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Auch ein Testzentrum muss lernen

Das hat sich im Glaubitzer Testzentrum nach nur zwei Wochen verändert. Ab 18. Mai ist es öfter geöffnet.

Anika Walter macht einen Schnelltest in der Schlossresidenz Glaubitz. Sie gehört zum dafür geschulten Personal der Volkssolidarität Riesa-Großenhain.
Anika Walter macht einen Schnelltest in der Schlossresidenz Glaubitz. Sie gehört zum dafür geschulten Personal der Volkssolidarität Riesa-Großenhain. © Rettig / Volkssolidarität

Glaubitz. Große Schlangen wie in anderen Testzentren des Landkreises Meißen gibt es in der Schlossresidenz nicht. Die Volkssolidarität Riesa-Großenhain hat in ihrem Glaubitzer Seniorenheim seit Anfang Mai die Möglichkeit geschaffen, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Lange warten muss man hier allerdings nicht.

"Das soll ein Angebot für die Glaubitzer sein", sagt Sprecher Peter Noack. Die Volkssolidarität müsse die Heimbewohner in Glaubitz und Merschwitz ohnehin regelmäßig testen und habe deshalb Mitarbeiter als Corona-Tester schulen lassen. Das soll jetzt auch den Dorfbewohnern zugute kommen. Sie brauchen nicht mehr bis ins benachbarte Nünchritz zu fahren, um sich ein offizielles Testergebnis abzuholen.

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Doch noch scheint sich das nicht bei allen Glaubitzern rumgesprochen zu haben. Am ersten Tag kamen zwei Leute, am zweiten Tag immerhin elf. An diesem Dienstag waren es 18 Einwohner und Heimbesucher, die sich testen lassen wollten. Doch: "Die Nachfrage steigt", sagt Peter Noack. "So kann es weitergehen." Aber sicherlich gebe es auch noch einiges zu verbessern.

Ernüchterung am ersten Tag

Zum Beispiel bei den Öffnungszeiten. Bisher standen die Mitarbeiter des Glaubitzer Testzentrums dienstags und donnerstags bereit. "Wir wussten ja nicht, was passiert. Kommen viele oder wenige?", erzählt Noack. So war der Start am 4. Mai auch eine Ernüchterung. Noack glaubt, dass die sogenannte Notbremse, die die Bundesregierung wenige Tage zuvor verkündet hatte, die Leute erst einmal zurückgehalten habe, sich testen zu lassen. Denn vieles war nicht mehr erlaubt. Also warum dann testen lassen?

Dazu kam noch bis vor Kurzem, dass die Corona-Schnelltests auch allein zuhause gemacht werden konnten. "Solche Tests haben eigentlich keine Relevanz", sagt Martin Rettig. Der Leiter des Kinder- und Jugendtreffs Kombi in Nünchritz, der ebenfalls von der Volkssolidarität betrieben wird, war mit dem Aufbau des Glaubitzer Testzentrums betraut.

Auch anderweitig muss es diese Kritik gegeben haben. Denn mittlerweile hat Sachsens Staatsregierung reagiert und bestimmt, dass Selbsttests nicht mehr ausreichen. - Eine Entscheidung, die viele Sachsen nicht nachvollziehen können. Die hiesigen Mitarbeiter der Volkssolidarität Riesa-Großenhain allerdings schon.

Anmeldung wichtig

Doch auch ohne das Selbsttest-Aus hatte die Leitung des Glaubitzer Testzentrums beschlossen, die Öffnungszeiten anzupassen. Ab 18. Mai soll es an vier Tagen pro Woche geöffnet sein und nicht mehr nur an zwei. Dann sind Corona-Schnelltests von Dienstag bis Freitag immer von 13 bis 14 Uhr möglich. Gut möglich, dass wegen der neuen Regelung bald auch der Montag dazukommt. Doch noch ist es nicht soweit.

Um zu verhindern, dass es zu Wartezeiten kommt, sollen sich die Glaubitzer und Heimbesucher vorher zum Test anmelden. "Das ist für uns wichtig, um zu wissen, wie viel Personal wir bereitstellen müssen", sagt Sprecher Peter Noack.

Bisher hat eine Testkabine und die entsprechende Zahl der Tester ausgereicht. Wenn jetzt der Bedarf möglicherweise steigt, kann auch eine zweite Teststrecke eingerichtet werden. "Wir stellen uns darauf ein", so Noack.

Im Seniorenheim statt im Schloss

Es habe auch eine Anfrage an die Kita Glaubitz gegeben, ob für die Eltern auch am Sonntag eine Testmöglichkeit angeboten werden soll. Doch das sei nicht notwendig, erhielt Martin Rettig zur Antwort. In der Kita gilt: Wer einen aktuellen negativen Corona-Bescheid vorlegen kann, darf hinein. Das nutzen aber nur wenige Eltern. Die meisten geben ihre Kinder am Eingang ab.

Und noch eine wesentliche Sache ist anders. Ursprünglich sollten die Corona-Schnelltests im Foyer des Schlosses durchgeführt werden. Doch das Testzentrum ist ins Erdgeschoss des benachbarten Seniorenheims umgezogen. Der Grund: Die zweite Kabine sollte im Schlosscafé stehen. Aber dort sind Stufen. Dagegen ist das Testzentrum im Seniorenheim komplett barrierefrei und zum Beispiel auch für Rollstuhlfahrer zugänglich.

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