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Stadtpolitik beschließt provisorischen Straßenausbau

Die geschotterte Friedrichsstraße bekommt nach langen Jahren eine Asphaltdecke. Das wird nur wenige Meter entfernt mit Argusaugen beobachtet.

Ein Oldtimer fährt auf dem nicht asphaltierten Abschnitt der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße in Riesa. Aber egal ob altes Auto oder neues: Schon bei geringem Tempo entsteht Staub, wenn es lange trocken war. Das soll sich bald ändern.
Ein Oldtimer fährt auf dem nicht asphaltierten Abschnitt der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße in Riesa. Aber egal ob altes Auto oder neues: Schon bei geringem Tempo entsteht Staub, wenn es lange trocken war. Das soll sich bald ändern. © Eric Weser

Riesa. Freud und Leid liegen im Riesaer Stadtteil Poppitz derzeit nah beieinander: Während für Anwohner am nicht ausgebauten Abschnitt der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße absehbar ist, dass demnächst eine Asphaltdecke auf die Straße vor ihren Häusern kommt, müssen Anlieger der gleich ums Eck gelegenen Dr.-Kurt-Fischer-Straße damit leben, dass ihre Straße vorerst weiter eine Geröllpiste bleibt.

Im Bauausschuss am Donnerstag hatten die Stadträte zunächst einen Auftrag zur Deckenerneuerung an der Friedrichsstraße vergeben: Für annähernd 110.000 Euro soll die Tiefbaufirma Höptner aus Terpitz dort eine Asphaltschicht aufbringen. Sie soll auf der gesamten Länge 4,10 Meter breit sein. Der vorhandene Gehweg soll erhalten und bestehende Straßenabläufe erneuert werden. Wo es keine Abläufe gibt, sollen Entwässerungsmulden hergestellt werden. Umgesetzt werden soll die Baumaßnahme zwischen dem 27. September und dem 12. November, so der derzeitige Plan.

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Das Ganze ist auch ein Testlauf, ob mit vereinfachten Bauvarianten schlechte Straßenzustände woanders in Riesa verbessert werden können, machte OB Marco Müller (CDU) noch einmal deutlich. „Wir werden den Versuch jetzt starten und schauen, wie die Erfahrungen sind.“

Der Blick in die Beschlussvorlage des Rathauses für die Stadträte liest sich indes wie eine Dämpfung allzu hoher Erwartungen. Dort wird unter anderem betont, dass die Maßnahme kein grundhafter Straßenausbau sei und auch bestimmte technische Richtlinien, die bei Straßenbauvorhaben sonst beachtet werden, nicht zur Anwendung kommen. „Es wird nur eine Deckenerneuerung mit einer zehn Zentimeter starken Asphalttragdeckschicht auf vorhandenem Untergrund ausgeführt.“ Erklärtes Ziel: Die Befahrbarkeit des Straßenabschnitts kurzfristig mit möglichst geringem finanziellen Aufwand verbessern und die Staubbelastung verringern.

Auch auf der Dr.-Kurt-Fischer-Straße, die von der Friedrichsstraße abzweigt, fehlt eine Asphaltdecke. Die Folge, wenn es lange trocken ist: massive Staubbelastung, wenn Autos die Straße entlangfahren.
Auch auf der Dr.-Kurt-Fischer-Straße, die von der Friedrichsstraße abzweigt, fehlt eine Asphaltdecke. Die Folge, wenn es lange trocken ist: massive Staubbelastung, wenn Autos die Straße entlangfahren. © Eric Weser

Vom Staub können die Anwohner des gut 300 Meter langen Friedrichsstraßen-Abschnitts zwischen Dr.-Kurt-Fischer-Straße und Moritzer Straße ein Lied singen. Ebenso die Anwohner der Dr.-Kurt-Fischer-Straße und des Friedenswegs – ihre Straßen befinden sich in einem ähnlich schlechten Zustand. Einige Anlieger waren deshalb auch in den Bauausschuss gekommen.

Anders als bei der Friedrichsstraße gebe es an der Fischerstraße keine vorhandene Entwässerung, sagte der OB in ihre Richtung. Die Stadt prüfe im Moment, ob an der relativ breiten Straße dafür ein Graben hergestellt werden kann. Auf eine Anwohnernachfrage erklärte Marco Müller, dass die Prüfung voraussichtlich in den nächsten vier Wochen beendet sein soll.

Unverständnis gab es bei Anwohnern, warum die Stadt die Entwässerung erneut prüft – schließlich habe es vor einigen Jahren schon mal ein Projekt für die Straße gegeben, in dem ein Graben vorgesehen gewesen sei. Bauamtsleiterin Ina Nicolai verwies auf geänderte Wetterbedingungen: Dadurch könne es möglicherweise größere Regenabläufe geben, die jetzt in der Planung berücksichtigt werden müssten. Nicolai verwies zudem darauf, dass an der Fischerstraße auch noch geprüft werden müsse, ob sich Stahlwerksschlacke in der Straße befinde. Diese Befürchtung hatte sich an der Friedrichsstraße zuletzt nicht bestätigt.

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Insgesamt habe Riesa viel in puncto Anliegerstraßen-Ausbau nachzuholen, machte Stadtoberhaupt Marco Müller in der Diskussion klar. Man versuche aber, voranzukommen „weil wir es eben nicht so lassen können, wie es ist“. Gelingen werde das aber nur stückweise – zumal das Land die Fördermittel für solche Projekte stark verringert habe.

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