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Solarpark-Pläne: Stadtwerke wollen Energie preiswert halten

Die Stadttochter plant in Merzdorf ein Kraftwerk für erneuerbare Energie – baut aber in einem Punkt allzu großen Erwartungen vor.

Große Leere: Bis vor gar nicht langer Zeit war auf diesem Gelände an der Rostocker Straße (im Hintergrund) ein Kohlehandel ansässig. Jetzt planen die Stadtwerke hier einen Solarpark.
Große Leere: Bis vor gar nicht langer Zeit war auf diesem Gelände an der Rostocker Straße (im Hintergrund) ein Kohlehandel ansässig. Jetzt planen die Stadtwerke hier einen Solarpark. © Stadtwerke Riesa

Riesa. Die Stadtwerke Riesa haben den Beschluss des Stadtrates vom Mittwoch begrüßt, wonach auf dem ehemaligen Kohlehandel an der Rostocker Straße ein Solarpark des Unternehmens entstehen kann. "Das ist ein weiterer wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Umsetzung unserer Strategie", wird Stadtwerke-Chef René Röthig in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert.

Bereits 2019 hätten die Stadtwerke einen Strategiebeschluss gefasst, der den Weg hin zu einer Ausweitung der Energieerzeugungstechnologien weise. "Sehr vereinfacht gesagt, wollen wir – statt steigende Umweltabgaben zu zahlen, wodurch sich die Energieprodukte verteuern – stärker in Technologien investieren, die keine oder weniger Abgaben, zum Beispiel für CO2-Emissionen, erfordern", heißt es in der Unternehmensmitteilung. Dadurch könne man perspektivisch preiswert regionale Energie anbieten.

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Ansturm auf geeignete Flächen

Bisher setzen die Stadtwerke auf Energieerzeugung durch Erdgas. Infolge der Strategievorgabe sei man auf die Suche nach möglichen Technologien gegangen. "Da Wasserkraftwerke regional keine Alternative sein können, haben wir Wind- und Photovoltaikanlagen betrachtet und sind letztlich auf die Suche nach geeigneten Flächen für PV-Module (Photovoltaik, Anm. d. Red.) gegangen", so das Unternehmen. Dabei habe man einen gewissen Ansturm auf geeignete Flächen festgestellt, da andere Unternehmen offenbar ähnliche Ziele verfolgen. Dennoch habe man sich den rund 68.000 Quadratmeter großen ehemaligen Kohlehandel an der Rostocker Straße sichern können. 

Wie viel die Stadtwerke in den Flächenkauf investiert haben, ließ das Unternehmen offen. Auf Immobilienportalen, auf denen das Grundstück in den vergangenen Monaten beworben wurde, wurden keine Preise genannt. Die Bodenrichtwerte in diesem Teil der Stadt liegen zwischen gut einem bis 60 Euro.

Unternehmen will Fördermittel einwerben

Die Stadtwerke werten den Kauf des Areals als Gewinn: "Damit haben wir das Flächenpotential für mehrere Megawattstunden CO2-emissionsabgabenfreien Strom im Jahr", wird Geschäftsführer René Röthig zitiert. Eine genauere Größenordnung, wie viele Megawattstunden perspektivisch erzeugt werden sollen, nannte das zu 100 Prozent der Stadt Riesa gehörende Unternehmen zunächst nicht. Ein Dreipersonenhaushalt verbraucht im Jahr etwa 4.000 Kilowattstunden Strom, also vier Megawattstunden.

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Erwartungen, dass das geplante Stadtwerke-Solarkraftwerk nahe der Bahnlinie Leipzig-Dresden schnell entsteht, baut das Unternehmen in seiner Mitteilung vor. Mit dem Erwerb der Fläche und Stadtratsbeschluss sei das Projekt "natürlich noch lange nicht realisiert". Die Rede ist von einer "mittelfristigen" Umsetzung. In der Regel bedeutet mittelfristig ein bis fünf Jahre. Zunächst eröffne der Stadtratsbeschluss die Möglichkeit, Fördermittel für das Projekt einzuwerben, so die Stadtwerke. (SZ)

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