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Tierheim zieht gemischte Bilanz

Die Einrichtung in Göhlis hat auch 2020 viele Tiere vermitteln können und plant schon an neuen Projekten. Aber es gibt auch ein paar Wermutstropfen.

Das Riesaer Tierheim in einer Aufnahme von 2019. Damals gehörte das Objekt noch der Stadt. Dass inzwischen der Tierschutzverein Riesa und Umgebung die Immobilie sein Eigen nennt, macht Tierheim- und Vereins-Chef Uwe Brestel froh.
Das Riesaer Tierheim in einer Aufnahme von 2019. Damals gehörte das Objekt noch der Stadt. Dass inzwischen der Tierschutzverein Riesa und Umgebung die Immobilie sein Eigen nennt, macht Tierheim- und Vereins-Chef Uwe Brestel froh. © Sebastian Schultz

Riesa. Gleich zu Beginn des neuen Jahres hat Uwe Brestel Grund zur Freude. Nach langer Bauphase soll in wenigen Tagen die neue Quarantänestation für Katzen eröffnet werden, erzählt der Leiter des Riesaer Tierheims. Ein kleiner Vorzeigebau sei die Räumlichkeit geworden, sagt Brestel und klingt ein wenig stolz. Vier bis sechs Wochen müssen die Tiere zunächst in Quarantäne, in der sie entfloht und entwurmt, geimpft und wenn nötig, kastriert werden, ehe das Tierheim sie weiter vermittelt.

Stolz macht Tierschutzvereins-Chef Uwe Brestel auch, dass das Tierheim jetzt auch wirklich dem Verein gehört. Zwar habe es nach dem Kauf von der Stadt einige offene Fragen, etwa mit dem Denkmalschutz gegeben. Aber mit den Behörden habe man sich einigen können. "Wir haben alles genehmigt bekommen, was wir um- und ausbauen wollten", sagt Uwe Brestel.

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Ende Mai 2019: Tierheim-Chef Uwe Brestel in der damals im Bau befindlichen Quarantänestation für Katzen. Inzwischen ist die fertig und soll in wenigen Tagen eröffnet werden.
Ende Mai 2019: Tierheim-Chef Uwe Brestel in der damals im Bau befindlichen Quarantänestation für Katzen. Inzwischen ist die fertig und soll in wenigen Tagen eröffnet werden. © Sebastian Schultz

Auch beim Blick auf die Tiervermittlung fällt der Tierschützer ein positives Fazit. Insbesondere bei den Katzen sei es ganz gut gelaufen. Vielen Menschen hätten vermutlich einen tierischen Begleiter für die Zeit daheim gesucht, schätzt Uwe Brestel. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Zahl der Tiere, die ein neues Zuhause gefunden hätten, ähnlich geblieben, resümiert er – obwohl die Tierheim-Öffnungszeiten Corona-bedingt ausgesetzt werden mussten und es auch weiterhin sind. Seither funktioniert alles nur auf Terminbasis. Auch Gassigehen mit Tierheimhunden finde weiterhin nicht statt. Nur, wenn es richtige Interessenten für einen Hund gebe, werde ein Kennenlernen beim Spaziergang ermöglicht.

Flaute im Pensionsbetrieb

Was im vorigen Jahr außerdem quasi völlig zum Erliegen gekommen sei, sei der Pensionsbetrieb gewesen, erzählt Uwe Brestel. Für das Heim ein durchaus wichtiger Einnahmeposten. "Ein paar Tausend Euro sind das schon", sagt der Leiter. Im Vergleich zu anderen Jahren, in denen während der Urlaubszeit schon mal ein Aufnahmestopp verhängt werden musste, weil der Zulauf so groß war, habe 2020 regelrechte Flaute geherrscht.

Eine Flaute gab es im vorigen Jahr auch bei den Veranstaltungen im Tierheim, die unter anderem wichtig sind, um Spenden einzuwerben. Eigentlich gehören der Tag der offenen Tür im Frühjahr, das Sommerfest in der Jahresmitte und die Hofweihnacht als Jahresabschluss zum Programm. "Aber das hat alles nicht stattgefunden", sagt Uwe Brestel. Zwar sei das Spendenaufkommen zum Beispiel am Ende vorigen Jahres ganz gut gewesen, resümiert der Tierheim-Leiter. Dennoch hoffen er und sein Team, bald auch wieder Feste organisieren zu können.

Neues für Nager und Vögel

Vorerst macht Corona dem Tierheim-Chef aber an andere Stelle größere Sorgen. Denn wenn Mitarbeiter in Quarantäne gehen müssten, sei unklar, wer sich um die Tiere kümmere. "Wenn so etwas passiert, weiß ich nicht, wohin mit ihnen", sagt Brestel. Schon jetzt sei die Organisation in dem Sechs-Personen-Team nicht einfach. Da das Tierheim nicht als systemrelevant gelte, bekomme eine Mitarbeiterin ihr Kind derzeit nur nicht unter.

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Trotz solcher Schwierigkeiten: Die Einrichtung im Göhliser Volksgut blickt nach vorn und bringt auch neue Projekte auf den Weg. Unter anderem sollen neue Stationen für die Aufnahme von Vögeln und Nagern kommen. Zwar nehme er die Tiere auch jetzt schon auf, sagt Uwe Brestel. "Wir nutzen dann Volieren von Vereinsmitgliedern oder unsere vorhandenen Ställe." Das Ziel sei aber, künftig bessere Bedingungen zu bieten. Das wiederum dürfte ins Geld gehen. "Bei so einer Station ist man schon mal mit 30.000 Euro dabei", sagt der Tierheim-Leiter, der sich jetzt unter anderem um Fördergeld für die Vorhaben kümmern will.

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