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Schlussstrich unterm Corona-Fasching

Strehlas Karnevalisten haben den Rathausschlüssel zurückgegeben. Die Bilanz nach der 45. Saison ist eindeutig.

Faschingsende unter Corona-Bedingungen: Im Beisein von Prinzenpaar Sandra und Sandro (l.) ging der Rathausschlüssel von den Narren um Präsident Herbert Naumann (2.v.r.) zurück an Strehlas Stadtchef Jörg Jeromin (M.).
Faschingsende unter Corona-Bedingungen: Im Beisein von Prinzenpaar Sandra und Sandro (l.) ging der Rathausschlüssel von den Narren um Präsident Herbert Naumann (2.v.r.) zurück an Strehlas Stadtchef Jörg Jeromin (M.). © Klaus Dieter Bruehl

Strehla. Ein Hauch von Umzug war dann doch. Eine Handvoll Mitglieder vom Strehlaer Carnevals Club (SCC) hatte es sich am Sonntag nicht nehmen lassen, die Route abzulaufen, auf der unter normalen Umständen der traditionelle Faschingsumzug durch den Ort gezogen wäre. SCC-Sprecher Thomas Münch erinnert sich an Kaiserwetter und den ein oder anderen, der vom Fenster aus die närrischen Spaziergänger begrüßte. Zufällig sei auch jemand mit Lausprechern und lauter Musik die Straße entlang gekommen. "Das haben wir als sehr angenehm empfunden", sagt der Karnevalist lachend. Dennoch: Ein richtiger Strinkser Umzug geht anders.

Für Strehla war es die zweite Saison in Folge ohne buntes Treiben, nachdem voriges Jahr der Korso aus Sorge vor einem Sturm sicherheitshalber kurzfristig abgesagt worden war. In der aktuellen Saison kam hinzu, dass coronabedingt außerdem keine Faschingsfeiern im Strehlaer Lindenhof stattfinden konnten. Das bedeutete auch: Keine Auftritte für die Funkengarden, die zu den Aushängeschildern des Clubs zählen. Mehr, als sich mit Online-Training fit zu halten, blieb den Tänzern nicht. Auch die traditionellen Wettbewerbe nach der eigentlichen Faschingssaison, wird es diesmal nicht geben.

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Aus den widrigen Umständen haben Strehlas Faschingsverrückte versucht, das Beste zu machen. An den vorigen beiden Wochenenden flimmerte ein Best-Of aus den vergangenen Karnevalsjahren als "ultimative Strinkser Faschingsshow" über viele Bildschirme, um ausgelassene Stimmung wenigstens in die Wohnzimmer zu bringen. Die Aktion sei gut angekommen, resümiert SCC-Sprecher Thomas Münch. Im Nachgang werde der insgesamt fast vierstündige Film nun auch auf DVD nachgefragt, so dass schon extra Hüllen und Cover nachbestellt werden mussten. Der ein oder andere wollen sich die filmische Zusammenstellung eben als dauerhaftes Erinnerungsstück sichern.

Nach der Rückgabe des Rathausschlüssels an Strehlas Bürgermeister Jörg Jeromin (FWG) am Aschermittwoch, fällt das Resümee dieser Saison beim SCC eindeutig aus: Man ist zwar froh, trotz aller Unbilden eine fünfte Jahreszeit gestaltet zu haben, so dass die Saison nicht als "ausgefallen" in die Geschichte des Strinkser Karnevals eingeht. Wofür auch SCC-Präsident Herbert Naumann allen Mitgliedern und Unterstützern dankt.

Dennoch ist für die Strehlaer Karnevalisten klar: Eine Saison wie der 45. wollen sie möglichst nicht noch mal haben. Bei der nächsten, die am 11. November dieses Jahres eingeläutet wird, ist hoffentlich alles wieder beim Alten. Gedanken über das Motto dafür haben sich die SCC-ler zwar noch nicht gemacht. Aber von einer Umfrage aus dem Jahr 2020 sind noch einige Vorschläge übrig, erzählt SCC-Sprecher Thomas Münch. Vielleicht gebe es ja außerdem auch noch andere, neue Ideen. "Wir legen da mal das Ohr an die Masse."

Die Große Strinkser Faschingsshow auf DVD kann für 10 Euro das Stück beim SCC bestellt werden (Telefon 0175 8569081).

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