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Damit aus Kindermusik kein Krach wird

Eine neue Investition in der Kita Streumen schützt die Ohren der Kinder und Erzieherinnen. Und auch ihre Nerven.

Bele, Pepe, Sophie und Lina (vl.n.r.) machen mit Musikinstrumenten Lärm, um die Wirkung der neuen Schallschutzdecken zu demonstrieren.
Bele, Pepe, Sophie und Lina (vl.n.r.) machen mit Musikinstrumenten Lärm, um die Wirkung der neuen Schallschutzdecken zu demonstrieren. © Klaus D.Bruehl

Streumen. Sophie, Lina, Bela und Pepe zeigen, was sie gelernt haben. Zusammen mit Erzieherin Manuela Hoffbauer singen sie "Schneeflöckchen, Weißröckchen" und musizieren dabei. Sie haben Klanghölzer, eine Triangel, Zimbeln und sogar ein Xylofon aus dem großen Instrumentenkasten herausgeholt und schlagen voll Begeisterung darauf.

Musik wird in der Streumener Kita "Spielburg" groß geschrieben. Das freut nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern. Denn nicht jede Kita kann auf ein so musikalisches Personal wie in Streumen verweisen. Viele der hiesigen Erzieherinnen können mindestens ein Instrument.

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Vor etwa zehn Jahren nahmen alle Erzieherinnen, die damals schon in der Kita gearbeitet haben, an einem Ukulele-Kurs teil. "Das ist einfacher als Gitarre und macht Spaß", sagt Kita-Leiterin Ines Buhler und fügt fröhlich hinzu: "Seitdem ist Musik in unserem Haus."

In dem alten Herrenhaus in Streumen befindet sich seit 1997 die Kita "Spielburg". Hier waren früher auch eine Küche und die Verwaltung der ehemaligen LPG untergebracht. Seitdem hat sich viel an und in dem Gebäude verändert.
In dem alten Herrenhaus in Streumen befindet sich seit 1997 die Kita "Spielburg". Hier waren früher auch eine Küche und die Verwaltung der ehemaligen LPG untergebracht. Seitdem hat sich viel an und in dem Gebäude verändert. © Klaus-Dieter Brühl

Doch wo musiziert wird, geht es mitunter auch etwas lauter zu. Die hohen Räume des ehemaligen Herrenhauses verstärken den Schall. Und das nicht nur beim Singen, sondern vor allem beim Spielen und Toben. "Das kann ganz schön auf die Nerven gehen", weiß Ines Buhler. Seit Kurzem ist das allerdings anders.

Die Gemeinde Wülknitz hat wieder mal Geld in die Hand genommen, um die Kita "Spielburg" weiter auszubauen. Für rund 70.000 Euro wurden in der unteren Etage abgehängte Decken eingebaut. Sie sollen den Schall schlucken. Zudem ist es nun möglich, mit direktem und indirektem Licht zu hantieren.

Das indirekte Licht schafft eine angenehme Atmosphäre. Es wird zum Beispiel eingeschaltet, wenn die Kinder spielen. Wenn das grellere, direkte Licht angeht, ist es das Signal an die Mädchen und Jungen, dass sie ihr Spielzeug wegräumen und zusammenkommen sollen. Dann ist gemeinsame Projektarbeit angesagt.

Die Galerie im Eingangsbereich ist frisch gestrichen und lädt ein, in die Kita einzutreten.
Die Galerie im Eingangsbereich ist frisch gestrichen und lädt ein, in die Kita einzutreten. © Klaus D.Bruehl

"Die Zimmer sehen nicht nur wohnlicher aus, es ist auch deutlich ruhiger geworden", sagt die Kita-Leiterin. "Das genießen nicht nur die Erzieherinnen, sondern auch die Kinder." Zudem sind die Räume mit frischen Pastelltönen neu gestrichen worden. Auch die Innentüren haben einen neuen Anstrich.

Doch die abgehängten Decken, die für weniger Lärm und angenehmes, indirektes Licht sorgen, bringen den größten Qualitätssprung bei der Betreuung der Kinder. "Damit hat die Gemeinde Wülknitz einen Riesenschritt für den Arbeitsschutz getan", so Ines Buhler. Die 59-Jährige bedauert, dass wegen des Lockdowns und der Notbetreuung noch nicht alle Kinder die Veränderungen in der Kita "Spielburg" kennen.

Bis auf wenige ausstehende Installationsarbeiten in den Toiletten des oberen Krippenbereichs sei drinnen alles soweit fertig. Bleiben da gar keine Wünsche übrig? "Ach, doch. Bei Frauen gibt es immer Wünsche", sagt die Kita-Leiterin lachend.

Kita-Leiterin Ines Buhler mit dem Kreativhaus im Hintergrund. Ein ähnlicher Anbau war in diesem Jahr geplant.
Kita-Leiterin Ines Buhler mit dem Kreativhaus im Hintergrund. Ein ähnlicher Anbau war in diesem Jahr geplant. © Klaus D.Bruehl

Die Gemeinde plant im Außenbereich einen Anbau. Er soll rechts hinter dem Kita-Gebäude entstehen, dort, wo sich jetzt noch ein alter, gemauerter Schuppen befindet. Gegenüber befindet sich das moderne Kreativhaus mit seinem Flachdach und der Glasfassade. In etwa so soll mal der neue Anbau aussehen.

Er sollte eigentlich in diesem Jahr gebaut werden. Rund 700.000 Euro, plus Planungskosten, waren dafür im Haushalt vorgesehen. Doch wegen der voraussichtlich schwierigen Finanzlage der sogenannten reichen Gemeinde Wülknitz sieht es wohl eher nicht danach aus. Zudem hat der Landkreis Meißen signalisiert, dass die entsprechenden Fördermittel für 2021 bereits ausgeschöpft sind. Doch ohne sie kann die Gemeinde Wülknitz den Anbau in Streumen nicht stemmen.

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