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Sportvereine hoffen auf Lockerungen

Bei großen Klubs im Altkreis gibt es in der Corona-Zeit Licht und Schatten – nicht nur beim SC Riesa.

Das Emblem des SC Riesa an der Kegelbahn in der Nähe des Riesaer Bahnhofs. Das Verein zählte zuletzt deutlich weniger Mitglieder. Coronabedingte Austritte gab es aber kaum, sagt Vorstandsmitglied Sebastian Lohse.
Das Emblem des SC Riesa an der Kegelbahn in der Nähe des Riesaer Bahnhofs. Das Verein zählte zuletzt deutlich weniger Mitglieder. Coronabedingte Austritte gab es aber kaum, sagt Vorstandsmitglied Sebastian Lohse. © Symbolbild:Eric Weser

Es sind keine allzu guten Nachrichten, die Sebastian Lohse da verkünden muss. Hatte der SC Riesa voriges Jahr noch 2.670 Mitglieder an den Landessportbund melden können, waren es zuletzt 200 weniger, berichtet das Vorstandsmitglied in einem Youtube-Video, das der Klub über seine Webseite verbreitet. Ein Minus von knapp siebeneinhalb Prozent.

Damit liegt der größte Sportverein der Region in gewisser Weise im Trend. Wie eine Befragung des Landessportbunds kürzlich ergab, haben Sachsens 4.500 Sportvereine im vergangenen Jahr rund 20.000 Mitglieder verloren. Immerhin in Summe knapp drei Prozent. Für Landessportbund-Präsident Ulrich Franzen zwar ein ernstes Signal, aber auch ein Grund für freundliche Töne: „In Anbetracht der Tatsache, dass Vereinssport in den vergangenen Monaten über lange Zeiträume gar nicht oder nur eingeschränkt möglich war, danken wir einer überwältigenden Mehrheit der Sporttreibenden in Sachsen dafür, dass sie ihren Vereinen treu geblieben sind!“

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Umzug steht bevor

Auch beim SC Riesa dankt Vorstand Sebastian Lohse den Mitgliedern, dass sie dem Verein die Stange halten. Aus seiner Sicht ist auch der aktuelle Mitgliederrückgang aber auch ein gutes Ergebnis. Denn die Zahl der Austritte liege in der Größenordnung anderer Jahre. Coronabedingte Austritte, so Sebastian Lohse zur SZ, gebe es zudem kaum. Was indes zuletzt coronabedingt fehlte, seien Neueintritte gewesen, die die Weggänge hätten ausgleichen können. Auch die Mitgliedsbeiträge würden weiter bezahlt. Wie der Finanzchef des SC Riesa, Ralf Krumbiegel, in einem weiteren Video erzählt, ist der Klub deshalb auch in einer stabilen finanziellen Lage. Ein weiterer Lichtblick beim SC ist zudem die geplante Verlegung der Geschäftsstelle von der Freitaler Straße in die neuen Räume im sanierten Kaffee Starke am Rathausplatz. Der Umzug dorthin soll am ersten Märzwochenende passieren, so Sebastian Lohse.

Sorge um Sponsoren

Doch wie sieht es bei anderen Sportvereinen der Region aus? Mit rund 500 Mitgliedern ist der TSV Blau-Weiß Gröditz der größte Sportverein der Röderstadt. Auch dort ruht der Sportbetrieb, sagt Vereins-Vizechef Hubert Fiebig. Mitglieder kümmerten sich lediglich darum, in den Gebäuden regelmäßig nach dem Rechten zu sehen. Genaue Zahlen zur Mitgliederentwicklung werde man erst diese Woche vorliegen haben, so Hubert Fiebig. Vorab lasse sich aber konstatieren: Es gab vereinzelte Austritt. Aber keine Austrittswelle. Jedenfalls noch nicht, wie der Tischtennis-Abteilungsleiter betont. Wenn es keine Öffnungsperspektive gebe, könne die durchaus noch kommen. Mit etwas Sorge blickt man in Gröditz auch in Richtung mancher Sponsoren. Schließlich gehe es manchen infolge der Anti-Corona-Maßnahmen auch nicht gut.

Strehla schwimmt gegen den Strom

Etwas anders hört sich da an, was der Chef des Strehlaer Sportvereins, Felix Naumann, zu berichten hat: Nicht nur hielten Mitglieder und Sponsoren dem Verein die Treue. Im Coronajahr 2020 sei die Mitgliederzahl sogar von 292 auf 301 gestiegen. Um sich dafür zu revanchieren, haben die Strehlaer sich etwas Außergewöhnliches überlegt: Sie erlassen den Mitgliedern die Hälfte des Beitrages für das erste Halbjahr 2021, „beziehungsweise hat jedes Mitglied die Möglichkeit, die Hälfte seines Beitrages für die ersten beiden Quartale an einen ortsansässigen Verein zu spenden“, so Felix Naumann. Damit will der SV beispielsweise der Schalmeienzunft helfen. Dieser fehlen coronabedingt Konzerte und damit Einnahmen – gleichzeitig hat die Zunft mit dem Umbau des Bootshauses zum Vereinsdomizil ein teures Projekt vor sich.Den Kontakt in kontaktbeschränkten Zeiten pflegt man beim SV Strehla über Onlinetraining, wo das möglich ist, erzählt Felix Naumann. Auch Vorstandssitzungen würden online abgehalten. Auch beim SC Riesa wird verstärkt auf Online-Kommunikation mit den Mitgliedern gesetzt: Mit regelmäßigen Videos, in denen es Neues aus dem Verein zu erfahren gibt. Am Ende der Clips gibt es Sportsequenzen, die zum Mitmachen anregen sollen.

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Sowohl beim Landessportbund als auch bei den Vereinen hofft man unterdessen auf eine Lockerung für den Sport und baldige Rückkehr zum normalen Vereinsleben. Ohnehin sitzt der Ärger noch tief, dass nach Ausarbeitung von Hygienekonzepten und Beschaffung von Desinfektionsmitteln dann der Sport in den Lockdown geschickt wurde. „Ich erhoffe mir, dass es bald wieder möglich ist, unseren geliebten Vereinssport auszuführen. Und ich hoffe, dass unsere Mitglieder wieder mit dem gleichen Spaß und Engagement an ihr Hobby gehen, wie zuvor“, sagt SV-Strehla-Chef Felix Naumann – und dürfte damit auch für viele andere sprechen.

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