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Schmiedewerker pflanzen Bäume für den Klimawandel

Südlich vom Gröditzer Stahlwerk werden Amerikanische Roteichen gepflanzt. Sie haben manche Vorteile gegenüber deutschen Eichen.

Von Jörg Richter
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Mitarbeiter der Schmiedewerke Gröditz pflanzen Bäume auf dem Betriebsgelände.
Mitarbeiter der Schmiedewerke Gröditz pflanzen Bäume auf dem Betriebsgelände. © Schmiedewerke gröditz

Gröditz. Fußballclubs haben alle besondere Vereinsfarben, an denen man Spieler und Fans sofort von Weitem erkennt. Bei Dynamo Dresden ist es Schwarz-Gelb, bei RB Leipzig Rot-Weiß und die BSG Stahl Riesa liebt es blau-weiß. Das ist im Sport ganz normal. Auch Firmen nutzen Farben als Werbeeffekt. Berühmt sind die lila Kuh von Milka und das Magenta-Rot der Deutschen Telekom.

Auch die Schmiedewerke in Gröditz haben eine Traditionsfarbe: Rot. Die Arbeitskleidung der hiesigen Metallurgen ist deshalb auch rot. Und nun setzt das Gröditzer Unternehmen noch eins drauf. In dem Wäldchen, südlich des Stahlwerks, werden künftig leuchtend-rote Baumkronen zu bewundern sein.

Mitarbeiter aus allen Bereichen der Schmiedewerke Gröditz haben in dieser Woche damit begonnen, auf einer Lichtung, die zum Werksgelände gehört, Amerikanische Roteichen zu pflanzen. Insgesamt 15 Bäume dieser Sorte kamen und kommen in den Boden. Nächste Woche will auch der Vorsitzende der Geschäftsführung der Schmiedewerke Gröditz GmbH, Jens Overrath, seinen Baum pflanzen.

Ursprünglich ein beliebter Parkbaum für Reiche

Allerdings sei die Farbe nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl der neuen Bäume gewesen. Wie Unternehmenssprecherin Ina Klix mitteilt, sei es den Schmiedewerken in erster Linie darum gegangen, Bäume zu pflanzen, denen der Klimawandel nichts anhaben kann. Deshalb habe man sich für die Amerikanische Roteiche entschieden.

Wie der Kartoffelkäfer stammt auch die Roteiche aus Übersee. Und wie der Kartoffelkäfer ist sie schon vor mehreren Hundert Jahren nach Europa gekommen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Amerikanische Roteiche wegen ihrer schönen Herbstfärbung in vielen herrschaftlichen Parks gepflanzt. Von dort aus verbreitete sich diese Sorte auch in heimische Wälder und bedeckt heute etwa 0,5 Prozent der deutschen Wälder. In einigen Bundesländern, wie zum Beispiel Niedersachsen, ist die Amerikanischen Roteiche sogar die häufigste ausländische Laubbaumart.

Und es könnten noch mehr werden. Denn die Roteiche wächst schneller als die heimischen Eichenarten. Bei jungen Bäumen werden Jahrestriebe bis 2,50 Meter beobachtet. Außerdem ist die Roteiche resistenter gegen Schädlinge und verträgt Wärme und Trockenheit besser als deutsche Eichen.

Die Standorte für die Roteichen der Schmiedewerke wurden übrigens durch Luftaufnahmen ermittelt. Eine Drohne hatte eine passende freie Fläche im südlichen Teil des Werksgeländes entdeckt. Die Bäume stammen aus der Forstbaumschule in Zeischa bei Bad Liebenwerda. Grit Brößgen aus der Abteilung Einkauf hatte sie besorgt. Thomas Börner aus dem Bereich Werkserhaltung kümmerte sich um Spaten, Schaufeln und Hacken. Dann konnte es losgehen.

"Die Baumpflanzung ist ein kleiner, weiterer Beitrag unseres Unternehmenss für den Klimaschutz", sagt Ina Klix. Bereits in der Vergangenheit haben die Schmiedewerke Bäume gepflanzt. Zudem bemühen sich die Gröditzer, künftig sogenannten Green Steel (Grüner Stahl) herzustellen. Dabei soll Erdgas als Verbrennungsmittel durch Wasserstoff abgelöst werden. Bis 2040 soll die Produktion klimaneutral sein.