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Stadt schlägt Minikreisel für Gröba vor

Am "Rentnerdreieck" könnte der Verkehr künftig im Rund fließen – was vor allem Fußgängern nützen soll.

An dieser Stelle in Gröba kreuzen sich die Alleestraße, die Steyerstraße und die Schlosserstraße. Riesas Stadtverwaltung kann sich hier einen Kreisverkehr vorstellen.
An dieser Stelle in Gröba kreuzen sich die Alleestraße, die Steyerstraße und die Schlosserstraße. Riesas Stadtverwaltung kann sich hier einen Kreisverkehr vorstellen. © Eric Weser

Riesa. Riesa könnte einen Kreisverkehr weiteren Kreisverkehr bekommen: Für die Kreuzung von Alleestraße mit Kurt-Schlosser- und Heinz-Steyer-Straße empfiehlt das Rathaus einen Umbau in einen "Minikreisverkehr". Das geht aus einer Untersuchung des Bauamtes hervor, die diese Woche im Bauausschuss vorgestellt werden soll.

Dass sich die Stadt sich eingehender mit der Kreuzung beschäftigt hat, liegt offenbar an Anwohner-Nöten: Bürger hätten auf Probleme hingewiesen, die das Überqueren der Straßen dort mit sich bringe, und Querungshilfen gefordert, heißt es in der Unterlage.

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Die Stadt hatte nach eigenen Angaben deshalb zunächst untersucht, ob Querungshilfen – also eine Art Mittelinsel auf der Straße – eingebaut werden können. Ergebnis: Das geht. Allerdings müssten die Inseln relativ weit von der eigentlichen Kreuzung abgerückt werden, damit die Autos durchkommen. Das aber "verlängert ... die Wege für Fußgänger deutlich und verringert damit die Akzeptanz (für die Querungshilfe) erheblich", so die Einschätzung des Bauamts.

Deshalb hat man die Kreuzung dort in Gänze unter die Lupe genommen und geschaut, wie sich die geforderten Straßenquerungs-Möglichkeiten für Fußgänger schaffen lassen – und der Verkehr trotzdem ordentlich fließen kann.

So sieht ein erster Entwurf der Stadt Riesa für einen möglichen Minikreisverkehr an der heutigen Kreuzung Allee-/Schlosser-/Steyerstraße aus. Blau hervorgehoben sind die Querungshilfen.
So sieht ein erster Entwurf der Stadt Riesa für einen möglichen Minikreisverkehr an der heutigen Kreuzung Allee-/Schlosser-/Steyerstraße aus. Blau hervorgehoben sind die Querungshilfen. © Stadt Riesa

Vier Optionen wurden untersucht: Der Minikreisel und ein etwas größerer Kreisverkehr – beide mit Querungshilfen an allen Straßen. Außerdem eine Bestückung der jetzigen Kreuzung mit Querungshilfen an der Alleestraße und eine Variante mit abgerückten Querungshilfen an der Alleestraße.

Den Vorzug gibt die Verwaltung am Ende dem Minikreisel, der auf 23 Meter Durchmesser kommen und dessen Innenfläche überfahrbar gestaltet werden soll – etwa für Lkws oder Busse. Er würde auch eine neue Vorfahrtsregelung bedeuten, denn im Kreisel sind alle vier Zufahrten gleichberechtigt.

Die Kreisellösung verspreche eine Verkehrsberuhigung, weil Autofahrer ihr Tempo bei der Durchfahrt drosseln müssen, so das Rathaus. Auf der langen, geraden Alleestraße erhofft man sich dadurch mehr Sicherheit – auch wenn die Kreuzung bisher nicht als Unfallschwerpunkt aufgefallen ist.

Für Fußgänger würde die Stelle durch die geplanten vier Querungshilfen – eine an jeder Zufahrt – deutlich sicherer, ist die Kommune überzeugt. Außerdem bekämen querende Fußgänger Vorrang vorm Autoverkehr in allen Straßen. Vorteile sieht die Stadt auch für Radfahrer: Gerade abbiegender Radverkehr werde sicherer geführt. Allerdings: Behinderungen könnten langsame Radler für Autofahrer mit sich bringen.

Überlegen ist der Minikreisel indes beim Flächenverbrauch: Von allen vier Optionen braucht er die wenigste Flächenversiegelung (knapp 200 Quadratmeter) und er braucht keine Baumfällungen. Bei der etwas größeren Kreisellösung müssten beispielsweise elf Bäume gefällt und unterm Strich etwa 600 Quadratmeter Fläche versiegelt werden. Aus Sicht des Bauamts fügt sich der Minikreisel außerdem am besten ins Stadt- und Straßenbild ein.

Nun müssen die Stadträte im Bauausschuss entscheiden, ob tatsächlich diese Variante weiter ausgeplant wird oder womöglich doch eine andere.

Wann eine neue Verkehrslösung an der Alleestraße gebaut werden könnte, dazu findet sich in der Untersuchungsunterlage nichts. Es könnte aber einige Zeit dauern: Zunächst bräuchte es eine ausgereiftere Planung, mit der dann auch Fördermittel beantragt werden könnten. Dass die Stadt das Vorhaben ohne Zuschüsse umsetzt, dürfte nicht nur wegen der angespannten Finanzlage unwahrscheinlich sein. Für die Schaffung des Minikreisels rechnet das Rathaus mit Investitionskosten von immerhin knapp 420.000 Euro.

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