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Schandfleck an der B 169 soll verschwinden

Wenn es um den ehemaligen Konsum geht, hatten viele in der Gemeinde nur ein spöttisches Lächeln übrig. Doch jetzt könnte sich wirklich etwas tun.

Wer auf der B 169 von Riesa nach Gröditz fährt, kommt in Tiefenau an einem zugewucherten Grundstück vorbei.
Wer auf der B 169 von Riesa nach Gröditz fährt, kommt in Tiefenau an einem zugewucherten Grundstück vorbei. © Sebastian Schultz

Tiefenau. Ein alter Wohnwagen, Europaletten, sich türmende Betonfertigteile, wild wachsende Bäume – und mittendrin das ungenutzte ehemalige Konsumgebäude: Dieses Grundstück an der B 169 in Tiefenau fällt im ansonsten gepflegten Ort schon lange negativ auf. Seit Jahren ärgert der Zustand viele Anwohner. Wohl oder übel hat man sich aber damit arrangiert, wie der Eigentümer die unbewohnte 700-Quadratmeter-Parzelle hinterlässt.

Dass der Eigentümer immer wieder bekundet hatte, ein Eigenheimprojekt auf der Fläche umsetzen zu wollen, wurde schon vor Jahren von manchen Gemeinderäten nurmehr milde belächelt: Zwar hatte der Senior im Laufe der Zeit die Baugenehmigung für sein Projekt immer wieder verlängern lassen und auf Nachfrage auch unterstrichen, er wolle mit dem Bau starten. Taten waren den Ankündigungen aber nie gefolgt. 

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Inzwischen, so Gemeindechef Hannes Clauß (parteilos), ist diese Baugenehmigung wegen einer Fristüberschreitung verwirkt. Trotz alledem soll aber die Aussicht bestehen, dass sich auf dem Grundstück etwas zum Positiven verändert. 

Baumaschinen oder Bungalow?

Demnach gibt es  jemanden, der das Stück Land kaufen will. Der Interessent kann sich aber offenbar ganz unterschiedliche Entwicklungen vorstellen: eine zum Wohn- oder Ferienhausgrundstück – aber auch zum Gewerbeareal, auf dem Baumaschinen vermietet und verkauft werden. Wie die beiden Optionen von der zuständigen Baubehörde gesehen werden, danach  hat sich der Interessent jetzt erkundigt. Die beim Landratsamt angesiedelte Baubehörde hat das Thema wiederum der Gemeinde Wülknitz als betroffener Kommune vorgelegt.

Obwohl die Anfrage keine konkreten Pläne enthielt: In Wülknitz ist man zunächst froh, dass sich überhaupt etwas auf dem Grundstück tun soll, so der Tenor bei der Gemeinderatssitzung am 13. Oktober. Mit einer Wohnbebauung hat niemand ein Problem, wurde in der Debatte deutlich – das würde ins von Eigenheimen geprägte Ortsbild passen. 

Betonteile, Europaletten, Bauholz: Auf dem Grundstück an der Tiefenauer Hauptstraße türmt sich so einiges. Dahinter gelegen und kaum mehr zu erkennen: das einstige Konsumgebäude.
Betonteile, Europaletten, Bauholz: Auf dem Grundstück an der Tiefenauer Hauptstraße türmt sich so einiges. Dahinter gelegen und kaum mehr zu erkennen: das einstige Konsumgebäude. © Sebastian Schultz

Bei der Variante Baumaschinenverkauf und -vermietung gingen die Meinungen auseinander. Gemeinderat Jens Kraze (Wählergemeinschaft St. Florian), der auch Ortschaftsrat in Tiefenau ist, sprach sich dafür aus. "Es kann nur besser werden." Auch die Anwohner im Ort hätten damit kein Problem, machte er deutlich. Man solle nichts einschränken oder Nutzungsmöglichkeiten verbauen. Wo gebe es denn in der Gemeinde noch Gewerbeflächen?

Mirko Pöll (Ortsverein Wülknitz) wollte einer gewerblichen Nutzung hingegen ungern zustimmen. Ebenso Ramona Raschke (CDU). Sie befürchtete Probleme beim Zufahrtsverkehr wegen der direkt vor dem Grundstück verlaufenden Bundesstraße. Und ob die Anwohner tatsächlich noch zufrieden seien, wenn so ein Baumaschinenverleihbetrieb laufe? Für sie komme der Vorschlag nicht infrage.

Die Variante Wohnbebauung nahmen die Räte am Ende einstimmig an. Eine Nutzung des Areals als Baumaschinenverkauf und -vermietung lehnte die Runde mehrheitlich ab.

Viel mehr als ein Stimmungsbild ist das Votum allerdings nicht: Die Entscheidung, was  auf der Fläche passieren darf, liegt zunächst bei der Baubehörde im Landratsamt. (SZ)

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