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Riesa ringt um Lösung für Obdachlose

Man hoffe weiter auf eine Einigung mit dem Ölwerk, sagt der Oberbürgermeister - und verwahrt sich gegen überzogene Kritik an Cargill.

Unsere Montage zeigt Riesas OB Marco Müller (CDU) vor dem Gebäude an der Speicherstraße, das die Stadt als möglichen Standort fürs Obdadchlosenheim ausgewählt hatte.
Unsere Montage zeigt Riesas OB Marco Müller (CDU) vor dem Gebäude an der Speicherstraße, das die Stadt als möglichen Standort fürs Obdadchlosenheim ausgewählt hatte. © Lutz Weidler

Riesa. Ein Bezug des Riesaer Obdachlosenheims in diesem Jahr ist wegen des Widerspruchs von Cargill vom Tisch. Das hat Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) am Mittwoch im Sozialausschuss der Stadt auf Nachfrage von Linke-Stadträtin Sonja György nochmals klargestellt. Wegen notwendiger Umbauten durch die Wohnungsgesellschaft Riesa (WGR) wäre ein Einzug vor dem Winter selbst dann utopisch, wenn der Widerspruch zurückgezogen wird. 

Gleichzeitig verteidigte Müller in der Sitzung das Vorgehen des Konzerns gegen harsche Kritik Györgys. "Wir leben in einem Rechtsstaat." Da sei es durchaus das Recht von Cargill als Drittbetroffenem, einen solchen Widerspruch einzulegen. Nach wie vor sei die Stadt an einer einvernehmlichen Lösung mit dem Ölwerk interessiert. Käme die nicht zustande und es würde der Rechtsweg angestrengt, "reden wir über ganz andere Zeiträume", so Müller. Zu konkreten Inhalten der jüngsten Gespräche mit Cargill äußerte sich der Oberbürgermeister mit Verweis auf das laufende Verfahren im öffentlichen Teil der Sitzung nicht. 

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Der derzeitige Standort des vom Roten Kreuz betriebenen Obdachlosenheims an der Klötzerstraße ist marode. Bereits seit Anfang der 2000er-Jahre sucht die Stadt nach alternativen Standorten. Ende 2019 war der Umzug an die Speicherstraße, direkt neben das Cargill-Gelände, vom Stadtrat beschlossen worden, die WGR hatte dafür bereits das Grundstück erworben. Anfang 2020 ging wiederum der Widerspruch von Cargill ein. Der Konzern sieht die Unterbringung von Menschen direkt neben dem Industriestandort kritisch. 

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