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So steht es um Riesas neue Poliklinik

Im Mai waren Pläne für das neue Medizinische Vorsorgezentrum publik geworden. Inzwischen hat sich im Hintergrund einiges getan.

Auf dieser gut 4.500 Quadratmeter großen Grünfläche nahe der Elbe soll das neue Medizinische Vorsorgezentrum der Elbland-Polikliniken in Riesa entstehen.
Auf dieser gut 4.500 Quadratmeter großen Grünfläche nahe der Elbe soll das neue Medizinische Vorsorgezentrum der Elbland-Polikliniken in Riesa entstehen. © Eric Weser

Riesa. Sie soll ein Leuchtturm-Projekt im Landkreis werden: die neue Poliklinik am Riesaer Elbufer nahe dem Muskator-Gelände. Es war im Mai, als im Rahmen eines städtischen Grundstücksverkaufs bekannt wurde, dass das neue Gesundheitszentrum für Riesa auf dem Areal der ehemaligen Chlorodont-Fabrik am Elbufer entstehen soll.

Seither ist es etwas ruhiger um das Projekt geworden. Grund genug für sächsische.de, bei den Beteiligten nachzufragen, wie es um das Neubau-Vorhaben steht.

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Betreiben will das neue Ärztezentrum künftig eine Tochterfirma der Elblandkliniken, die Elbland Polikliniken. Man sei bei dem Projekt aktuell in der Bauplanungsphase, sagt deren Geschäftsführer Ralph Schibbe. Mit dem Investor sei man aktuell dabei abzustimmen, wo sich in dem neuen Gebäude welche Praxisräume befinden werden. Damit werde auch der Bauantrag für das Gebäude vorbereitet, so Schibbe.

Ralph Schibbe ist Geschäftsführer der Elbland Polikliniken.
Ralph Schibbe ist Geschäftsführer der Elbland Polikliniken. © Archivfoto: Claudia Hübschmann

Neben der bauplanerischen werde derzeit außerdem die vertragliche Schiene bearbeitet. Die ist durchaus komplex, macht der Elbland-Polikliniken-Chef deutlich. Es gehe beim Mietvertrag für die neue Klinik nicht um einen einfachen Mietvertrag, wie man ihn aus anderen Zusammenhängen kenne. Unter anderem werde der Vertrag relativ langfristig angelegt sein. Laut Ralph Schibbe werde die Vertragsdauer in Jahren "auf jeden Fall zweistellig". Wegen der sich daraus ergebenden finanziellen Dimension müsse auch zunächst der Aufsichtsrat der Muttergesellschaft, also der Elblandkliniken, über die Vereinbarung abstimmen. Vorsitzender des Elblandkliniken-Aufsichtsrates ist der Meißner Landrat Ralf Hänsel (parteilos).

Insgesamt sei man bei dem Projekt auf einem guten Weg, macht Elbland-Polikliniken-Chef Ralph Schibbe im Gespräch mit sächsische.de deutlich.

Ähnlich äußert sich auch der Investor, der den Klinikneubau errichten und künftig an die Elbland Polikliniken vermieten will. Dabei handelt es sich um die Hentschke-Gruppe, ein Unternehmen aus der Baubranche mit Hauptsitz in Bautzen.

Laut Hentschke sind die planerischen Entwürfe für das künftige Gebäude abgeschlossen. Auf eine Bauvoranfrage habe man bereits eine positive Resonanz erhalten. "Aktuell werden Baubeschreibung, Ausstattung und der Mietvertrag besprochen, nach dessen Unterzeichnung dann unmittelbar mit der Bauantragsplanung begonnen wird", teilt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage mit.

So könnte das MVZ samt Parkplätzen davor an der Elbstraße aussehen. Der Entwurf war beim Verkauf des elbnahen Grundstücks an einen Hentschke-Ableger im Mai publik geworden.
So könnte das MVZ samt Parkplätzen davor an der Elbstraße aussehen. Der Entwurf war beim Verkauf des elbnahen Grundstücks an einen Hentschke-Ableger im Mai publik geworden. © Hentschke Bau

Wann werden auf dem Grundstück neben dem Elberadweg die Bagger anrollen, um das neue Arztzentrum zu errichten? Als im Mai Riesas Stadträte zugestimmt hatten, dass das städtische Grundstück am Elbufer für reichlich 190.000 Euro an einen Hentschke-Ableger verkauft wird, war von einem Baubeginn im Februar 2022 die Rede.

Nun soll es etwas später losgehen, teilt Hentschke auf Nachfrage mit: "Nach aktuellem Stand der Dinge ist ein Baubeginn im 2. Quartal 2022 realistisch." Damit könnte sich auch die ursprünglich für das zweite Halbjahr 2023 in Aussicht gestellte Fertigstellung nach hinten verschieben.

Bleibt die Frage, warum die Elbland Polikliniken den Bau des neuen Medizinischen Vorsorgezentrums in Riesa nicht selbst übernehmen? Geschäftsführer Ralph Schibbe kommentiert das mit einem Sprichwort: "Schuster, bleib' bei deinen Leisten." Angesichts der Baupreisentwicklung und der Tatsache, dass die Elblandkliniken in Riesa und Radebeul in große Bauprojekte eingespannt seien, sei man froh, mit Hentschke jemanden gefunden zu haben, der als Bauherr und künftiger Vermieter auftrete, so der Elbland-Polikliniken-Geschäftsführer. Selbst gebaut hätten die Elbland Polikliniken bisher außerdem noch nie.

Praxen-Bündelung am Elbufer

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Die Elblandpolikliniken wollen ihre Riesaer Praxen an einem Ort bündeln. Ein erster Schritt dahin ist nun erfolgt.

  • In dem neuen Medizinischen Vorsorgezentrum (MVZ) an der Bahnhofstraße sollen neun Arztpraxen unterkommen (u.a. Innere Medizin/Onkologie, Urologie, Allgemeinmedizin) sowie eine Physiotherapie und Apotheke.
  • Das neue Objekt soll die bisher im Riesaer Stadtgebiet an verschiedenen Stellen befindlichen Praxen an einer Stelle bündeln.
  • Versuche, die verstreuten Praxen an einem MVZ-Standort in Riesa zu vereinen, hatte es in den vergangenen Jahren mehrere gegeben. Sie verliefen aber alle aus verschiedenen Gründen erfolglos.
  • Weitere MVZ betreiben die 2007 gegründeten Elbland Polikliniken unter anderem in Meißen, Weinböhla und Großenhain. Ein so großes MVZ, wie es in Riesa geplant ist, gibt es allerdings bislang nicht.

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