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Neue Strehlaer Tankstelle gut gestartet

Es ist erst die fünfte Greenline-Station in Sachsen. Dass sie momentan noch ohne Kasse und Tankenstellen-Shop auskommt, ist in Corona-Zeiten eher ein Vorteil.

Thomas Luft , Geschäftsführer der Greenline Sachsen GmbH, hat in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere grüne Tankstellen, so wie hier in Wölkau, eröffnet.
Thomas Luft , Geschäftsführer der Greenline Sachsen GmbH, hat in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere grüne Tankstellen, so wie hier in Wölkau, eröffnet. © SZ/Uwe Soeder

Strehla. Wer beabsichtigt, eine Tankstelle zu eröffnen, sollte nicht als Erstes im Internet auf die gemeinsame Gründerplattform von Kfw-Bank und Bundeswirtschaftsministerium klicken. Er könnte Zweifel bekommen. Denn dort wird Klartext geredet.

"Die goldenen Zeiten der Tankstellen in Deutschland sind leider vorbei", heißt es da. Während Autofahrer in den 1970er Jahren noch aus über 45.000 Tankstellen auswählen konnten, sind heute noch rund 14.500 vorhanden. Den Löwenanteil teilen sich dabei die großen Marken Aral, Total, Jet, Shell und Esso untereinander auf. Nur wenige hundert freie Tankstellen sind in Deutschland noch zu finden. Zudem machen die Pächter den meisten Gewinn nicht mit Kraftstoff, sondern mit Getränken, Zeitschriften, Imbiss, Süßigkeiten und anderen Dingen des täglichen Bedarfs sowie mit Waschanlagen.

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Thomas Luft kann dem nur bedingt zustimmen. Er ist seit 28 Jahren im Mineralölgeschäft, kennt die Branche wie seine Jackettasche. Der Geschäftsführer der Greenline Sachsen GmbH hat in Strehla die Tankstelle an der Bahnhofstraße wiederbelebt. Fünf Jahre stand sie leer. Seit Anfang Oktober hat die Kleinstadt nun wieder zwei Tankstellen.

Mit dem Ergebnis der ersten Wochen ist Luft zufrieden. "Unsere neue Greenline-Tankstelle wird sehr gut angenommen", sagt er, "obwohl es noch eine reine Automatenstation ist. Da müssen sich noch einige dran gewöhnen." Bezahlen mit Bargeld ist nicht möglich, nur per Karte. Auch gibt es weder Kasse noch Einkaufsmöglichkeiten, wie in vielen anderen Tankstellen, die so ihren Umsatz steigern.

Die Greenline-Tankstelle (ehemals Gulf) wurde Anfang Oktober eröffnet. Damit hat Strehla neben der bft-Tankstelle wieder zwei Tankstellen.
Die Greenline-Tankstelle (ehemals Gulf) wurde Anfang Oktober eröffnet. Damit hat Strehla neben der bft-Tankstelle wieder zwei Tankstellen. © Eric Weser

Das sei für Mitte nächstes Jahres geplant, so Luft. Genauso wie eine Waschanlage. Allerdings soll sich der Greenline-Shop von den herkömmlichen Tankstellen-Regalen abheben. Der Geschäftsführer, der in Sachsen bislang fünf Greenline-Tankstellen betreibt, denkt da eher an eine Art Hofladen mit frischen Brötchen und Produkten aus der Region. Ganz nach der Firmenphilosophie. Dazu soll auch Personal eingestellt werden. Bislang gibt es lediglich einen Hausmeister aus dem Ort, der aufpasst, das alles funktioniert und sauber bleibt.

Die Mutterfirma, die Greenline - alternative Energien GmbH, hat ihren Sitz in Schönebeck in Sachsen-Anhalt und ist ein reines ostdeutsches Unternehmen, das auch Strom und Erdgas anbietet. Zu ihm gehören 50 Tankstellen, hauptsächlich über die neuen Bundesländer verteilt. 40 davon arbeiten mit Automaten, also ohne Verkaufspersonal. "Das ist in der Corona-Zeit bisher von Vorteil gewesen", sagt Thomas Luft. "Wir mussten keine Auflagen erfüllen."

Ist kontaktloses Tanken also die Zukunft? Diese Frage möchte er nicht unbedingt bejahen. Allerdings gebe es bei Tankstellen einen Trend zu kurzen Wegen und schnellem Tanken. Das geht mit EC- und Kreditkarten einfacher. Nichtsdestotrotz hält Luft für Strehla an den Plänen eines Tankstellen-Shops und einer Waschanlage fest.

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