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Hat Riesas Radweg-Wirrwarr bald ein Ende?

Seit bald 20 Jahren ist der Bereich rund um die Elbbrücke in Riesa ein Graus für Radfahrer. Jetzt plant der Freistaat hier bauliche Änderungen.

Für manchen Radfahrer ist die Wegeführung nahe der Riesaer Elbbrücken irritierend - so wie hier für den Geschäftsführer des ADFC Sachsen, Konrad Krause bei einem Test im Jahr 2017. Stadt und Land arbeiten jetzt an einer baulichen Lösung.
Für manchen Radfahrer ist die Wegeführung nahe der Riesaer Elbbrücken irritierend - so wie hier für den Geschäftsführer des ADFC Sachsen, Konrad Krause bei einem Test im Jahr 2017. Stadt und Land arbeiten jetzt an einer baulichen Lösung. © Sebastian Schultz

Riesa. Radtouristen haben es nicht leicht in Riesa. Vor allem der Bereich rund um die B 169 wird für viele Ortsunkundige zu einem echten Problem. Einmal nach links zur Fußgängerampel, über die Berliner Straße und anschließend auf der Brücke über die B 169, um dann nach rechts Richtung Elbbrücke zu kommen: Die jetzige Wegführung wird als irritierend und umständlich kritisiert. Die Grünen kritisierten sie 2017 als "völlige Fehlplanung", ein Test des Radfahrerverbands ADFC für die SZ kam zu einem ganz ähnlichen Schluss. 

Dabei hatte die Stadt Riesa in der Vergangenheit schon nachgebessert. Mehrfach wurden Schilder aufgestellt und überarbeitet, die den komplizierten Streckenverlauf erläutern sollten. Bisher mit mäßigem Erfolg, wie auch die Stadtverwaltung einräumt. "Obwohl die Beschilderung der Radfahrerführung in den vergangenen Jahren mehrfach ergänzt wurde, fahren die Radfahrer auf der Fahrbahn der B 182 und nutzen nicht den ausgeschilderten, separaten Weg."

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Während die ortsfremden Radfahrer nicht mehr weiterwissen und nichtsahnend auf der Bundesstraße landen, kürzen Radfahrer aus Riesa und Umgebung auch gerne absichtlich ab, indem sie unter der Elbbrücke die B 182 entlangfahren. Auch das ist nicht im Sinn der Stadt und könne zu gefährlichen Situationen führen. 

Landesamt arbeitet am Vorentwurf

Nachdem die neue Beschilderung keinen Erfolg zeigte, war klar: An der Stelle muss baulich nachgeholfen werden, anders wird es nicht gehen. Nun ist zumindest ein kleiner Schritt in diese Richtung gemacht: In der jüngsten Sitzung stimmten die Stadträte für den Abschluss einer sogenannten Planungsvereinbarung zwischen der Stadt Riesa und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Diese Vereinbarung legt "die Grundlagen für das gemeinsame Planungsvorhaben von Stadt und Lasuv", heißt es von der Behörde. Das Land ist involviert, weil es sich bei den betroffenen Straßen um Bundesstraßen handelt. 

Nach Angaben von Lasuv-Sprecher Franz Grossmann gibt es bereits eine Machbarkeitsstudie für das Vorhaben. Nach der Abstimmung im Stadtrat soll nun ein Vorentwurf erarbeitet werden. "Daran schließen sich Genehmigungsplanung und Ausführungsplanung an, bevor es nach der Ausschreibung an die Realisierung gehen kann."

Zu Kosten und Baubeginn könne man aufgrund des frühen Planungsstandes noch nichts sagen. Auch was bauliche Details anbelangt, ist laut Grossmann noch nichts spruchreif. Eine Skizze, die im Zuge der Abstimmung im Riesaer Stadtrat öffentlich wurde, erlaubt aber schon einmal einen, wenn auch vagen, Blick in die Zukunft. 

Aus der Zeichnung geht beispielsweise hervor, dass entlang der B 182 in einem Bereich von  Kreuzung am Volkshaus in Riesa bis zur Kreuzung Lauchhammer-/Stahlwerkerstraße der Radverkehr gestärkt werden soll - und zwar durch den Bau einer "anforderungsgerechten" Radverkehrsanlage mit "'harter' Trennung zum Kfz-Verkehr". Das hieße also, dass statt eines Schutzstreifens für Radfahrer ein "echter" Radweg hinkäme. 

Offen ist mit Blick auf die Skizze noch, ob dieser Radweg auch durchgängig an beiden Seiten verlaufen wird. Bislang ist lediglich das Gebiet gekennzeichnet, in dem er zu errichten wäre, Details fehlen noch. 

Straßenquerung soll erleichtert werden

Klar ist hingegen, dass Lasuv und Stadt den Radfahrern auch zusätzliche Überquerungshilfen ermöglichen wollen. Bislang gibt es in dem Bereich nur eine Fußgängerampel. Sie führt nahe dem Riesenhügel-Parkplatz in Richtung Fußgängerbrücke über die B 169. Weil die Ampel recht langsam auf Grün schaltet, sind hier des Öfteren Fußgänger und Radfahrer zu beobachten, die die Straße bei Rot überqueren. Womöglich auch deshalb soll die Querungshilfe an dieser Stelle verändert werden. 

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Außerdem wollen die Planer an drei weiteren Stellen das Überqueren der Straße erleichtern: an der Einmündung der Bahnhofstraße in die B 182 unterhalb des Riesenhügels, an der Ampelkreuzung zwischen B-169-Abfahrt und B 182 sowie kurz nach der Eisenbahnbrücke. An dieser Stelle führt ein Weg hinunter zum Elberadweg. Allerdings sagte der damalige Baubürgermeister Tilo Lindner schon im Jahr 2017: "Die Querung der B 182 ist dort durch die langgezogene und schlecht einsehbare Kurve viel zu gefährlich für Radfahrer." Auch das zeigt: Es wird Zeit, dass sich an der Stelle etwas ändert. 

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