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Die Stimme hinterm Kreisel-Riesen

Damit die Skulptur nahe dem Krankenhaus künftig spricht, stand eine 17-jährige Schülerin jetzt am Mikrofon.

Elisaweta Stark stand jetzt für Tonaufnahmen am Mikro. Sie hat Texte eingesprochen, die künftig am Krankenhaus-Kreisel zu hören sein werden. Die Tonaufnahme übernahm Lehrer Jörg Riester.
Elisaweta Stark stand jetzt für Tonaufnahmen am Mikro. Sie hat Texte eingesprochen, die künftig am Krankenhaus-Kreisel zu hören sein werden. Die Tonaufnahme übernahm Lehrer Jörg Riester. © Eric Weser

Riesa. Eigentlich hatte Jörg Riester mit gut zwei Stunden gerechnet. Aber schon nach der Hälfte der Zeit war alles im Kasten. Die Frau am Mikro war gut vorbereitet.

Sieben Texte hat Elisaweta Stark jetzt eingesprochen. Einen über jede Partnerstadt von Riesa. Die im Städtischen Gymnasium entstandenen Aufnahmen werden bald am „Kreisel-Riesen“ nahe dem Riesaer Krankenhaus abrufbar sein.

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Dass die 2019 zum Tag der Sachsen aufgestellte Skulptur künftig gewissermaßen mit der Stimme einer jungen Frau spricht, hat nicht zuletzt mit Karin Scholz-Rewig zu tun. Die Lehrerin vom Städtischen Gymnasium Riesa ist auch Vorstandsmitglied im Verein Riesa und die Welt, der sich um die Pflege der Riesaer Städtepartnerschaften kümmert.

Im Verein hatte man die Idee, dass an der Riesenstatue noch etwas mehr passieren könnte, als dass auf Knopfdruck die Riesaer Partnerstädte auf der Weltkugel aufleuchten. Warum nicht noch eine Sprachausgabe mit Infos zu den Partnerstädten installieren, dachte man sich beim Verein. Doch: Wer soll die Texte aufsagen?

"Mir fiel Elisaweta ein, weil sie beim Info-Elternabend zur zweiten Fremdsprache so wunderbar gesprochen hat", erzählt Karin Scholz-Rewig. Die Schülerin und ihr Lehrerkollege Jörg Riester, der als Tontechniker fungieren sollte, hätten beide gleich zugesagt, erinnert sie sich. "Das war unkompliziert", so Karin Scholz-Rewig.

Etwas kniffliger sei das Erarbeiten der Texte über die Sommerferien gewesen. "Das hätte ich mir nicht so schwierig vorgestellt", sagt die Pädagogin, die auch Deutsch unterrichtet, im Nachhinein. So seien die Texte anfangs zum Beispiel oft zu lang gewesen.

Die Riesen-Skulptur aus Stahlblech am Krankenhaus-Kreisverkehr: Hier kann man sich über die Riesen-Sage informieren und über Riesas Partnerstädte. Bald auch mittels Audio-Information – eingesprochen von Elisaweta Stark.
Die Riesen-Skulptur aus Stahlblech am Krankenhaus-Kreisverkehr: Hier kann man sich über die Riesen-Sage informieren und über Riesas Partnerstädte. Bald auch mittels Audio-Information – eingesprochen von Elisaweta Stark. © Eric Weser

Umso mehr ist Karin Scholz-Rewig begeistert, wie Elisaweta Stark das Einsprechen gemeistert hat und lobt die gute Vorbereitung der Schülerin. Sie selbst habe vor allem versucht, ruhig zu bleiben, sagt die 17-Jährige, die in ihrer Freizeit Karate betreibt. Um wie vor den Sporteinheiten mit Meditation Stress abzubauen, dafür sei leider vor den Tonaufnahmen keine Zeit geblieben. Nach dem Geschichtsunterricht ging es direkt ans Mikro.

Nach ihrem Abschluss strebt die Riesaerin übrigens einen Sprechberuf an: Sie wolle Lehramt studieren, für Deutsch und Russisch, erzählt Elisaweta Stark. Sprachen, mit denen die in Kasachstan geborene und im Alter von zehn Monaten nach Deutschland gekommene junge Frau gleichermaßen aufgewachsen ist. Auf die Frage, ob sie sich selbst gern sprechen höre, winkt sie lachend ab: "Gar nicht!" Wenn sie Sprachnachrichten mit dem Handy aufnehmen, könne sie sich die selbst nicht anhören. "Ich find das total schrecklich."

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An der Stahl-Skulptur nahe dem Krankenhaus soll es bald Audio-Infos über Riesas Partnerstädte geben.

Wie Elisaweta Starks Stimme klingt, davon kann sich am Riesaer Kreisel-Riesen bald jeder selbst einen Eindruck verschaffen. Am Sonntag, 3. Oktober, soll dort um 10 Uhr die Sprachausgabe offiziell eingeweiht werden. Den Rahmen bilden die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der Städtepartnerschaft Riesas mit der französischen Stadt Villerupt.

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