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Spargelhof zufrieden mit der Saison

Trotz späten Starts fällt die Bilanz in Nauwalde kurz vorm Ende der Ernte positiv aus. Eine Sache jedoch sorgt für Bedauern.

Diese Spargelstangen ragten Ende Mai aus den Nauwalder Dämmen. Reichlich einen Monat später geht die Ernte nun zu Ende.
Diese Spargelstangen ragten Ende Mai aus den Nauwalder Dämmen. Reichlich einen Monat später geht die Ernte nun zu Ende. © Sebastian Schultz

Gröditz/Naundorf. Eigentlich markiert der 24. Juni das traditionelle Ende der Spargelsaison. Doch dieses Jahr war das ein wenig anders. Die Erntehelfer waren am Donnerstag noch da und stachen das Edelgemüse auch an Sankt Johanni. Am Sonnabend, 26. Juni, wird dieses Jahr letzter Verkaufstag sein, sagt Julius von der Decken vom Nauwalder Spargelhof zu sächsische.de.

Insgesamt sei die Saison trotz des späten Starts gut gelaufen, resümiert der Landwirt kurz vorm Wochenende. Zwar sei es erst spät und auch relativ verhalten mit der Ernte losgegangen. Auch seien die Temperaturen im Damm dann nicht die höchsten gewesen, so Julius von der Decken. Der Spargelqualität hatte das aber keinen Abbruch getan.

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Preisverfall bleibt aus

Die mäßigen Temperaturen hatten aus Sicht des Spargelerzeugers auch ökonomisch gesehen ihr Gutes. Denn so blieb eine Spargelschwemme aus. "Das ist ja immer das Problem, wenn die Temperaturen zu sehr steigen: Dass dann plötzlich zu viel Spargel auf dem Markt ist und die Landwirte darum kämpfen, ihn loszuwerden", erklärt Julius von der Decken. Die Folge solcher Entwicklungen habe man in anderen Jahren schon beobachten können: Preise von zwei bis drei Euro pro Kilo. Damit ließen sich die Kosten aber nicht erwirtschaften, so der Landwirt. Mehr noch, es werde Verlust gemacht. Um den noch etwa zu begrenzen, werde das Gemüse zu niedrigen Preisen losgeschlagen.

Das sei in diesem Jahr glücklicherweise ausgeblieben. "Angebot und Nachfrage passte die ganze Zeit zusammen", so Julius von der Decken. Einerseits wegen der Temperaturen. Aber auch, weil andere Produzenten Flächen aus dem Markt genommen hätten. Das habe ein Preisniveau ergeben, mit dem sich arbeiten ließ, so der Landwirt, nach dessen Worten das Kilo Nauwalder Spargel diese Saison im Schnitt 9,90 Euro kostete.

Auch dieses Jahr kamen wieder viele Menschen aufs Spargelfeld bei Nauwalde, um selbst zu ernten. Einen so großen Ansturm wie bei der Premiere 2020 gab es aber dieses Jahr nicht.
Auch dieses Jahr kamen wieder viele Menschen aufs Spargelfeld bei Nauwalde, um selbst zu ernten. Einen so großen Ansturm wie bei der Premiere 2020 gab es aber dieses Jahr nicht. © Spargelhof zufrieden mit der Saison

Schade sei, dass die Gastronomie als Spargelabnehmer erst ganz zum Schluss der Saison dabei gewesen sei, sagt Julius von der Decken. Das mache sich auch bei der Menge bemerkbar. Ohne Gaststätten werde dann doch weniger Spargel gegessen, schätzt der Landwirt. Der Nauwalder Spargelhof habe sich angepasst – und seine Produkte anderweitig an die Leute gebracht.

So wurden erstmals mehrere Marktschwärmereien beliefert – unter anderem in Freiberg, Leipzig, Lossatal und Riesa. Für die seit einem Jahr existierende Schwärmerei in Riesa wünscht sich Spargelerzeuger Julius von der Decken noch ein paar mehr Kunden. Auf den Märkten, bei denen Verbraucher vorbestellte Ware direkt von den Erzeugern erhalten, will der Nauwalder Spargelhof auch im nächsten Jahr präsent sein.

Anlage ausgelaugt

Neben Marktschwärmereien, Verkaufsständen und den Hofläden gab es in Nauwalde außerdem dieses Jahr wieder die Option Selbsternte. Die Möglichkeit, den Spargel eigenhändig auf dem Feld zu stechen, sei auch dieses Jahr wieder gut angenommen worden, sagt Julius von der Decken. Eine so überwältigenden Resonanz wie bei der Premiere 2020 habe es aber nicht gegeben, so sein Eindruck. Das Selbsternte-Feld hat der Spargelhof nach eigenen Angaben schon vorige Woche geschlossen. "Die Stangenqualität hatte abgenommen, da haben wir gesagt: Wir machen Schluss, die Anlage ist ausgepowert."

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Für die Nauwalder Spargelflächen beginnt jetzt die Zeit der Regeneration. Nach dem Ende der Ernte bekommen die Pflanzen die Möglichkeit, Kraft fürs nächste Jahr zu tanken. Für Landwirt Julius von der Decken geht es indes mit anderen Ernten weiter: Momentan sind die Erdbeeren dran. Danach geht es mit Gerste, Raps und Weizen weiter. Dann sind der Mais und die Zuckerrüben an der Reihe.

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