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Riesaer organisieren private Schülerhilfe

Der Lernen fällt unter Pandemiebedingungen besonders schwer. Der Leo-Club Riesa und der Sprungbrett e. V. starten eigene Initiativen.

Zurück in der Schule haben Schüler viele Fragen.
Zurück in der Schule haben Schüler viele Fragen. © Sebastian Gollnow/dpa

Riesa. Seit dieser Woche dürfen Kinder und Jugendliche wieder in die Schule. Sie freuen sich, endlich ihre Klassenkameraden und Freunde zu sehen. Und natürlich auch ihre Lehrer. In den vergangenen Monaten, als der Unterricht nur von Zuhause aus möglich war, haben nicht nur soziale Kontakte gelitten, sondern auch die Bildung.

Schon jetzt gibt es die Sorgen, dass das "Corona-Abitur 2021" weniger wert ist als ein Reifezeugnis, das in normalen Zeiten erworben wird. Manches Unterrichtsfach ist in diesem Schuljahr auf der Strecke geblieben, zum Beispiel Sport, Kunst, Englisch und Gesellschaftskunde.

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"Viele Schüler verlieren wegen Corona den Anschluss in der Schule", sagt Jonah Eichler. Er ist der Vorsitzende des Leo-Clubs Riesa, der sich erst im vergangenen Herbst gegründet hat. Der Nachwuchs der Riesaer Lions hat deshalb eine ehrenamtliche Initiative gestartet.

Je nachdem, wer helfen kann

Die 14 jungen Erwachsenen - die meisten von ihnen sind Studenten, so wie Jonah - bieten kostenlosen Nachhilfe-Unterricht per Videokonferenz an. Er ist für Schüler der 5. bis 12. Klassen gedacht. "Je nachdem, wer aus unserer Runde helfen kann", sagt der 22-Jährige und fügt sofort an: "Wir sind keine Profis, aber wir wollen wenigstens versuchen, ein paar Oberschülern und Gymnasiasten Nachhilfe zu geben."

Unter den Riesaer Leos gibt es u.a. Leute, die Elektrotechnik und Betriebswirtschaftslehre studieren. Physik und Mathe sind für sie kein Problem. Anders sieht es da schon in Latein aus. Die spezielle Fremdsprache lernen nicht viele. Und trotzdem hat sich aus den Reihen des Leo-Clubs jemand bereit erklärt, auch dieses Fach zu betreuen.

Jonah Eichler und seine Mitstreiter haben an den drei Riesaer Gymnasien, den beiden hiesigen Oberschulen und dem Berufsschulzentrum die kostenlose Schüler-Nachhilfe angeboten. Das war vor drei Wochen. Doch bisher mit wenig Resonanz. Möglicherweise, weil erst jetzt wieder der Schulbetrieb angelaufen ist.

Bedarf gibt es genug

Doch das dafür Bedarf besteht, glaubt auch Janine Seemann vom Riesaer Wohltätigkeitsverein Sprungbrett. Sie arbeitet als Schulsozialarbeiterin am christlichen Rudolf-Stempel-Gymnasium in Riesa-Weida. Zusammen mit einer Mutter hat sie einen Schüleraustausch-Pool ins Leben gerufen.

Die Initiative sei durch Corona und den damit verbundenen Unterrichtsausfällen entstanden. Dabei sollen Schüler anderen Schülern beim Lernen helfen. Einige Weidaer Gymnasiasten hätten sich schon bereit erklärt, jede Woche eine Stunde kostenlose Nachhilfe zu geben.

Janine Seemann sei gerade dabei, diesen Schüleraustausch-Pool anzukurbeln und bekannt zu machen. Sie vermutet, dass es auch an anderen Schulen der Region ähnliche Privatinitiativen gibt. Wenn nicht, dann hofft sie, dass diese Idee woanders auch Schule macht. Der Sprungbrett Riesa e. V. betreut die Schulsozialarbeit an 13 Schulen im Landkreis Meißen und an zwei Oschatzer Bildungseinrichtungen.

Aber was wird aus den professionellen Schüler-Nachhilfen, für die Eltern bezahlen müssen? "Sie werden nicht untergehen, nur weil sich ein paar Jugendliche ehrenamtlich engagieren", sagt Jonah Eichler. Außerdem haben Privatschulen, wie z.B. der Studienkreis Riesa ganz andere Möglichkeiten und können auf versierte Lehrkräfte setzen.

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