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Großer Geldsegen für Strehlas Schalmeien

Das Vereinsleben bei den Spielleuten liegt wegen Corona brach. Aber die Erfüllung eines lang gehegten Wunschs und eine große Spende hellen die Stimmung auf.

Die Vorstände der Strehlaer Schalmeienzunft Uwe Boczek (l.) und Ilka Staude (r.) erhielten vom Vorsitzenden des SV Strehla Felix Naumann (M.) jetzt eine Spende über 5.000 Euro. Damit unterstützen die Sportler die Musiker beim Umbau von deren neuem Vere
Die Vorstände der Strehlaer Schalmeienzunft Uwe Boczek (l.) und Ilka Staude (r.) erhielten vom Vorsitzenden des SV Strehla Felix Naumann (M.) jetzt eine Spende über 5.000 Euro. Damit unterstützen die Sportler die Musiker beim Umbau von deren neuem Vere © Sebastian Schultz

Strehla. Große Freude bei der Strehlaer Schalmeienzunft um deren Vereins-Chef und musikalischen Leiter Uwe Boczek: Die Spielleute haben jetzt eine 5.000-Euro-Spende bekommen. Das Geld war bei einer Aktion vom Sportverein Strehla gesammelt worden. Der Sportklub hatte seinen Mitgliedern im Corona-Jahr 2020 überlassen, den Mitgliedsbeitrag zu bezahlen – und gleichzeitig aufgerufen, die Schalmeienzunft zu unterstützen, da dem Orchester pandemiebedingt Auftritte und damit auch Einnahmen weggebrochen waren.

Das traf einen Nerv: In kurzer Zeit kam eine erkleckliche Summe zusammen. Auch der SV-Vorsitzende Felix Naumann ist im Nachhinein positiv überrascht, welch großen Anklang die Aktion in seinem rund 300 Mitglieder großen Verein gefunden hatte. Anfangs habe er seine Bedenken gehabt, bekennt er. Doch selbst Ex-Mitglieder hätten die Idee gut gefunden und etwas beigesteuert, so Felix Naumann bei der Übergabe der Spende an die Schalmeienzunft-Vorstände Uwe Boczek und Ilka Staude.

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Die Musiker können die finanzielle Unterstützung gut gebrauchen. Denn mit dem Geld soll der Ausbau des künftigen Vereinsdomizils weiter vorangetrieben werden.

Schon seit einiger Zeit arbeitet die rund 60 Mitglieder zählende Zunft daran, das Strehlaer Bootshaus herzurichten, um es künftig für Proben und das Vereinsleben nutzen zu können. Die Idee dazu hatte es schon 2017 gegeben. Und ginge es nach den Musikern allein, wären sie längst in das städtische Gebäude am Stadtrand eingezogen. Immerhin träumt man bei den Schalmeien schon seit Jahren von einem eigenen Vereinssitz.

EU-Fördermittel und die Genehmigung für den Umbau des Gebäudes am Oppitzscher Weg zu besorgen, brauchte jedoch länger, als anfangs gedacht. Richtig losgelegt werden konnte deshalb erst im März 2020, als auch die Corona-Pandemie begann.

Trotz Pandemie sind die Arbeiten seitdem vorangegangen. Neben Firmen, die teils unentgeltlich arbeiteten und den Verein so sponserten, haben auch Vereinsmitglieder und deren Angehörige mit angepackt, um die zuletzt ungenutzte Immobilie auf Vordermann zu bringen.

Viel Platz zum gemeinsamen Musizieren: Im Obergeschoss des Bootshauses ist ein großer Proberaum entstanden, in dem künftig das gesamte Orchester gemeinsam spielen können soll.
Viel Platz zum gemeinsamen Musizieren: Im Obergeschoss des Bootshauses ist ein großer Proberaum entstanden, in dem künftig das gesamte Orchester gemeinsam spielen können soll. © Sebastian Schultz
Verewigt ist der Verein schon: In diesem Erdgeschossraum soll einmal das Vorstandsbüro einziehen. Mitglieder haben schon einmal das Vereinslogo an die Wand gezeichnet.
Verewigt ist der Verein schon: In diesem Erdgeschossraum soll einmal das Vorstandsbüro einziehen. Mitglieder haben schon einmal das Vereinslogo an die Wand gezeichnet. © Sebastian Schultz
Möbel, die zur Ausstattung des neuen Vereinsheims gehören, hat die Schalmeienzunft schon besorgt und eingelagert.
Möbel, die zur Ausstattung des neuen Vereinsheims gehören, hat die Schalmeienzunft schon besorgt und eingelagert. © Sebastian Schultz

Wann die Schalmeienzunft ihren Vereinssitz beziehen kann, ist noch nicht ganz klar. Zum einen hängt es davon, ob der Verein eine weitere Förderung für sein Projekt über den Landessportbund bekommt. Ziel sei jedoch, dieses Jahr alles so weit fertig zu bekommen, sagt Uwe Boczek bei einer Führung über die Baustelle.

Ungewiss ist aber, ob nach dem Bauende auch die pandemische Lage vorbei ist und dann wieder zusammen musiziert werden darf. Fest steht schon jetzt: Geprobt werden darf im Bootshaus nur bei geschlossenem Fenster, weil die Blasinstrumente und Trommeln ziemlich laut sind. Und so großzügig der künftige Orchesterprobesaal im Obergeschoss ist: Die bis zu 60 Mitglieder dürften unter den derzeitigen Abstandsregeln kaum hineinpassen.

Doch das ist Zukunftsmusik. Bei den Spielleuten ist man aktuell erst einmal froh, dass wegen der coronabedingten Zwangspause in den vergangenen Monaten niemand ausgetreten ist – obwohl die letzten Proben inzwischen gut ein halbes Jahr zurückliegen. Kürzlich habe ihn jemand gefragt, ob das Orchester auftreten könnte, erzählt Uwe Boczek. "Aber ich weiß ja noch nicht mal, ob wir noch ein Lied spielen können", habe er geantwortet.

Wie viele andere hoffen deshalb auch die Schalmeien auf eine Perspektive. Gerade die Kinder und Jugendlichen, immerhin jedes zweite Mitglied im Verein, bräuchten eine. Einen Lichtblick gibt es immerhin: Die Aussicht auf das bald fertige, vereinseigene Heim.

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