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So geht's ins Impfzentrum

Gerade aus dem Süden und Osten des Landkreises ist der Weg in die Riesaer Sachsenarena weit. Die SZ hat sich Verbindungen angeschaut.

Regionalzug, Bus, Taxi – oder der eigene Pkw? Es gibt viele Wege, um zum Impfzentrum für den Landkreis Meißen in der Riesaer Sachsenarena zu kommen. Nicht jeder ist günstig, und nicht jeder ist schnell.
Regionalzug, Bus, Taxi – oder der eigene Pkw? Es gibt viele Wege, um zum Impfzentrum für den Landkreis Meißen in der Riesaer Sachsenarena zu kommen. Nicht jeder ist günstig, und nicht jeder ist schnell. © Foto: E. Weser, Visualisierung: freepik.com/macrov

Riesa/Landkreis. Wer älter als 80 Jahre ist, zu Hause lebt und sich gegen das Coronavirus immunisieren lassen möchte, muss einige Hürden nehmen: Nicht nur ein Impftermin will telefonisch oder über das Online-Portal ergattert sein. Wenn das geschafft ist, müssen auch noch der Hin- und Rückweg ins Impfzentrum bewältigt werden. Und egal ob Thiendorf, Radeburg oder Radebeul: Aus einigen Gegenden im Landkreis Meißen ist es ein ganzes Stück bis in die Riesaer Sachsenarena. Die SZ hat sich das Thema Anreise unter der Lupe angeschaut.

Mit dem Pkw

Am wenigsten problematisch dürfte es für ältere Menschen mit eigenem Pkw werden, die sich in der Region auskennen oder ein Navigationsgerät haben. Oder Senioren, die auf Verwandte als Chauffeure zurückgreifen können.

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Mit dem ÖPNV

Eine weitere Möglichkeit für An- und Abreise: öffentlicher Personennahverkehr. Der dafür in der Region zuständige Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) teilt auf Anfrage mit, derzeit allerdings keine besonderen Angebote im Zusammenhang mit den Impfzentren anzubieten. "Busse und Bahnen im VVO-(Gebiet, d. Red.) und damit auch im Landkreis Meißen fahren nach Schulfahrplan und binden die Sachsenarena damit relativ häufig an", sagt Sprecher Christian Schlemper. So gebe es allein zwischen Riesaer Bahnhof und der Arena bis zu fünfmal stündlich eine direkte Busverbindung. Bis zu 20 Minuten Fahrzeit sind dafür einzuplanen.

Weitere Verbindungen einzurichten, ist aus Sicht des Verbundes zumindest derzeit nicht nötig, da nur rund 100 Impfdosen pro Impfzentrum täglich zur Verfügung stehen, so der VVO unter Berufung der Angaben des Deutschen Roten Kreuzes, das die Impfzentren betreibt. Die Lage könne sich aber ändern, wenn weiterer Impfstoff zur Verfügung steht.

Wer bei der Fahrt mit Bussen oder Regionalbahnen innerhalb einer Tarifzone bleibt – das betrifft um Riesa zum Beispiel weite Teile der Gemeinden Strehla, Zeithain, Glaubitz oder Nünchritz – für den kann eine Tageskarte genügen. Kosten für über 60-Jährige: 5,50 Euro pro Person. Wer durch zwei Tarifzonen muss – etwa von Gröditz, Großenhain oder Lommatzsch aus – kann mit 8 Euro rechnen. Eine Tageskarte für den gesamten Verbundraum kostet beim VVO ermäßigt, und damit auch für Personen über 60 Jahre, 13 Euro pro Person.

Weitere Infos zum ÖPNV inklusive Verbindungen und Preisen gibt es beim VVO online oder auch unter 0351 8526555.

Mit dem Taxi

Wem Busse und Bahnen nichts sind oder wer zumindest in Riesa nicht auf den Bus zur Arena warten möchte, der kann auch Taxis in Anspruch nehmen. Die Fahrt vom Riesaer Bahnhof zur Arena kostet laut Riesaer Taxigenossenschaft etwa 7,50 Euro. Der Landkreis Meißen hatte die Strecke bei der letzten Tarifanpassung als Beispielstrecke genutzt und einen Preis von 10,30 Euro ausgerechnet. Wer das Taxi nutzt, braucht es während seines Termins nicht vor der Arena warten zu lassen. Die Dreiviertelstunde, die Impfwillige einrechnen sollten, kostet 27 Euro. Dann solle man lieber von vor Ort ein neues Taxi rufen, sagt der Riesaer Taxisgenossenschafts-Vorstand Frank Dill. Er rechnet durchaus damit, dass auch die Taxen einige Fahrten zum Impfzentrum absolvieren werden.

Weitere Infos zu Konditionen zum Beispiel bei der Taxigenossenschaft Riesa: 03525 733777.

Mit dem Fahrdienst

Ein weiteres Angebot sind Fahrdienste, wie sie etwa der Riesaer Ortsverband des Arbeiter-Samariter-Bund anbietet. Die Fahrdienste sind besonders auf Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit und auf Mitnahme von Rollatoren oder auch Rollstühlen ausgelegt. Kostenmäßig liegt der Service dem Vernehmen nach in der Größenordnung dessen, was für Taxibeförderungen veranschlagt wird. Die genauen Konditionen sind bei den Fahrdiensten zu erfragen. Beim ASB bittet man um rechtzeitige Voranmeldung, um Einzelheiten abklären zu können – spätestens einen Tag vor dem eigentlichen Impftermin.

Weitere Infos zu Konditionen beim ASB-Ortsverband Riesa: 03525 733227. Auch das Unternehmen Provitus aus Riesa bietet einen Fahrdienst an. Kontakt: 03525 6577730.

Gleichwohl: Einen Zwang, als Meißner Landkreisbewohner ins Impfzentrum zur Riesaer Sachsenarena zu müssen, gibt es nicht. Wer beispielsweise in Radebeul wohnt, könnte sowohl mit dem Auto, Taxi oder ÖPNV schneller im Dresdner Impfzentrum sein. Mit S-Bahn und Straßenbahn ab Radebeul-Ost ist der Standort in der Dresdner Messe binnen einer halben Stunde erreichbar. Nach Riesa zur Arena braucht es von dort eine ganze Stunde.

Auch Thiendorfer könnten überlegen, ins östlich gelegene, 31 Kilometer entfernte Kamenz zu fahren, statt 37 Kilometer gen Westen nach Riesa. ÖPNV-Nutzer sollten aber lieber Riesa vorziehen: Trotz annähernd zwei Stunden für eine Strecke mittels Buslinien ist das schneller als Bus- und Bahnbummelei nach Kamenz, die drei und mehr Stunden dauern kann.

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Voraussetzung bleibt allerdings, überhaupt einen Impftermin zu haben. Angesichts der aktuellen Impfstoffknappheit bleibt das wohl vorerst die größte Hürde. Beim Start im Riesaer Impfzentrum am Montag stellte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) in Aussicht, dass es mehr Impftermine, Impfzentren-Außenstellen sowie Impfbusse geben wird, sobald mehr Impfstoff verfügbar wird. Allerdings ist offen, wann es so weit sein wird. Auch die Hausärzte sollen beim Impfen helfen, wenn Vakzine verfügbar werden, die keine so hohen Ansprüche an die Kühlung stellen, wie das aktuell einzig verfügbare Präparat von Biontech und Pfizer. Auch hier ist die Zeitschiene bisher unklar.

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