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Sportplatz soll umbenannt werden

Die Spielstätte von Stahl Riesa in Göhlis soll künftig den Namen einer Firma tragen. Folgen demnächst noch weitere Plätze?

Sportplatz Göhlis – diese recht nüchterne Bezeichnung trägt die Spielstätte der Fußballer von Stahl Riesa am Rande der Stadt seit Jahren. Das könnte sich demnächst ändern.
Sportplatz Göhlis – diese recht nüchterne Bezeichnung trägt die Spielstätte der Fußballer von Stahl Riesa am Rande der Stadt seit Jahren. Das könnte sich demnächst ändern. © Eric Weser

Riesa. Der Sportplatz Göhlis soll künftig Oehme GmbH Arena heißen. Das geht aus einem Antrag auf die Umbenennung der Spielstätte hervor, den die BSG Stahl Riesa bei der Stadt Riesa gestellt hat, und über den am Mittwoch im Stadtrat abgestimmt werden soll.

Im Gespräch mit sächsiche.de bestätigte Stahl-Riesa-Vorstandsmitglied Dominic Neitzsch den Vorstoß des Vereins. Man habe mit dem Unternehmen einen größeren Partner gefunden, der die überregionale Nachwuchsarbeit des Vereins zu unterstützen bereit sei. Da gerade jene Mannschaften, die im Nachwuchsbereich auf Landesebene spielen, in Göhlis aktiv seien, solle der dortige Sportplatz den Namen des Sponsors erhalten, erklärt der Vereinssprecher.

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Für die Göhliser Sportstätte selbst wäre die Benennung nach einem Sponsor ein Novum. Bei der BSG Stahl Riesa als Verein ist sie hingegen nichts Neues: Die Spielstätte der ersten Männermannschaft in Merzdorf hieß erst Nudel- und seit 2017 Feralpi-Arena.

Die Feralpi-Arena in Merzdorf: Eine Stahl-Riesa-Spielstätte, die schon seit Jahren den Namen von Vereinssponsoren trägt.
Die Feralpi-Arena in Merzdorf: Eine Stahl-Riesa-Spielstätte, die schon seit Jahren den Namen von Vereinssponsoren trägt. © Sebastian Schultz

Ähnlich wie in Merzdorf soll auch in Göhlis der Namensgeber künftig gut von außen sichtbar sein, macht Dominic Neitzsch deutlich. Nahe des bereits existierenden Schildes an der Ecke Ziegeleistraße/Leutewitzer Straße, solle eine Tafel in passender Größe angebracht werden, die den neuen Namen präsentiere.

Die Sportstätten-Benennung nach Sponsoren ist, zumal im Fußball, längst nichts Ungewöhnliches mehr: Eines der bundesweit bekanntesten Beispiele dürfte die Allianz-Arena in München sein, in der der FC Bayern München seine Heimspiele austrägt. In Leipzig wird in der Red-Bull-Arena Erstligafußball gespielt. Aber auch die Riesaer Sachsenarena heißt bei manchem heute - sieben Jahre nach Ende des Vertrags mit dem früheren Namenssponsor - noch immer Erdgas-Arena.

Dominic Neitzsch persönlich ist durchaus geteilter Meinung, was eine Benennung von Sportstätten nach Sponsoren angeht, sagt er. Bei traditionsreichen Namen aus der Vergangenheit, wie etwa dem Ernst-Grube-Stadion, würde er – wenn es noch in Betrieb wäre – so einen Schritt ablehnen. Bei Plätzen wie in Merzdorf oder Göhlis, die keinen richtigen Namen hatten oder wie im Merzdorfer Fall zu neuem Leben erweckt wurden, sei eine Betitelung legitim und für Vereine auch ein adäquates Mittel, um finanzielle Mittel zu generieren.

Das Ernst-Grube-Stadion war lange Spielstätte der BSG Stahl Riesa und ist mit den ruhmreichsten Zeiten des Riesaer Fußballs während der DDR-Zeit eng verknüpft.
Das Ernst-Grube-Stadion war lange Spielstätte der BSG Stahl Riesa und ist mit den ruhmreichsten Zeiten des Riesaer Fußballs während der DDR-Zeit eng verknüpft. © Eric Weser

Weitere Möglichkeiten, BSG-Spielstätten nach Sponsoren zu benennen, bleiben allerdings nicht mehr, wenn demnächst auch der Göhliser Platz einem Unterstützer gewidmet ist. Denn die anderen von Stahl Riesa genutzten Sportstätten teilt sich der Verein mit anderen Sportklubs. Etwa in der Pausitzer Delle, wo auch der SC Riesa oder der Tennisverein aktiv sind. Dort eine Umbenennung anzustreben, sei angesichts der vielen Beteiligten schwierig, so Dominic Neitzsch.

Bleibt die Frage, wie die Riesaer Fußballer eigentlich an den neuen Unterstützer gekommen sind: Denn die Oehme GmbH, laut firmeneigener Internetseite ein Unternehmen für Wasser-, Erd- und Straßenbau, kommt aus Dorfchemnitz – einem Ort im Osterzgebirge. Von dort aus sind es etwas mehr als zehn Kilometer bis nach Tschechien, während Riesa gut 60 Kilometer entfernt liegt.

Dominic Neitzsch ist Vorstandsmitglied bei der BSG Stahl Riesa. Dem Vorstand gehören außerdem Bernd Kalies, Ronald Kühne und Olaf Sachse an.
Dominic Neitzsch ist Vorstandsmitglied bei der BSG Stahl Riesa. Dem Vorstand gehören außerdem Bernd Kalies, Ronald Kühne und Olaf Sachse an. © Klaus-Dieter Brühl

Laut Dominic Neitzsch hat das Unternehmen einen Zweigstandort, der etwas näher an Riesa liege. Daneben sei beim neuen Sponsor Fußballinteresse und eine gewisse Sympathie zum Verein vorhanden. Im Laufe von Gesprächen über eine mögliche Partnerschaft habe dann eins das andere ergeben. Nun hofft der Verein auf ein positives Votum der Stadträte für die Platz-Umbenennung am Mittwoch.

In einer früheren Version des Artikels war davon die Rede, dass der Antrag für die Umbenennung kommende Woche Thema im Stadtrat ist. Der Stadtrat tagt allerdings bereits am 15. September. Wir haben den Zeitbezug angepasst.

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