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Fast 300 Motorradfahrer in Riesa erwartet

Auch unter Corona-Bedingungen soll ein Traditionsrennen wieder stattfinden können. Nur Stroh stehlen, das darf niemand.

Hans-Jürgen Macioschek ist Haupt-Organisator des Riesaer Oldtimer-Motorrad-Rennens. Rund 80 Helfer wirken dabei mit.
Hans-Jürgen Macioschek ist Haupt-Organisator des Riesaer Oldtimer-Motorrad-Rennens. Rund 80 Helfer wirken dabei mit. © Sebastian Schultz

Riesa. Vor anderthalb Jahren konnte mit dem Begriff Inzidenz noch keiner was anfangen. Seit Corona ist er in aller Munde – und auch Hans-Jürgen Macioschek beschäftigt sich nun Tag für Tag damit. Notgedrungen. Denn das Riesaer Traditionsrennen rund ums Weidaer Dreieck ist wegen Corona schon einmal ausgefallen – und das soll sich dieses Jahr keinesfalls wiederholen. Deshalb hat sich der Organisator der Oldtimer-Rennveranstaltung nun mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt, um die Auflagen für das am 21. und 22. August 2021 geplante Motorrad-Spektakel abzuklären.

"Bis zu einer Inzidenz von unter zehn ist noch alles im grünen Bereich", sagt der Riesaer. Zum Vergleich: Am Mittwoch war der Wert gerade auf etwas mehr als fünf geklettert. Bleibt er einstellig, gilt für die Besucher des Rennens keine Testpflicht, sie müssen keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Auch auf die Kontaktverfolgung kann verzichtet werden. Allerdings gilt ein Mindestabstand von anderthalb Metern – aber der sollte sich bei gutem Willen auf dem weitläufigen Renngelände am Stadtrand einhalten lassen.

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Schön und laut: historische Rennmotorräder. Im Bild ein Teilnehmer des Weidaer-Dreieck-Rennens von 2017.
Schön und laut: historische Rennmotorräder. Im Bild ein Teilnehmer des Weidaer-Dreieck-Rennens von 2017. © Sebastian Schultz

Spannender wird es bei einem Inzidenzwert zwischen zehn und unter 35: Dann gilt eine Testpflicht, wenn der Mindestabstand von anderthalb Metern nicht eingehalten werden kann. Alternativ sieht das Konzept vor, dass ein Genesungs- oder Impfnachweis vorgelegt wird. Hans-Jürgen Macioschek hofft, dass es nicht so weit kommt. Sicherheitshalber hat er aber sogar schon mal einen Karton mit 1.000 Zetteln für die Kontaktnachverfolgung vorbereitet, sollte die doch noch nötig werden.

So oder so warten auf die Freunde alter Renntechnik aber aufregende Momente: Mehr als 270 Teilnehmer haben sich für das Rennen angesagt. Darunter sind auch 30 Fahrer, die am Awo-Sonderlauf teilnehmen wollen. Der war aus Anlass "70 Jahre Awo" schon 2020 geplant, war aber ebenfalls Corona zum Opfer gefallen.

Etliche Maschinen vom legendären Motorradhersteller der Nachkriegszeit sollen zu erleben sein. Darunter auch die seltene Doppelnocke, sogar doppelt: als verkleidete wie als unverkleidete Version.

Und während die Motorräder um den Rundkurs auf den für das Rennen abgesperrten Straßen dröhnen, wird eine andere Seltenheit als stehendes Exponat zu bewundern sein: Ein Zweitakt-Vierzylinder-Motor mit 250 Kubikzentimetern aus dem Hause Simson, von dem 1957 nur eine Handvoll für die Werksrennmaschinen gebaut wurden, wie Hans-Jürgen Macioschek weiß. "Wir können das Exemplar ausstellen, das womöglich als einziges die Jahrzehnte überstanden hat."

Insgesamt 80 Helfer sorgen dafür, dass das Rennen zwischen dem Heideberg, Mautitz und Groptitz stattfinden kann. Allein zwölf Streckenposten sind darunter, Techniker für die Stromversorgung, Beschallung, Spezialisten für die elektronische Zeitnahme, Helfer für die Versorgung, Notarzt und Rettungssanitäter. Und wie jedes Jahr werden Helfer zuvor Hunderte Strohsäcke am Rundkurs verteilen: Mit ihnen werden Straßenbäume und Verkehrsschilder gepolstert – damit es einen Aufprallschutz im Falle eines Sturzes gibt.

Jedes Jahr wichtig: die Rennstrecke mit Strohsäcken zu sichern; hier Thomas Macioschek bei der Auflage 2015.
Jedes Jahr wichtig: die Rennstrecke mit Strohsäcken zu sichern; hier Thomas Macioschek bei der Auflage 2015. © Sebastian Schultz

Der Schutz sei unverzichtbar für die Sicherheit der Teilnehmer, sagt der Riesaer. Und doch sei es schon mal vorgekommen, dass über Nacht 50 der handlichen Strohballen gestohlen worden seien – womöglich von Kleingärtnern. "Unverantwortlich!" Einen Wunsch hat Hans-Jürgen Macioschek auch an die Besucher der Veranstaltung: Sie mögen auf knallrote, gelbe und grüne T-Shirts verzichten: Das könne die Fahrer irritieren. Seien die doch darauf geeicht, auf bunte Fahnen am Streckenrand zu achten. Da signalisiert Rot einen Rundenabbruch. Gelb steht für eine Gefahr auf der Strecke – und Grün für freie Fahrt.

Freie Fahrt wünscht er sich jedenfalls für das Rennen am 21. und 22. August – bei möglichst geringen Inzidenzwerten.

Karten für das Rennen kosten fünf Euro (Sonnabend), sieben Euro (Sonntag) oder zehn Euro (das ganze Wochenende). Besucher sollten den ausgeschilderten Parkplatz in Mautitz nutzen.

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