kann der Blick der Patienten von der Liege aus über die halbe Stadt schweifen.

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Mehr als über das Panorama, freut sich Bettina Käseberg über den vielen Platz auf der neuen Station. Einen Raum, der auch Gruppentherapien mit bis zu 15 Teilnehmern ermöglicht – so etwas gab es bisher noch nicht, sagt die leitende Therapeutin, die seit 31 Jahren im Riesaer Krankenhaus arbeitet. Sie habe seitdem alles mitgemacht, was es an Veränderungen gab. Und das waren einige: Zuletzt mehrere Umzüge ihrer Abteilung infolge des Klinik-Umbaus. Im Laufe der Jahre seien die Bedingungen dabei immer besser geworden – und jetzt mit der neuen Station top, so Käseberg.

Gleichwohl: Das Gros ihrer Arbeit erledigen die Klinik-Physiotherapeuten aber gar nicht in ihrer eigenen Abteilung, sondern auf anderen Stationen des Krankenhauses. Wer frisch operiert sei, könne schließlich nicht zu den Therapeuten kommen – diese müssen hingehen, macht Bettina Käseberg deutlich. Egal ob Atemübungen mit Intensivpatienten oder Bewegungstrainings in der Chirurgie. Schwindeltrainings mit HNO-Patienten indes sollen im neuen Gruppenraum in der eigenen Abteilung abgehalten werden. Genauso wie Präventionskurse, die die Therapeuten fürs Klinikpersonal anbieten.

Klinik mit Panoramablick: Aus den Behandlungsräumen haben Mitarbeiter und Patienten eine gute Sicht über die Dächer der Stadt.
Klinik mit Panoramablick: Aus den Behandlungsräumen haben Mitarbeiter und Patienten eine gute Sicht über die Dächer der Stadt. © Foto: Lutz Weidler
Die neuen Räume der Klinik-Physiotherapie sind mit einem grünen Farbakzent versehen. Auf anderen Stationen dominiert jeweils eine andere Farbe. In der Urologie ist es Pflaume.
Die neuen Räume der Klinik-Physiotherapie sind mit einem grünen Farbakzent versehen. Auf anderen Stationen dominiert jeweils eine andere Farbe. In der Urologie ist es Pflaume. © Foto: Lutz Weidler
Viel Platz: Auf dieser sogenannten Bobath-Liege in einem der Therapieräume können Patienten mit Behinderung oder Schlaganfallpatienten behandelt werden.
Viel Platz: Auf dieser sogenannten Bobath-Liege in einem der Therapieräume können Patienten mit Behinderung oder Schlaganfallpatienten behandelt werden. © Foto: Lutz Weidler

Die Physiotherapeuten sind derweil nicht die einzigen, die in diesen Wochen im Riesaer Elblandklinikum neue Räume beziehen. Auch die Verwaltung ist seit Kurzem auf Ebene sieben beheimatet. Nächste Woche soll der gesamte ärztliche Dienst die schon bereitstehenden Räume eine Ebene darunter in Beschlag nehmen. Eine weitere Etage darunter, in Ebene fünf laufen derzeit außerdem letzte Arbeiten, damit die Urologie einziehen kann. Die Abteilung war zuletzt jahrelang in einem Container am Fuß des Hauptgebäudes untergebracht. Geplant ist der Urologie-Umzug ins Haupthaus für Ende September.

Riesas Klinik-Verwaltungsdirektor Peter Zeidler hofft zumindest, dass es mit dem Termin klappt. Gleichzeitig weiß das Mitglied der Krankenhausleitung aus den Erfahrungen der letzten Jahre, dass es beim 2016 begonnenen Großprojekt Klinik-Umbau immer wieder zu Verzögerungen kommen kann. "Von unserer Seite ist alles vorbereitet", sagt Zeidler und zeigt sich verhalten optimistisch, dass das angestrebte Datum gehalten werden kann.

Während der erste Bauabschnitt im Hauptgebäude damit aufs Ende zugeht, ist der zweite bereits in Vorbereitung. Umfasste der erste die oberen Ebenen, sind jetzt die unteren dran. Nächste Woche soll in den Ebenen eins und zwei mit dem Ausräumen begonnen werden. Dann folgen zunächst Abbrucharbeiten. In geschätzt einem Jahr sollen die Umbauarbeiten dann wiederum so weit fertig sein.

Am Plan, den auf Kosten von etwa 55 Millionen Euro taxierten Klinik-Umbau übernächstes Jahr abzuschließen, hält Klinik-Verwaltungschef Zeidler fest. Dann könnte es zwar sein, dass noch Arbeiten an den Außenanlagen folgen müssen: So sollen die Containerbauten, in die jetzt interimsweise der Kreißsaal und die HNO-Abteilung einziehen, perspektivisch weiteren Parkplätzen weichen. Doch 2023 mit den Arbeiten im Krankenhaus fertig zu werden, bleibt das erklärte Ziel.

Allerdings: Mit dem Abschluss des Großvorhabens wird es mit dem Bauen nicht vorbei sein. "Ein Krankenhaus lebt immer davon, dass ständig gebaut wird", sagt Peter Zeidler. Schließlich entwickle sich zum Beispiel die Medizintechnik immer weiter – so dass allein dadurch Baubedarf gegeben sei.

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